Apr 032013
 

spieleratgeberDer Spieleratgeber-NRW eröffnet nach den Osterferien eine neue Computerspieletester-Gruppe für Mädchen. Gespielt werden aktuelle Games auf der Wii U, PS3, x-box oder gemeinsam am PC  spielen. Die Ergebnisse werden dann auf dem Spieleratgeber-NRW.de veröffentlicht.

Gesucht werden Mädchen zwischen 12 und 15 Jahre, die sich für Computerspiele interessieren oder diese gerne ausprobieren (Vorkenntnisse sind nicht erforderlich) möchten. Sie sollten Lust haben, sich regelmäßig mit anderen Mädchen zu treffen und zu spielen – aber ohne dabei von Jungs gestört zu werden! Die Gruppe wird sich einmal in der Woche im Bürgerzentrum in Köln-Deutz treffen – entweder am Montag oder am Freitagnachmittag. Der genaue Tag und die Uhrzeit wird gemeinsam beschlossen, je nachdem wann die meisten Teilnehmerinnen können. Mädchen unter 12 Jahren können sich auch gerne melden, wenn genügend Anmeldungen zusammenkommen, wird auch für die Jüngeren eine eigene Gruppe gegründet.

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Mrz 132013
 

mfr-2013_0404Bettina Baum beginnt den Workshop mit den Worten: „Ich bin gar keine Medienschaffende, sondern Pädagogin im Auftrag der Medien.“

Die Beratungsinstitution AIM (Ausbildung in Medienberufen) bietet seit vielen Jahren Informationen und Beratung zu Medienberufen. Insbesondere für den Einstieg in diese stellt das Informationsportal http://www.aim-mia.de umfassende Hintergründe, Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Verfügung.

Bettina Baum stellt hierfür die Aufgaben und Ziele des Portals und der Institution dahinter dar. Hierzu zählen die individuelle Ausbildungs- und Laufbahnberatung, die Bedarfsermittlung im Bereich Mitarbeiterqualifizierung sowie Veranstaltungen, ein Medieninformationsarchiv und die Beschreibung von Medienberufen. Relativ neu im Repertoire ist das Onlinemagazin und Informationsportal des Landes Nordrhein-Westfalen rund um Medienberufe und Karrierechancen Medienkarriere.NRW (http://www.medienkarriere.nrw.de).

Bettina Baum stellt heraus, dass das Spektrum der Medienberufe immens groß ist. „Unsere Aufgabe ist es, euch die Zugänge aufzuzeigen und den Einstieg zu erleichtern“, so Frau Baum.

Des Weiteren führt sie fort, dass auch, wenn NRW mit seinem Flaggschiff Köln ein Medienland ist, sich dieses durch weit mehr als nur durch die klassischen Branchen des Films, Fernsehens und Rundfunks charakterisiert. Hierzu zählen auch andere Bereiche wie Bühne, Messen und Events, das Verlagswesen, Werbung, aber auch die zurzeit wachsende und nicht zu unterschätzende Games- und Online-Landschaft.

NRW bietet ein Bild mit vielfältigen Berufsfeldern und -tätigkeit.“

Die stetige Weiterentwicklung der Technologien und die Ausbreitung neuer Technologien ermöglichen neue Berufsbilder, aber auch veränderte und neue Tätigkeiten. Dies führte auch dazu, dass nicht nur die Firmen umdenken mussten, auch der Aus- und Weiterbildungssektor im Medienbereich musste reformiert werden, so dass innerhalb kürzester Zeit neue Studiengänge entstanden.

Für die Vielzahl an beruflichen Möglichkeiten, die sich in der Medienbranche biete, zeigt Bettina Baum beispielhaft einen Weg zur Entscheidungsfindung auf:

Wenn man eine Berufslaufbahn in der Medienlandschaft einschlagen will, gilt es, sich zunächst zu fragen, in welche Branche man hinein will.

Dies ist der erste Schritt der Orientierung. Im nächsten Schritt wagt man eine Konkretisierung: „Hier macht und kann jeder nicht alles, sondern in den unterschiedlichen Gewerken gibt es unterschiedliche Kompetenzen.“ Hierfür gibt Bettina Baum beispielhaft einen Einblick in die facettenreichen Tätigkeitsfelder.

So skizzieren sich die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder anhand von Management (Kalkulation, Kunden und Werbezeiten), aber auch Konzeption und Entwicklung. „Gerade für junge Menschen scheint dieses Segment sehr attraktiv.“ Hier werden neue Formate und Ideen entwickelt, Drehbücher geschrieben und Kampagnen entwickelt.

mfr-2013_0421Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Ausstattung. Diese findet sich nicht nur in klassischen Bild-Medien (Fernsehen und Bühne), sondern auch in neuen Bereichen wie der Games-Produktion. Dieses künstlerische Feld umfasst u.a. Kostümentwicklung, Requisite und Szenenbild.

Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Inszenierung und Darstellung, wozu bestimmte Tätigkeiten wie Regie, Schauspiel und und Casting zählen. Weitere berufliche Tätigkeiten finden sich in der technisch-kreativen Gestaltung (Kamera, Schnittplätze und Grafik), Medientechnik (Spieleentwicklung, Traversen, und Sendetechnik), aber auch in der Wissenschaft und Forschung (Wirkungsforschung, Medienpädagogik).

Diese verschiedenen Tätigkeitsfelder erfordern unterschiedliche Kompetenzen und Fachkenntnisse. Es entwickeln sich ständig neue Berufsbilder. Da eine stetige Entwicklung zu beobachten ist, schauen wir vor allem danach, was zu lernen ist.“

Dieses verdeutlicht sich insbesondere in der Berufsausbildung. So skizziert Bettina Baum die verschiedenen Wege in die Medien. Hierzu zählen staatlich anerkannte medienspezifische Berufsausbildungen, Studien an Universitäten, Fachhochschulen und Filmakademien oder auch der praktische Einstieg über ein Volontariat bzw. Traineeship.

Des Weiteren stellt Bettina Baum heraus, dass auch ein Quereinstieg mittlerweile ein verbreiteter Einstieg in die Berufswelt darstellt. Dieser ist auch nach einer „medienfremden“ Ausbildung möglich.

Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich, der so sehr von Quereinsteigern lebt, wie die Medienbranche.“ Dennoch fügt Bettina Baum hinzu, dass gerade durch die Entwicklung einer Vielzahl verschiedenartiger Ausbildungswege (z. B. ganz unterschiedlicher Studiengänge) dies aber abnimmt.

Verbindung von Theorie und Praxis

Es gibt mehr und mehr duale Studiengänge. Man schließt hier einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen ab. Hierbei macht man eine betriebliche Ausbildung und studiert gleichzeitig neben dem Beruf. Dies ist zwar nicht ohne, aber man hat am Ende sowohl eine abgeschlossene Berufsausbildung als auch ein abgeschlossenes Studium (meist Bachelor).“

Auch die medienspezifischen Ausbildungsberufe werden skizziert und zeigen die vielfältigen Möglichkeiten, die den jungen Frauen geboten werden. Dennoch, wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Insbesondere für eine Beratung steht hier das aim den jungen Frauen zur Verfügung.

NRW ist ein starkes Ausbildungsland für Medienberufe. In NRW existieren bereits über 200 medienspezifische Studiengänge. Um sich hier zurecht zu finden, empfiehlt Bettina Baum eine Kategorisierung, in die sich die Studiengänge einordnen lassen: Medienkunst, Mediengestaltung, Medientechnik und -produktion, Medienökonomie und die Medienwissenschaft und den Journalismus. Im einzelnen stellt Bettina Baum einige Studiengänge in den einzelnen Kategorien und an den verschiedenen Hochschulen vor. Die Vielfalt der Angebote in NRW (und in anderen Bundesländern) sind auch zu finden bei den verschiedenen Beratungsstellen der Hochschulen sowie u.a. bei übergreifenden Portalen wie aim (http://www.aim-mia.de). Das Spektrum der Möglichkeiten ist groß. Es gibt viele spezifische Wege, um an die entsprechende Zielpositionen in der Berufswelt zu gelangen. In der Welt der Medien stellt sich der Ausbildungssektor vielfältig dar.

Dieser Einblick zeigt, dass es für viele Tätigkeiten spezifische Studiengänge gibt. Es gibt viele Wege in den Einstieg in die Medienbranche über den klassischen Ausbildungsweg.

 

Nicole Riechert

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Mrz 132013
 

mfr-2013_0372Ihre zwei unterschiedlichen Wege in die Filmbranche zeigen Bettina Braun (Filmregisseurin und -produzentin) und Katharina Tillmanns (Transmedia Autorin, Game-Designerin und Producerin) im Workshop „Bewegte Bilder“.

Constant change is here to stay“ – Ein erster Weg zum Beruf Filmemacherin

Vor ihrem Studium in London entschied sich Bettina Braun gegen eine Schauspielkarriere. Nach einem ersten Orientierungsstudium arbeitete sie ihre Mappe aus und begann ihr Studium des Grafikdesigns am Central St. Martin’s College Anfang der 90er Jahre. Schon dabei merkte sie, dass sie das Bewegtbild mehr interessierte als die reine Grafik. Als Abschlussarbeit produzierte sie Trickfilme. Im Anschluss arbeitete sie als Grafikerin für interaktive CD-Roms in London und absolvierte Praktika bei Filmproduktionsfirmen. Damals begann auch ihr Interesse am Dokumentarfilm. Ihr Studium an der Kölner Kunsthochschule für Medien schloss sie mit ihrem ersten erzählerischen Film ab, der auch vom WDR angekauft wurde. Darauf folgten freiberufliche Tätigkeiten beim WDR. 1998/99 entstand gefördert von „Produktion 2“ der Filmstiftung NRW ein weiterer Dokumentarfilm „Frauen sind im Wesen anders…“

2000 folgte dann die Gründung der Firma Filmdokument mit Britta Wandaogo. Gemeinsam entstanden Filme für verschiedene Auftraggeber, z. B. Industrieunternehmen. Sich zusammen zu tun, Partner zu finden, rät Bettina Braun jungen Filmemacherinnen. Ebenso von Vorteil ist das Networking, z. B. bei LaDOC, einem Film-Netzwerk für Frauen (www.ladoc.de), bei dem man sich austauschen und Mitarbeiter finden kann. Auch für Katharina Tillmanns ergab sich ihre Karriere durch Netzwerktreffen. „Das ist wirklich eines der wichtigsten Elemente von Austausch, auch wenn man das z. B. an der Filmhochschule nicht lernt.“ Der berufliche Austausch bedeutet sich zu unterstützen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig Jobs zu vermitteln, fasst Bettina Braun zusammen.

Beim Thema Familie und Beruf machte Bettina Braun, Mutter zweier Söhne, die Erfahrung, dass diese Zeit für viele Frauen den Karriereknick bedeutet. „Ich kann Ihnen nur raten, dass Sie dabei wachsam sind.“ Denn die Kindererziehung kostet Kraft, die dann an anderer Stelle fehlt. Diesen zusätzlichen Raum muss man sich gesellschaftlich erkämpfen.

 mfr-2013_0426Thematisch kreisen die Filme von Bettina Braun um die Fragen: Wo gehöre ich hin? Was bin ich wert? Wie werde ich wahrgenommen? Die Themen ihrer Filme müssen etwas in ihr hervorrufen: „Ich merke, dass ich dabei ganz viel von mir preisgebe.“ Ihr neues Projekt wird ein Spielfilm werden. Der Durchbruch als Regisseurin war für Bettina Braun der Dokumentarfilm „Was lebst du?“, den sie 2002 selbst zu drehen begann und mit Unterstützung des Kleinen Fernsehspiels des ZDF 2004 fertigstellen konnte. Danach entstanden zwei weitere Filme als Fortsetzung. Mittlerweile produziert sie auch Dokumentarfilme mit und ist nicht ausschließlich als Regisseurin tätig.

Ihr Wissen teilt Bettina Braun als Dozentin z. B. an der FH Lippe & Höxter. Sie rät, sich zu öffnen und Wissen abzugeben, denn das kommt zurück. Eine Haupteinnahmequelle, denn „Dokumentarfilm sucht seine Geschichte und das braucht Zeit – Zeit, die nicht honoriert wird.“ Zum Dokumentarfilm gehört nicht nur der Dreh, auch die Idee, der Zeitplan, das Budget, an das man kommen muss, der Dreh muss organisiert werden, nach dem Dreh folgen Postproduktion, Schnitt usw. Oft entstanden ihre Filme „in Personalunion“ als Kamerafrau, Regisseurin und Cutterin, was viele Situationen erst ermöglichte. Hinter die Kulissen des Dokumentarfilms kann man auch bei den Projekten dokyou http://dokyou.de/ und dokmal schauen. Für dokyou produzierte Bettina Braun 2009 den Film „Nick und Tim“ http://www.planet-schule.de/dokmal/vorhang_auf_film_ab/nick_tim/ .

Bye bye Selbsterfüllung, hello Handwerk“ – Ein zweiter Weg

Katharina Tillmanns wählte den Weg über ein Studium der Medien- und Theaterwissenschaften in Bochum. Dabei war aber auch immer der Drang praktisch zu arbeiten. Nach dem Bachelor wurde sie auch an der Filmschule in Köln angenommen. Aber Katharina Tillmanns machte deutlich, dass es nicht nur darum geht, an einer Filmhochschule die Form zu lernen, sondern auch das zu finden, was man erzählen möchte.

mfr-2013_0428Auf die Frage, ob man auch ohne an einer Filmhochschule angenommen zu werden zur Filmemacherin werden kann, antwortet Bettina Baum: „Wenn Sie wirklich Filme machen wollen, dann werden Sie da rein kommen, egal welchen Weg Sie wählen.“ Es gibt viele neue Studiengänge, nicht an Filmhochschulen, wo man praktisch arbeiten kann. Aber auch über die Theorie kann der Weg führen oder über Praktika in der Filmbranche. „Filme machen hat auch etwas mit Reife zu tun.“

An der ifs internationale filmschule köln merkte Katharina Tillmanns im Studium der Filmregie, dass sie sich doch eher für Geschichten aus der Welt als für fiktionale Stoffe interessiert. Ihr erster Film drehte sich dann um ihre Mutter. Die Frage dabei: „Wie muss ich in der Montage mit einer Person umgehen, damit sie auch für andere interessant ist?“ Dabei wurde ihr klar, dass darin eine große Verantwortung liegt. Häufig erzählen junge Filmemacher einen Film über Personen, die ihnen nahe stehen. Das funktioniert nicht immer, weiß Bettina Baum aus ihrer eigenen Erfahrung und warnt vor zu persönlichen Themen als erste Arbeiten.

Ihr Abschlussfilm „Der Boden unter den Füßen“ http://www.cgnfilms.de/WP/der-boden-unter-den-fusen/ erzählt die Geschichte von Menschen, die aufgrund des Braunkohlebergbaus umgesiedelt wurden. Als sie dort am Abgrund stand, merkte sie, „das ist meine Geschichte“ und machte trotz dokumentarischer Recherche einen fiktionalen Stoff daraus. Nach ihrem Abschluss konnte sie sich gar nicht richtig vorstellen in der Filmbranche zu arbeiten und war dann in einer PR-Agentur tätig. Dort lernte sie, Leuten Themen zu verkaufen und kam darüber wieder an die Arbeit an ihre eigenen Themen. Über Netzwerktreffen landete sie dann in der Games-Branche, für die sie sich derzeit auch mit einem Masterstudium qualifiziert.

Heute koordiniert sie die Öffentlichkeitsarbeit des Cologne Game-Labs und ist Leiterin der Abteilung Gaming & Interactive beim UFA Lab Cologne. Den Spieler selbst zum Kollaborateur zu machen, in einem Umfeld, das nicht komplett vorgegeben ist, das fasziniert sie. „Der Spieler macht quasi seine eigene Montage.“ Im Film ist dies nicht so möglich, erläutert Tillmanns. Ihr nächstes Projekt wird ein Spiel, das sie dieses Jahr in Frankreich produzieren möchte. Außerdem interessiert sie sich dafür, wie eine angemessene Analogie von Dokumentarfilm und Games jenseits der serious games aussehen kann.

Am Ende macht Katharina Tillmanns Mut: „Natürlich hatte ich nach dem Filmstudium das Gefühl, gescheitert zu sein, nachdem ich nicht beim Kleinen Fernsehspiel gelandet bin. Aber jetzt bin ich beim Thema Games ganz vorne, wo man auch etwas Neues machen kann.“

Das Fazit: Viele Wege führen zum Traumberuf in den Medien

 

Cathrin Bengesser

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Mrz 132013
 

mfr-2013_0348Nach der Mittagspause stellen Julia Christophers (Turtle Entertainment) und Katarina Peranic (Stiftung Bürgermut) den Beruf des / der Social Media Managers/-in vor. Während Peranic sich beruflich im sozialen und Non-Profit-Bereich engagiert, ist Christophers in der Gaming- und eSports-Branche zu Hause.

Peranic arbeitet für die Stiftung Bürgermut, die 2007 gegründet wurde und sich die Förderung lokal verwurzelten, sozialen Engagements auf die Fahnen geschrieben hat. Auf einer Plattform mit dem Titel „Weltbeweger“ werden vorbildhafte Menschen und Projekte vorgestellt, die so aus dem lokalen Engagement heraus möglichst globale Bekanntheit und Wirksamkeit erreichen sollen.
Zusätzlich zu dieser Plattform gibt es ein Digitalmagazin, das unter dem Titel „Enter“ unterschiedlichste Aktivist/-innen aus ganz Deutschland vorstellt und in jeder Ausgabe ein Schwerpunktthema beleuchtet. Da diese Themen variieren, spricht das Magazin eine große Bandbreite an Zielgruppen an.
Neben diesen Tätigkeiten gehört auch die Koordination von Offline-Aktivitäten zu Peranics Job. Auf sogenannten „Online Transfer Camps“ können beispielsweise Workshops angeboten und Möglichkeiten zur Vernetzung zwischen Engagierten und Unternehmer/-innen genutzt werden.

Peranic selbst ist studierte Politologin, die über persönliche Kontakte zum Gründer der Stiftung in ihren Beruf hereingekommen ist. Sie gab der Stiftung wesentliche Impulse, um mit ihren Aktivitäten möglichst stark ins Web zu gehen.
Über die unterschiedlichen Social Media-Angebote der Stiftung werden so tagtäglich etwa 8000 Menschen erreicht. Für diese muss Content bereitgestellt werden, der zudem der jeweiligen Zielgruppe angepasst werden muss: „Die Tonalität spielt immer eine Rolle.“
Diese Inhalte müssen täglich recherchiert und ansprechend präsentiert werden; es gilt, die Communities kennenzulernen und mit diesen im Gespräch zu bleiben. Dabei steht laut Peranic über allen Aktivitäten das Motto: „Content is king.“
Neben diesem inhaltlichen Fokus liegt es auch in der Verantwortung des/der Social-Media-Managers/Managerin, den Erfolg der eigenen Strategie im Blick zu behalten (sog. „Monitoring“). Während der Beruf also einerseits Kompetenzen aus dem Bereich des Online-Journalismus  verlangt, lässt er sich jedoch keineswegs darauf reduzieren: „Social Media ist ganz oft eine Querschnittsaufgabe“, betont Peranic.

mfr-2013_0333Julia Christophers sorgt zu Beginn ihres Vortrags für große Überraschung, als sie den Teilnehmerinnen eröffnet, dass die Gaming Industrie eine beeindruckende Wachstumsbranche ist. Wer also gerne im Medienbereich arbeiten möchte, sollte den Gaming- und eSports-Sektor nicht übersehen, denn: „Wir sind an einem Punkt angelangt in Europa, wo die Gaming Industrie mehr Umsatz macht als die Filmindustrie.“ Die größten Firmen innerhalb dieser Branche sitzen zudem in Deutschland, insbesondere in Köln – also beste Voraussetzungen für die Medienfrauen von morgen.

Christophers selbst ist von Anfang an dabei und machte ihre Leidenschaft, das Computerspielen, nach und nach zum Beruf. Um sich abzusichern, studierte sie zudem Medien- und Kulturwissenschaften sowie Anglistik und Germanistik.
In ihren Augen ist es wichtig, der Gaming-Branche eine Chance zu geben, um möglicherweise in andere Bereiche einzusteigen, denn hier kann man sich ausprobieren: „Man darf die Gaming-Industrie als Arbeitgeber nicht außen vor lassen, wenn man in alle großen Bereiche einmal hineinschauen möchte“. Ihre Firma, Turtle Entertainment, ist auch ein Ausbildungsbetrieb und stellt gerne ein; Informationen gibt es auf: http://www.turtle-entertainment.com/career/.
Dabei achtet das Unternehmen auf eine sozialverträgliche und faire Unternehmenspolitik: „Man ist Teil des Teams“, so Christophers, und: „Wir haben gar nicht die Zeit, jemanden als Arbeitssklaven zu halten. Wir schreiben keine Praktikantenplätze zum Spaß aus, sondern nur, wenn wir Personal brauchen.“
Die Firma hat sich zudem auf die Bachelor-/Master-Studiengänge eingestellt und bietet deshalb beispielsweise dreimonatige Praktika an; auch Quereinsteiger/-innen sind willkommen, denn – und dies betont auch Peranic – der Blick von Fachfremden kann mitunter sehr bereichernd sein kann, denn sie urteilen frei von jeglicher Betriebsblindheit.

Christophers hat die Firma viele Jahre lang international vertreten und empfiehlt den PR-Bereich  deshalb als Geheimtipp für all jene, die abseits von Zeitung, Fernsehen und Radio journalistisch arbeiten wollen. Mitunter lohnt es sich für den Einstieg, nach einem spannenden Unternehmen zu suchen und für dieses PR zu machen – das kann genauso eine NGO wie der Supermarkt um die Ecke sein: „Auch Äpfel und Birnen wollen vertreten werden.“
Auch Peranic betont, dass die Medienfrauen von morgen nicht nur in die klassischen Medienberufe schauen sollten, wenn es um Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten geht.

mfr-2013_0332Auch in diesem Workshop taucht natürlich die Frage nach dem möglichst kurzen und erfolgreichen Weg in die Medienwelt auf. Sowohl Christophers als auch Peranic plädieren dafür, anderweitig Qualifikationen zu erlangen und den Weg in die Sozialen Medien vor allem über Praxiserfahrungen zu beschreiten. Laut Christophers war ihr Studium wichtig, um den eigenen Horizont zu erweitern und eine Persönlichkeit zu entwickeln; danach ist ein Quereinstieg immer noch möglich, mitunter hat man damit sogar bessere Chancen. Man sollte eine gute Universität wählen und nach der persönlichen Präferenz gehen.
Auch Peranic betont die Wichtigkeit einer fachlichen Expertise, die man mitbringt. Social Media als Berufsfeld bedeuten jedoch „Praxis, Praxis, Praxis“ – diese kann mitunter wichtiger sein als Studienerfahrung. Wie lange das jedoch noch so geht, wird sich zeigen, denn auch die Social-Media- Branche ist dabei, sich immer stärker zu professionalisieren.

Obwohl beide Referentinnen aus sehr unterschiedlichen Bereichen kommen, vermitteln sie den Workshop-Teilnehmerinnen doch denselben, wichtigen Tipp: Oft lohnt es sich, kleiner anzufangen – etwa in einer Non-Profit-Organisation oder einem mittelständischen Unternehmen – denn hier bieten sich, anders als in Großkonzernen, Möglichkeiten, sich stärker auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen. Oft ist das Arbeitsumfeld dort auch angenehmer und es bieten sich noch Möglichkeiten, um aufzusteigen. Außerdem ist das persönliche Engagement ein wichtiger Grundpfeiler, aus dem durchaus Karrierechancen entstehen können: „Engagiert euch, probiert euch aus!“, ist deshalb die abschließende Botschaft der beiden.

 

Maria Roca Lizarazu & Lucia Eskes

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Mrz 132013
 

mfr-2013_0324Priya Bathe und Christina Wandt stellen unterschiedliche Arbeitsbereiche im Journalismus vor.
Als erstes geht es um den Weg in die Freiberuflichkeit.

Priya Bathe (Freie Journalistin)
Als Einstieg weist Bathe darauf hin, dass 70 Prozent aller Journalisten Freiberufler sind, und zeigt eine Präsentation mit zahlreichen Informationen.

„Freiberuflich zu arbeiten bedeutet den Schritt in die Unternehmensgründung.“
„In die Künstlersozialkasse zahlt man abhängig von dem ein, was man erwirtschaftet, und ist durchgehend versichert.“
„Wichtig ist, dass ihr euch in irgendeinem Bereich zum Experten macht.“
„Wichtig ist auch, dass man bestehende Kontakte zu Redaktionen auch aufrecht erhält. Die persönlichen Kontakte sind wahnsinnig wichtig.“

Buchtipp: Das WDR-Dschungelbuch http://www.wdr-dschungelbuch.de/

Zunächst geht es um die Berufsvoraussetzungen:

Abgeschlossenes Studium
Der klassische Weg:

  • Praktika
  • Studentenjob
  • Volontariat

Der “steinige” Weg

  • Freie Autorentätigkeit
  • Förderprogramme (WDR Talentwerkstatt)
  • Hospitationen
  • Trainee

Wichtig ist es, bei beiden Wegen Arbeitsproben zu generieren!

Um eine Volontariatsstelle im Rundfunk zu bekommen, müssen alle Bewerber ein Assessment Center durchlaufen. Das AC setzt sich aus drei Runden zusammen:

  1. Runde: Reportage einreichen,
  2. Runde: Wissenstest,
  3. Runde: Gespräch vor Kommission.

Das Volontariat ist trimedial und dauert 18 Monate.

Im zweiten Schritt geht es um Informationen zur Betriebsgründung:

  • Hinzunahme eines Unternehmensberaters für Medienberufe (Frank Böhm),
  • Information über Gründerzuschuss Arbeitsamt,
  • Auseinandersetzung mit Steuernummer, Finanzamt, Umsatzsteuer etc.,
  • Suche eines Steuerberaters,
  • Anmeldung bei Künstlersozialkasse,
  • Anmeldung beim Presseversorgungswerk.

Wichtig ist zu wissen: Selbstständigkeit heißt Unternehmertum

Im dritten Schritt geht es um die Notwendigkeit, Aufträge zu generieren:

  • Fachgebiete bilden,
  • Newsletter breit gefächert sowie im Spezialgebiet abonnieren,
  • bestehende Kontakte zu Redaktionen aufrechterhalten,
  • Blindangebote an Redaktionen schicken,
  • feste freie Tätigkeiten anstreben,
  • persönliche Kontakte stärken, denn diese öffnen Türen.

Vorteile der Öffentlich-Rechtlichen sind:

  • Honorare sind fest geregelt
  • Ab 42 Tagen Beauftragung im Laufe der zurückliegenden sechs Monate erhält man Anspruch auf 30 Urlaubstage, Urlaubsgeld, Krankengeld etc.

Buchtipp: Das WDR Dschungelbuch (http://www.wdr-dschungelbuch.de)

Als interessante Netzwerke und Verbände werden benannt:

 

Frage aus dem Publikum: Was spricht gegen eine Festanstellung?
Es gibt kaum Festanstellungen im Bereich des Journalismus. Insofern ist es ein Muss, sich mit oben Genanntem auseinanderzusetzen.

Christina Wandt (WAZ)
mfr-2013_0362Wandt hat studiert und währenddessen für die Studentenzeitung gearbeitet. Hinzu kamen ein Auslandsaufenthalt und nach Abschluss des Studiums ein Praktikum in der Lokalredaktion (Pauschalistenstelle, Feste Freie, Stadtteilzeitung). Anschließend ging es zum Volontariat zur WAZ. Wichtig waren immer Arbeitsproben. Dem folgten diverse Stellen sowohl in der Lokalredaktion als auch im Berliner Büro der WAZ.  

Nach dem Praktikum in der Essener Lokalredaktion der WAZ kam Christina Wandt an eine Pauschalistenstelle, also als feste Freie. „Ich habe ganz, ganz großes Glück gehabt.“ Danach absolvierte sie ein Volontariat.

Arbeitsproben: „Ein ganz wichtiger Punkt ist, viele Artikel zu haben, um zu zeigen, dass man eine gewisse Bandbreite abdeckt.“

Während es in der Großstadt zu viele Themen gab, war das in der Provinz anders. „Man muss offen sein, sehr beweglich und auf die Leute zugehen.“

„Die großen Ressorts sollte jeder kennengelernt haben.“

Im Berliner Büro der WAZ teilten sich die drei Korrespondenten auf die verschiedenen Ministerien auf. „Hier muss man sich schon spezialisieren.“

„Da war mein Tageswerk auch erst einmal, die Süddeutsche, die FAZ und auch die BILD durchzuarbeiten. Das ist völlig anders als im Lokaljournalismus. Dort ist man vor Ort die Hoheit.“ In der Bundespressekonferenz können 100 Kollegen noch wenig sein.

In ihrer Zeit in London musste sie auch wieder alles machen „Da muss man in der Lage sein, über die politischen Entscheidungen zu berichten, aber auch Ereignisse im Königshaus einordnen können.“ „Deswegen muss man auch diese Wissenstests machen. Das sind keine Schikanen.“ Das muss man dann aktuell wissen, ohne zu googeln.

mfr-2013_0410Tageswerk war dabei immer das Studium aktueller Zeitungen wie bspw. Süddeutsche Zeitung, FAZ, Bild-Zeitung etc. Zudem ist es wichtig, ein Profil in der Redaktion zu haben und somit in Erinnerung zu bleiben. Kontakte sind notwendig, die Arbeitszeiten sind häufig rund um die Uhr. Dementsprechend ist die Familienfreundlichkeit nicht hoch und der Wiedereinstieg entsprechend schwierig. Auch ist es notwendig, alle Themen zu machen von Politik bis Tratsch.

Im Anschluss nennt Wandt Fragenbeispiele für den Wissenstest im Rahmen des Assessment Centers. Die Fragengebiete sind vielfältig aber machbar, vorausgesetzt, dass man regelmäßig Zeitungen liest und sich auf den Test vorbereitet. Die Fragebögen gibt es im Internet.

Beispielfragen:

  • z. B. zum Mars-Roboter Curiosity.
  • Wo sind die nächsten olympischen Spiele?
  • Wer ist der nordrhein-westfälische Finanzminister?

PB: Man muss sich mit regionalen Spezifika der Redaktion auskennen.

CW: „Man muss das beantworten können, wenn man im letzten halben Jahr aufmerksam Zeitung gelesen hat.“ „Wenn man da schlecht ist, wäre das schon ein Ausschlusskriterium.“

„Es gibt bei uns immer wieder angehende Volontäre, die sagen, sie lesen keine Zeitung. Das ist sehr, sehr schlecht.“

PB: Wissenstest WDR und Deutsche Welle: „Ich hatte eine Tapetenwand Mindmaps.“ „Man muss auch dann Sportsachen wissen, wenn man sonst eine absolute Sportniete ist.“

Frage:
Print scheint ein aussterbendes Medium zu sein. Wäre es also evtl. sinnvoller, sich im Onlinebereich zu bewerben?

Wandt: Die Zeitungskrise ist da und es wird deutlich gekürzt. Man muss zudem auch immer  online arbeiten.
Bathe: Der Printbereich ist immer noch klasse, das Praktikum ist wichtig, die Bezahlung ist jedoch sehr unterschiedlich von Print und bspw. Hörfunkbeitrag.

Frage:
Wann sollte man sich für ein Volontariat bewerben?

Wandt: Die normale Altersspanne ist zwischen 24 und 30 Jahren. Den einen Weg gibt es jedoch nicht, auch eine frühere Bewerbung kann erfolgreich sein. Wichtig ist, dass man praktisch und selbstständig arbeiten kann. Man kann immer überzeugen mit dem, was man macht!

Wandt: Je nach Thema ist es vielleicht schwierig, wenn man sehr jung ist, aber es gibt auch Themen, die man besonders gut als junger Mensch bearbeiten kann. Zunächst einmal sollte man die Redaktion um eine Einschätzung bitten.

Frage:
Gibt es Teilzeitpraktika?
Wandt:  Eigentlich nicht, da man in den Redaktionen Leute braucht, die immer verfügbar  und entsprechend von morgen bis abends einsetzbar sind.

Frage:
Fernsehen als Arbeitsstelle. Wie kommt man dorthin?

Bathe: Bezüglich des Fernsehens führt kein Weg am Volontariat vorbei. Man muss flexibel sein.
Bathe: Das Handwerk ist wichtig!

Frage:
Kann  man auch ein Praktikum bei der Zeitung machen in der Schulzeit?

Wandt: Eigentlich nicht. Das Vorbeigehen in Redaktionen lohnt sich hier jedoch manchmal. Selbstständigkeit ist wichtig. Denn Zeitdruck ist immer da. Praktikum ist kein betreutes Arbeiten.

Frage:
Wie sieht es mit der Praktikumsdauer aus?

Wandt: Bei Schülern beträgt die Praktikumszeit zwei Wochen, ansonsten ist ein Monat plus sinnvoll.

Bathe: Schreibt und wenn es nur ein eigener Blog ist. Informiert Euch, wo man etwas  machen kann mit dem Ziel, Arbeitsproben zu bekommen.

Wandt: „Vor nix fies sein.“ Für alle Themen Engagement einbringen.

Frage: Ich habe keine Erfahrungen im Handwerk Film und Radio. Gibt es Möglichkeiten, hier reinzuschauen?

Bathe: Der WDR bietet Hospitationen an, zudem sind Blindbewerbungen immer wichtig und auch häufig erfolgreich. Nehmt die WDR-Website als Infoquelle.

Es lohnt sich.
Flexibilität wird auch künftig immer wichtiger.
Selbstständigkeit wird immer gängiger.

CW: „Es ist immer total wichtig, dass man sich bekannt macht.“

CW: „Unser tägliches Geschäft ist es, Texte sehr, sehr schnell zu schreiben.“

PB: „Ganz wichtig ist wirklich: schreibt! Auch wenn es nur ein Blog ist.“ „Arbeitsproben sind das A und O.“

CW: „Auch kleine Texte zählen bei uns furchtbar viel“, z. B. die „Frage des Tages“.

PB: „Blindbewerbung kann funktionieren. Das passiert ganz, ganz oft.“

PB: „30 Prozent vom Honorar zur Seite legen, das ist die Steuer; 20 Prozent sind die Sozialabgaben.“

 

Cathrin Bengesser & Julia Wilms

 Posted by at 15:20
Mrz 132013
 

mfr-2013_0305Vor der Karriere in der Medienbranche steht die Ausbildung. Welche Voraussetzungen man mitbringen muss, welche Erfahrungen man machen sollte und unter welchen Bedingungen man zur erfolgreichen Medienfrau wird, das erklären die Teilnehmerinnen des zweiten Panels.

 

 

Wer in die Medien will, sollte auch nach links und rechts schauen

Klassisch führt der Weg in redaktionelle Tätigkeiten über Medien- und Kommunikationswissenschaften, erklärt Bettina Baum vom KoordinationsCentrum „Ausbildung in Medienberufen“ bei der sk stiftung jugend und medien. „Aber auch außerhalb der kreativen Berufe gibt es Profile, die eine interessante Laufbahn bereit halten und die gefragt sind“, betont die Expertin in der „Lebenslaufplanung“. Die eher technischen Berufe, z. B. die Ausbildung zum Fachinformatiker, werden von weiblichen Azubis nicht so wahr genommen. So auch bei Tontechnik und -aufnahme, was man z. B. an der Fachhochschule studieren kann.

mfr-2013_0235„Gerade in Berufen mit einem technischen und gestalterischen Profil gibt es offene Stellen – auch zeichnen sich diese durch einen geringeren Anteil an Frauen aus“, so Bettina Baum. Ebenso macht sie deutlich, dass sich die Branche permanent wandelt, gerade durch den Einfluss neuer digitaler Technologien. Auch hier gilt es links und rechts von den klassischen journalistischen Tätigkeiten zu schauen: Neue Formate müssen auch im kaufmännischen oder technischen Bereich kreativ entwickelt werden. „Gerade die neue Entwicklungen bieten vielseitige und zukunftsträchtige Berufsbilder“, so Bettina Baum. Die Moderatorin, Bella Lesnik, ergänzt aus ihrem Alltag: „Auch technische Aspekte gehören zu vielen Jobs – so muss auch ich in meinem Beruf als Moderatorin die Technik (wie etwa das Mischpult) bedienen können.“

mfr-2013_0246Auf der „klassischen“ journalistischen Seite stehen Maren Bednarczyk und Katja Vossenberg, die im Rahmen ihres Journalistikstudiums an der TU Dortmund derzeit ihr Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) absolvieren. Ihr Weg ins beliebte WDR-Volo führte über die TU Dortmund, die geeignete Kandidaten vorschlägt, u. a. auf Grundlage ihrer Arbeit in den Lehrredaktionen. Im Assessment-Center beim WDR müssen die Kandidat(inn)en Redaktions- und Nachrichtenaufgaben, im Team und alleine lösen. Katja erklärt: „Man muss zeigen, wer ist man, was macht man und steht man zu den Dingen, die man bisher gezeigt hat“. Wer aus anderen Bereichen oder von anderen Universitäten als der TU Dortmund kommt, muss noch einige Schritte mehr absolvieren, aber auch hier muss der Weg nicht schnurstracks zum Radio oder Fernsehen führen. In ihrem Ausbildungsjahrgang haben die beiden auch Leute mit Erfahrungen im Printbereich. Wer sich im Auswahlverfahren bewiesen hat, zieht dann wie Maren, die gerade im WDR-Regionalstudio Essen ist, mit dem Aufnahmegerät oder der Kamera los, aber man lernt auch den Alltag eines Redakteurs kennen. Dass da der Tag auch schon mal um Viertel nach Vier beginnt, durfte sie dabei auch schon erfahren. Dennoch stand für sie schon früh fest, wo sie hin will: „Journalismus zählte schon immer zu meinem Interesse. Ich fand Benjamin Blümchen immer nicht so gut und eher stand ich auf Karla Kolumna.“
Insgesamt gebe der WDR seinen Volontären sehr viel Raum, sich auszuprobieren, z. B. bei einer Live-Schaltung oder einer Übertagung aus dem Ü-Wagen, schwärmt Katja. „Das Unternehmen nimmt sich wirklich Zeit, den Nachwuchs auszubilden. Uns wird viel ermöglicht, wir können uns vielseitig ausprobieren.“

mfr-2013_0271Auf 25 Jahre Berufserfahrung im und mit dem Fernsehen blickt Elisabeth Neumann zurück, die nun als Ausbilderin und Coach das „Fernsehmachen“ lehrt, angefangen von der Recherche, Moderation, über die Dramaturgie bis hin zu rechtlichen Aspekten. Ist der Weg ins Fernsehen erst einmal gefunden, geht es darum, gutes Handwerk zu lernen und sich auszuprobieren. Sie rät, die erste Beschäftigung, z. B. das Volontariat, dazu zu nutzen, in vielen Bereichen Erfahrungen zu sammeln. Stammen diese auch von einer guten Adresse, hat man es später als freier Mitarbeiter leichter, wenn es darum geht, Eigenmarketing zu betreiben.
„Das wichtigste, um an einen Job zu kommen, ist das Netzwerk, aber auch als Neuling eine Stellung zu halten und die Chance sich auszuprobieren – einfach mal was für die Tonne zu produzieren. Hierfür sollten die Arbeitgeber einem Raum geben. Die heutige Problematik besteht aber darin, dass die jungen Menschen immer mehr leisten müssen, der Druck ist viel höher als früher. Man sollte aber immer bei seinem Lebenslauf auf den eigenen Marktwert achten.“

mfr-2013_0299Andrea Ernst bereitet ihre Studierenden auf die Arbeit im Bereich Medientechnologie vor. Man kann sich dort z. B. auf Postproduktion wie Animation, Trailer etc. spezialisieren. Auch sie betont, dass die technischen Jobs ebenso kreativ sein können. Auch wenn man die IT-Kenntnisse natürlich erst erwerben muss.
Dass nicht nur Medien- oder Kommunikationswissenschaften in die Medien führen, macht auch sie deutlich. Sie lehrt an der Fachhochschule in Wien Grundlagen des Journalismus. Auch auf ganz andere Fachrichtungen kann man ein Volontariat setzen und z. B. auch als Biologin, Medizinerin oder Juristin zum Fachjournalisten werden. Die Lust am Fach sollte man dann journalistisch vermitteln. Sie verdeutlicht: „Neben dem entsprechenden Studium sind auch andere Einstiege möglich. Aber auch Fachleute, die ein Volontariat anschließen, haben ebenso große Chancen. Die erste Studienrichtung muss nicht unbedingt etwas mit Medien zu tun haben. Wichtig ist, dass man eine Linie hält. Hierbei ist das Entscheidende die Neugier und die Lust, ein bestimmtes Fach zu erlernen und dies medial bzw. journalistisch zu transportieren – das macht guten Journalismus aus.“

Die Fragen der angehenden Medienfrauen

Die Panelteilnehmerinnen ermutigen eine Germanistikabsolventin, die es nicht ins Volontariat bei 1LIVE geschafft hat. Bettina Baum schlägt vor, sich auch in Richtung PR und Kommunikationsabteilungen von Industrieunternehmen zu orientieren. Elisabeth Neumann entzaubert das „Du“ der Medienbranche, das erst einmal nichts zu bedeuten hat. Denn es ist einfach branchenüblich, aber kein Zeichen für eine Chance oder ein gutes Betriebsklima.
„Ein ‘Du’ sagt noch nichts darüber aus, ob man einen Job kriegt oder ob man ein gutes Berufsklima hat – es hat weniger zu bedeuten als man denkt.“ Auch Bella Lesnik hat einen Ordner von Absagen zu Hause. Auch sie hat ganz Radiodeutschland mit ihren Bewerbungen abgedeckt. „Wenn man eine Absage bekommt, muss das noch lange nicht das Ende für den Berufswunsch sein.“

mfr-2013_0198Auf die Frage, ob man Journalismus studieren soll oder lieber etwas anderes oder noch ein zweites Fach, bekommt man viele unterschiedliche Antworten. Die beiden Journalistikstudentinnen von der TU Dortmund haben jeweils ein Nebenfach gewählt. Aber Maren warnt davor, dass man sich dadurch auf ein Ressort, z. B. Sport, festlegen lässt. Genauso existiere aber auch die Meinung, Journalismus sei ein Handwerk, das man nicht zu studieren braucht. „Es gibt kein Allround-Antwort für eine Jobempfehlung – es sind hier ganz persönliche Eigenschaften gefragt, die dann auch wieder den Erfolg ausmachen“, so Bettina Baum.
Auf einen Punkt bringt es Elisabeth Neumann: „Das Schlüsselwort ist Leidenschaft.“ Für sie ist es entscheidend, den Berufswunsch praktisch in Auge zu fassen. Wo liegen die Interessen in den Tätigkeiten?

Ist es wichtig einen Master zu machen oder ist es vielleicht besser, nach dem Bachelor gleich in die Medien zu gehen?
Der Bachelor ist der erste berufsqualifizierende Abschluss und sehr auf eine unmittelbare Verwertbarkeit ausgerichtet. Aus ihrer Erfahrung mit Unternehmen berichtet Bettina Baum, dass es vor allem beim konzeptionellen und journalistischen Bereich mit dem Master leichter ist. Geht es eher um technische Fertigkeiten, kann der Weg auch über den Bachelor führen. Bei der RTL-Journalistenschule haben die die besten Chancen, die einen Masterabschluss und Praxiserfahrungen aus Praktika oder freier Mitarbeit haben, weiß Elisabeth Neumann zu berichten. Bereits während des Studiums zu publizieren, hält auch Andrea Ernst für sehr wichtig. Am wichtigsten sei aber die Neugier auf die Welt und seine Themen. „Die Primärqualifikation ist Neugier. Ich muss neugierig sein, wie die Welt funktioniert, neugierig auf Menschen sein und interessiert daran, wie die Welt sich entwickelt. Die Freude und das Mühsal sollten unbedingt eng beieinander liegen“, so Elisabeth Neumann.
Wenn man schon Erfahrungen hat, sagt sie, weiß man, ob das wirklich der Bereich und die Aufgabe ist, an der man Freude hat.

Tipps für die Medienfrauen der Zukunft

mfr-2013_0295Zum Abschluss geben die Medienfrauen Tipps. Für Maren sind Reden und Zuhören sind die wichtigsten Eigenschaften, die man mitbringen sollte. Weiß man, dass man in diese Richtung will, soll man durch Praktika in verschiedene Redaktionen schnuppern und immer am Ball bleiben.
Maren: „Man sollte neugierig und offen sein. Überraschungen kommen auf einen zu, hierfür sollte man offen sein und am Ball bleiben.“ Auch mit professioneller Kritik muss man nicht nur umgehen können, sondern auch von ihr lernen können, rät Katja.

Elisabeth Neumann appelliert noch einmal an die Leidenschaft und Freude der jungen Journalistinnen. „Die Kompetenzen prägen sich von alleine aus, aber Leidenschaft und Freude sind entscheidend.“
Man hat ein ganzes Berufsleben vor sich, die Zeit ist zu lang, um nicht mit Freude bei der Sache zu sein. Man sollte sich fragen: Reicht diese Leidenschaft aus, um mich z. B. auch für Überstunden zu motivieren? Genauso sieht es Andrea Ernst. Aber sie warnt auch davor, die erste Berufsentscheidung für zu „entscheidend“ zu halten. Man wird im Laufe seiner Berufstätigkeit etwa fünf unterschiedliche Berufe haben, die sich zwar ähneln, aber unterschiedliche Seiten, Anstellungsformen oder Themen haben können.

„Lesen, sich orientieren, immer fragen, immer (neu) ausprobieren, hineinschnuppern. Man muss wissen, ob die Branche und das Arbeitsumfeld zu einem passt. Hierfür ist die Orientierung sehr wichtig“, so Bettina Baum. Sie gibt den angehenden Medienfrauen auf den Weg, dass man nicht nur nach den journalistischen Berufen schauen sollte. Man sollte sich erst einmal in der unglaublich weiten Medienbranche orientieren und sich über Praktika auszuprobieren, um in unterschiedliche Branchen und Tätigkeitsbereiche hineinzuschnuppern. Über verschiedene Berufsprofile informieren  kann man sich z. B. bei medienkarriere.nrw.de, einer Plattform, die über Ausbildungs- und Studiengänge in der Medienwelt Nordrhein-Westfalens informiert.

Die Moderatorin und bereits erfolgreiche Medienfrau Bella Lesnik schließt das Panel mit den Worten: „Macht was aus eurer Zukunft – vielleicht ja auch was mit Medien.“

 

Cathrin Bengesser & Nicole Riechert

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Mrz 132013
 

Medienfrauen NRW 2013

mfr-2013_0040Wenige Tage nach dem diesjährigen Frauentag starten am 13.03. um kurz nach halb zehn die Medienfrauen NRW 2013 im Kölner Veranstaltungszentrum KOMED. Auch in diesem Jahr geht es um erfolgreiche Frauen in den Medien und die Wege, die sie dorthin geführt haben.

Den Anfang macht an diesem Tag Uwe Kammann, seines Zeichens Direktor des Grimme-Instituts, der betont, dass insbesondere seit der Jahrtausendwende viel in Bewegung gekommen sei: Es gibt im Mediengeschäft mittlerweile viele große Persönlichkeiten mit dem „eindeutigen Vorzeichen weiblich“. Gerade in diesen Branchen seien Frauen besonders erfolgreich, so Kammann. Das Spektrum der möglichen Tätigkeiten und Wege sei dabei viel weiter gefasst als noch vor zehn Jahren, dies ist in den Augen Kammanns aber durchaus auch kritisch zu beleuchten.

 Es folgt Angela Spizig, Bürgermeisterin der Stadt Köln, die in der „Stadt der starken Frauen” tätig ist. Heute ist Köln zudem eine Medienstadt, in der viele erfolgreiche Frauen unterwegs sind: Editorinnen, Produzentinnen, Moderatorinnen, Drehbuchautorinnen – das Spektrum ist groß, betont auch Spizig.

mfr-2013_0057Am Beispiel zweier Fernsehproduktionen verdeutlicht Spizig, dass Frauen ihre Karriere nicht länger mit einem geschmälerten Privatleben bezahlen sollten – Beruf und Familie lassen sich nach wie schwer vereinen, hier muss sich etwas ändern. Es geht darum, „dass Frauen alles machen können, ohne dass das Privatleben darunter leidet“, daran knüpft sich auch eine politische Agenda. Wichtig sei es für angehende Medienfrauen auch, „ihrer Neigung zu folgen“; es gilt mutig zu sein und nicht immer nur den geraden Weg zu wählen: „Wir sind 50% der Gesellschaft und so wollen wir auch behandelt werden“

Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, weist in ihrer Eröffnungsrede ebenfalls darauf hin, dass nicht immer der geradlinige Weg ans Ziel führt, auch Sackgassen können Erfahrungen und Ideen bereithalten.

mfr-2013_0089Auch die Ministerin betont, dass für Frauen nach wie vor „viel im Argen“ läge: Neben zahlreichen Gewalttaten gegen Frauen stehen Beispiele struktureller Diskriminierung, etwa durch mangelnden Zugang zu Bildung.

Obwohl solche Extrembeispiele zunächst weit entfernt zu sein scheinen, ist auch bei uns in Deutschland noch viel zu tun, denn viele Entwicklungen gehen auch hierzulande nur schleppend voran. Wenn der Fortschritt also nicht von alleine kommt, stellt sich zwangsläufig die Frage nach einer Quote. Dabei darf die Quote laut Dr. Schwall-Düren keineswegs als unrechtmäßige Beschleunigung des Karrierewegs gesehen werden, viel mehr geht es darum, Vorurteile zu durchbrechen, die dafür sorgen, dass „Frauen von den guten Stellen ferngehalten werden“.

Während sich durch eine Quote sicherlich einiges zum Besseren verändern lässt, sind jedoch auch die Mädchen und jungen Frauen selbst gefragt: Viel zu häufig wählen sie noch „typisch weibliche Berufe“ – woran liegt das?

Diese Problematik setzt sich fort, wenn Frauen im Schnitt um 22% schlechter bezahlt werden als Männer. Obwohl dieser Unterschied schrumpft, ist er noch lange nicht verschwunden.

Während bei vielen dieser Probleme die Politik gefragt ist, sind auch gesellschaftliche Debatten über diese Themen von größter Wichtigkeit, wie sie zum Beispiel durch eine Veranstaltung wie die Medienfrauen angestoßen werden.

Nicht zuletzt ist auch jedes Mädchen / jede Frau selbst gefragt: „Wählen Sie klug“, denn Entscheidungen am Berufsanfang können weitreichende Folgen haben, darum gilt: „Hören Sie zu und fragen Sie nach!“

“Machen Sie sich klar, dass Sie jetzt Entscheidungen treffen, mit denen Sie auch noch in 30 Jahren zufrieden sind. Seien Sie klug. Machen Sie sich schlau, hören Sie zu und fragen Sie nach.”

Auf diese Eröffnungsreden folgt im Anschluss das Panel 1, das sich „erfolgreichen Frauen in den Medienbranchen“ widmet.

  • Pia von Houwald / E-Plus

  • Petra Kohnen / Deutsche Welle Akademie

  • Kim Lenar / BILD

  • Claudia Pelzer / crowdsourcingblog

 

Frage Lesnik: Wie sieht der typische Arbeitstag aus?

mfr-2013_0176Lenar: Der Tag beginnt mit dem Lesen von Zeitungen, Agentursmeldungen etc., um sich ein möglichst umfassendes Bild zu machen. Es folgt eine Konferenz, in der die Ressorts ihre wichtigsten Meldungen vorstellen. Danach kommen zahlreiche weitere Konferenzen, in denen es darum geht, „das Blatt zusammenzustellen.“. Der Tag ist also mit Gesprächen und Bastelarbeiten gefüllt. Ab dem Nachmittag wird dann die eigentliche Zeitung zusammengestellt, die bis nachts um halb eins fertiggestellt sein muss. Die Tage sind grundsätzlich voll und anstrengend und enden selten pünktlich.

Kohnen: „Ich arbeite immer“, deshalb kann Kohnen keine festen Tagesabläufe vorweisen. Durch ihre unterschiedlichen journalistischen Tätigkeiten war sie stets viel unterwegs, Arbeitszeiten von neun bis fünf gibt es für sie nicht. Durch ihre Arbeiten im Ausland – momentan in Ägypten – hat sie sich mitunter auch in gefährliche Situationen begeben (müssen).

Von Houwald: Von Houwald nimmt sich früh am Morgen Zeit für sich selbst, indem sie joggen geht, danach versorgt sie ihre Kinder. Fürs Büro gilt: „Es gibt keinen Tag, der dem anderen Tag gleicht“, jeder Tag beginnt unterschiedlich: Manchmal geht es um das Prüfen von Verträgen oder die Entwicklung von Tarifmodellen, während an anderen Tagen ganze Geschäftsmodelle entwickelt werden müssen. Von Houwald selbst findet das Dasein als Frau im Berufsleben nicht schwierig, in ihrer Abteilung beläuft sich das Verhältnis von Frauen und Männern auf 50/50. „Ganz bestimmt“ gibt es in von Houwalds Augen Bereiche, in denen eine Quote nötig ist, jedoch sollte diese nicht pauschal verordnet werden – für von Houwald ist es im Beruf grundsätzlich nicht von Nachteil, eine Frau zu sein: „Ich würde nichts davon missen müssen“, sagt sie abschließend.

Pelzer: „Das einzge, was es bei mir nicht gibt, ist ein typischer Tag.“ Pelzer arbeitet an unterschiedlichen Orten mit sehr unterschiedlichen Menschen und muss sich schnell um- und einstellen können, wichtig für ihre Arbeit ist die ständige Verfügbarkeit des Internet.

Frage Lesnik: Wie kommt man dahin, wo man ist?

mfr-2013_0129Kohnen: Wollte eigentlich Lehrerin werden, hat Chemie studiert, nebenbei Anglistik/Philosophie; Referendariatsplätze waren jedoch knapp, deshalb entschied sich Kohnen zusätzlich für ein Studium der Kommunikationswissenschaft, über das sie in den Privatfunk kam. Letztendlich kam sie so auch zur Deutschen Welle, wo sie sich nebenbei weiter qualifizierte und engagierte.

Pelzer: „Man muss für ein Thema brennen und unglaublich neugierig sein“, das sind mögliche Erfolgsrezepte. Man braucht „einen roten Faden“, am dem man sich entlang hangelt und um den herum man seine Karriere strukturiert.

Von Houwald: Wusste nach dem Abitur nicht, was sie machen wollte: Fing nach einem Auslandsaufenthalt zuerst eine Fotografie-Lehre an, die jedoch nicht das Richtige war. Nachdem sie sich an einigen Stellen ausprobiert hatte, begann sie schließlich mit einem BWL-Studium, das sich zum Selbstläufer entwickelte. Wichtig ist nach von Houwalds Meinung, dass man sich auf seinem Karriereweg nicht zu leicht abschrecken lässt: „Man muss sich treiben lassen“, darf sich aber gleichzeitig nicht verbiegen. Man muss flexibel und veränderungsbereit sein, darf aber den Spaß nicht aus den Augen verlieren.

Lenar: Auch Lenar betont, dass sich treiben und sich nicht verbiegen lassen ein mögliches Erfolgsrezept ausmachen. Lenar wusste von Beginn an, dass sie schreiben wollte, ging deshalb erst einmal zur Hamburger Morgenpost, bekam dort ein Volontariat ohne vorheriges Studium. Auch laut Lenar ist Neugier wichtig, ebenso wie die Bereitschaft, „sich auszuprobieren“. Nach der Zeitung folgte die Arbeit für RTL Nord, die sich ebenfalls zum Selbstläufer entwickelte. Dabei lernte sie auch die Schattenseiten ihres Berufs kennen: Es folgte ein Burnout, das sie in einer Klinik behandeln ließ. Seitdem weiß Lenar, dass sie vor allem für sich selbst verantwortlich ist und wie wichtig es sein kann, „Stopp“ zu sagen. Als Konsequenz ging sie in die Selbstständigkeit und landete über Umwege bei BILD. Spannend sei an ihrem Beruf vor allem, dass sich die Tätigkeitsfelder permanent verändern. Deshalb ist es extrem wichtig, „offen und neugierig“ zu sein, auch Mut ist gefragt: „Es funktioniert alles, wenn man dafür brennt“, man muss „dem Zufall eine Chance geben“, wie Lesnik hinzufügt.

Frage Lesnik: Wie normal und wichtig ist das Scheitern?

mfr-2013_0165Pelzer: Scheitern gibt es in dem Sinne nicht, denn jeder Weg birgt Erfahrungen. Oft hilft ein vermeintliches Scheitern auch, um herauszufinden, was man will und was nicht. Man muss Dinge weglassen können, die „nicht gut tun oder nicht gefallen“

von Houwald: Jede Station im Leben ist Teil der Persönlichkeitsentwicklung; wenn man sich für Veränderungen entscheidet, tun sich häufig auch neue Möglichkeiten auf. Dazu gehört jedoch der Mut zur Veränderung.

Kohnen: Für sie ist es wichtig, dass man zu dem steht, was man tut – dafür hat sie auch den ein oder anderen Knick in der Karriere in Kauf genommen: „Ich habe mir nie reinreden lassen.“ Auch Kohnen vertraut – wie alle Teilnehmerinnen – darauf, dass es immer irgendwie weitergeht, wenn man sich engagiert.

Frage Lesnik: Was hat sich in den letzten 12 Monaten getan in Sachen Frauen?

Lenar: Momentan arbeiten bei der BILD zwei Chefredakteure unterschiedlichen Geschlechts, die nach Meinung Lenars „unterschiedliche Geschichten“ auswählen, die auch jeweils unterschiedlich erzählt werden.

Von Houwald: Im IT-Bereich von E-Plus arbeiten wenige Frauen, im Marketing sind es mehr als die Hälfte; im Management ist die Entwicklung positiv: die Quote liegt zwischen 16 – 20%

Pelzer: Im Bereich Co-Working ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen, auf Startup-Veranstaltungen etwa fehlt es noch an Frauen, hier ist Pelzer „eine der wenigen Frauen vor Ort“.

Kohnen: Auch bei der DW überwiegt die Anzahl der Männer, wenngleich mehr Frauen Führungspositionen besetzen als vor 20 Jahren, es gibt aber noch viel zu tun.

Frage Lesnik: Frau-Sein als beruflicher Nachteil?

Lenar: Sie hatte nie das Gefühl, wegen ihrer Weiblichkeit benachteiligt zu werden; oft stand ihr jedoch ihre eigene Einstellung im Weg, etwa wenn es darum ging, für gute Arbeit auch selbstbewusst eine entsprechende Bezahlung zu fordern.

mfr-2013_0152Von Houwald: Auch Houwald empfindet keine Benachteiligung, sie stimmt jedoch Lenar zu, dass Frauen mitunter zu zögerlich sind, Forderungen zu stellen.

Pelzer: Sie bescheinigt Männern in vielen Fällen „totale Selbstüberschätzung“, hier sind Frauen zurückhaltender, was ihnen häufig zum Nachteil gereicht. Dabei geht es jedoch nicht darum, sich dem männlichen Verhalten anzugleichen, denn darunter leidet das Selbstbild und das Arbeitsumfeld.

Frage Lesnik: Wie lassen sich Familie und Karriere verbinden?

Lenar: Dies ist immer eine schwierige Entscheidung, bei Springer gibt es beispielsweise einen Kindergarten, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert. Frauen mit Kindern auf der Führungsebene könnten hier positive Beispiele bieten.

Kohnen: Für Berufe, in denen häufiges Reisen gefragt ist, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so gut wie nicht gegeben. Sie hat selbst bereits während des Studiums ihre Kinder bekommen, sodass die spätere Reisetätigkeit möglich war.

Von Houwald: Wenn Familiengründung ein Ziel im Leben ist, muss man es einfach tun und dann findet sich auch ein Weg: „Das muss irgendwie zusammenpassen.“ Die Karriere hat in dieser Zeit durchaus stagniert, dennoch hat es auf lange Sicht nicht geschadet.

Pelzer: Als Freelancerin ist man grundsätzlich flexibler. Als Festangestellte in Unternehmen kann man zwar auf eine Planstelle zurückkehren – aber ob das noch der gleiche Job ist wie vorher? Zudem gibt es infrastrukturelle Probleme, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung, deshalb muss man sich „seinen Weg basteln“. Durch die neuen, mobileren und flexibleren Arbeitswelten verbessern sich möglicherweise auch die Möglichkeiten.

Frage Lesnik: Welche „Magic Moments“ / Schlüsselerlebnisse gab es?

Lenar: Die Anschläge vom 11. September waren für Lenar ein Schlüsselerlebnis: Wie erzähle ich das? Wie gebe ich es weiter? Was muss und darf man zeigen?

Kohnen: Ihr Beruf hielt viele Highlights bereit wie bspw. der Umgang mit zahlreichen Politikern sowie das Miterleben von Entscheidungsprozessen.

von Houwald: Viele kleine Dinge machen das Ganze aus und treiben an, „den großen Moment“ gab es nicht, wichtig ist Selbstvertrauen: „Du bist was, du kannst was, finde deinen Weg.“

Pelzer: Von kleinen Momenten kann – nach dem Modell der Lawine – eine große Sogkraft ausgehen: Man arbeitet sich immer intensiver ein, lernt entsprechende Menschen kennen.

 Abschließende Statements

mfr-2013_0190Lenar: Es ist wichtig darauf zu vertrauen, dass etwas Anderes kommt, Vertrauen in sich selbst ist zudem entscheidend, „Folgt eurem Bauchgefühl!“, „Lasst euch nicht entmutigen!“, „Bleibt neugierig!“

Kohnen: „Man muss offen bleiben“, Veränderungen gehören dazu, ebenso die Bereitschaft, immer Neues hinzuzulernen, man sollte das machen, wozu man motiviert ist, Frauen müssen „nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten”.

von Houwald: Die drei Eigenschaften Leistungsbereitschaft, Motivation sowie Veränderungsbereitschaft sind wichtig.

Pelzer: „Sucht euch ein Thema, für das ihr brennt, scheut euch nicht, damit rauszugehen, sucht euch Menschen für euer Netzwerk“, „Scheut euch nicht davor, einen Umweg oder Schlenker zu nehmen“, dann „kommt das eine zum anderen”.

 

Julia Wilms & Maria Roca Lizarazu

 

 Posted by at 12:55
Mrz 082013
 
Bildquelle: Gerd Altmann / Shapes: AllSilhouettes.com  / pixelio.de

Bildquelle: Gerd Altmann / Shapes: AllSilhouettes.com / pixelio.de

Heute feiern Frauen in aller Welt den Internationalen Frauentag. Seit mehr als 100 Jahren fordern sie am 8. März Gleichberechtigung und prangern die nach wie vor herrschende Gewalt gegen Frauen an – Hintergründe hat die Bundesteszentrale für politische Bildung zusammengestellt-, während die #aufschrei Kampagne aktuell den alltäglichen Sexismus zurück auf die öffentliche Agenda geholt hat. Aber auch im Arbeitsleben sind Frauen gegenüber Männern nach wie vor benachteiligt, viele machen sich für die Einführung einer Frauenquote gerade im Medienbereich stark.  Die TV-Moderatorin Anne Will erklärt im Interview mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung: “Ich habe davon profitiert, dass ich eine Frau bin”.

 

 Posted by at 13:36
Mrz 062013
 
Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Auf Panel eins sitzen in diesem Jahr:

Im Mittelpunkt des ersten Panels stehen Fragen zum Werdegang, zur Ausbildung, zum Berufsalltag und anderes mehr: Machen Frauen anders Medien? Wie wichtig sind Medienkompetenz(en) und insbesondere auch technische Fähigkeiten? Welche Erfahrungen wünschen Sie jungen Frauen abseits der Ausbildung? Welche Hinweise und Tipps würden Sie heutzutage jungen Frauen geben? Was würden Sie sich für Ihre persönliche Zukunft wünschen? Wer noch kommt, was danach passiert, erfährt frau hier.

 Posted by at 16:35
Feb 132013
 
www.aim-mia.de

www.aim-mia.de

Für den Einstieg in die Medienbranche bietet AIM – das Koordinatiomnszentrum “Ausbildung in Medienberufen” – SchülerInnen und Studierenden Informations- und Orientierungsveranstaltungen an.

Die Medien- und Kommunikationsbranche in Nordrhein-Westfalen hat eine beispielhafte Erfolgsgeschichte geschrieben. Die beiden größten Sender der Bundesrepublik Deutschland sind in Köln ansässig: der WDR als öffentlich-rechtlicher Spitzenreiter und RTL als größter privater Sender. Um die Sender herum hat sich eine differenzierte Landschaft von Produktions- und Dienstleistungsfirmen angesiedelt, zahlreiche Freiberufler/innen sind in der Branche tätig. Auch die Informations- und Kommunikationsunternehmen, der Verlags- und Buchhandelssektor, die Werbewirtschaft und die Multimediaagenturen bieten interessante Berufsperspektiven für engagierte Einsteiger/innen. Continue reading »

 Posted by at 10:10
Jul 252012
 

Bildquelle: www.girls-day.de

Bildquelle: www.girls-day.de

Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V., Sitz der Bundesweiten Koordinierungsstelle Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag, hat in Kooperation mit der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit und Südwestmetall – Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V. eine neue Internetpräsenz zur Girls’Day Akademie gestartet. Continue reading »

 Posted by at 13:17
Jul 192012
 

Hinter den Kulissen ist nicht das Problem: Nicole Ebber von der Wikimedia, bei den Medienfrauen 2011

Hinter den Kulissen ist nicht das Problem: Nicole Ebber von der Wikimedia, bei den Medienfrauen 2011

Während Frauen bei der Social-Media-Nutzung leicht vorne liegen (so der ARD/ZDF-Onlinestudie 2011, S. 366), liegt ihr Anteil bei der aktiven Nutzung der Online-Enzyklopädie Wikipedia – als Autorinnen – mit acht Prozent weit zurück. Nur in der passiven Nutzung sind sie mehr oder weniger gleichauf mit den Männern.

Jetzt.de sprach hierzu mit Wikimedia-Vorstand Pavel Richter.

 Posted by at 12:13
Apr 042012
 
medienfrauen-nrw_2012-03-06_0161

Die Medienbranche – ein undurchsichtiges Metier mit vagen Berufsfeldern. Die wenigsten wissen, wie sich der Alltag in einem Medienberuf gestaltet, was für Fähigkeiten verlangt werden und wie der richtige Einstieg in den Traumberuf gelingt. Auf der Medienfrauen-Messe 2012 berichten in Medienberufen aktive Frauen über persönliche Erlebnisse und Erfahrungen im Berufsalltag und geben Tipps, wie eine Frau ihren Platz in der Branche finden kann. Denn offenbar sind die Chefsessel im Medienberuf männerdominiert – so seien zum Beispiel nur 2% der Chefredakteure in den rund 360 deutschen Tageszeitungen Frauen. Continue reading »

 Posted by at 08:06
Mrz 272012
 
christophers

Als ich 2011 das erste Mal zum Medienfrauen Informationstag eingeladen wurde, wusste ich noch nicht genau, was mich erwarten würde. Einen Stand sollte ich im Mediapark 7 einrichten und dort jungen Frauen davon erzählen, wie ich zu meinem Beruf gekommen war.

Ich habe mich gefragt, ob eine Veranstaltung von Frauen für Frauen der richtige Weg wäre, mit Vorurteilen über angebliche Schwächen des weiblichen Geschlechts aufzuräumen und ich war neugierig, ob Frauen eine andere Sicht auf die Medienlanschaft hätten als Männer.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass Frauen prozentual gesehen in Deutschland seltener in Führungspositionen sind und auch im Vergleich zu Kollegen oftmals weniger verdienen. Dieser Missstand war auch den Schülerinnen und Studentinnen bewusst, die zur Veranstaltung kamen um sich über Zukunftschancen zu informieren.

In bunt gemischten Gesprächsrunden bei einer Tasse Kaffee kristallisierte sich für alle Beteiligten heraus, dass es viel mehr Berufsbilder gibt als nur die klassischen Journalistinnen bei Tageszeitungen, Radiomoderatorinnen oder auch Fernsehmoderatorinnen. Solche Berufsbilder haben viele Schülerinnen und Schüler vor Augen, wenn sie versuchen, sich in den journalistischen Beruf hineinzudenken. Sowohl 2011 als auch 2012 Gesprächsthema: jedes Jahr entstehen viele neue Berufe in den Medien rund um das Thema Communities, Crowdsourcing, Online-Redation, IPTV oder Gaming. Der Werdegang anwesender Damen mit festem oder freiem Beruf ist dabei so unterschiedlich und bunt wie die vielen neu heransprießenden Berufsfelder. Manch eine ging direkt mit 19 zu einem Tagesblatt, andere studieren erst Kulturjournalismus, Film, Komparatistik, Journalismus, Informatik, VWL, Germanistik, Skandinavistik, Medienwirtschaft oder Bibliothekswesen, um nur einige wenige Studiengänge zu nennen.

Die “Angst vor dem Schwimmen” schwindet in den Gesprächsrunden immer schnell, denn offensichtlich geht es bei der Berufsfindung nicht darum, dass man als erste Kandidatin irgendwo in der richtigen Schlange stehen muss, exakt die richtige Wahl treffen muss, dass man scheitert, wenn man sich nur einmal für den “falschen” Weg entscheidet. Der Weg ist das Ziel! Lernen ist nicht gleich Schule und Studium, dann in einem schicken Büro verschwinden und dort bis zum Beginn der Rente bei festgezurrten Arbeitszeiten und finalem Gehalt immer ein und dasselbe zu tun.

Lernen bedeutet, alles Wissen aufzusaugen das des Weges kommt, in sich hineinzuhorchen und herauszufinden, was man mit Leidenschaft tun möchte. Das Lernen, das die Freude am Beruf erhält und die Grundlage für Erfolg schafft bedeutet, gut zu sich zu sein, die Augen offen zu halten, anzupacken wo Aufgaben anfallen. Die eigenen Stärken und Schwächen kennen, im Sozialen Netzwerk Büro zurechtkommen, Netzwerke in Beruf und privatem Umfeld aufzubauen. Die Suche nach dem richtigen Beruf ist auch die Suche nach sich selbst.

Nach dem Vorangegangenen ist es nur noch eine Fußnote zu erwähnen, dass der erste Job den man findet, meist nicht der Job sein wird, dem man sein Leben lang nachgehen wird. Die neuen Medien entwickeln sich weiter, damit entwickeln sich die “alten” Medien weiter, die Berufsbilder verändern sich und damit verändern auch wir selbst uns und unsere Sicht auf die Dinge. Für mich ist es damit nur noch eine Frage der Zeit, bis Kindergärtner nichts Besonderes mehr sind, bis Managerinnen überhaupt nichts besoderes mehr sind und auch Politikerinnen nicht mehr gefragt werden, ob sie bemerkt haben, dass sie als Frauen auf weiter Flur ziemlich aus der Masse hervorstechen.

Wir alle sind uns einig, dass wir nichts Besonderes sein wollen. Wir wollen, dass das Wort Beruf von Berufung kommt, wir wollen in Beruf und Familie glücklich sein und wir wollen unseren Kindern das Gefühl geben können, dass sie zu jeder Zeit jeden Beruf ergreifen dürfen, der ihrem Charakter gerecht wird, ohne dass die Nachbarn fragen, wieso der kleine Paul nun Hairstylist geworden sei.

Warum, fragt man sich am Ende des Tages, leben wir in einer Gesellschaft, in der es bereits völlig normal ist in zahlreichen Familien, dass die Kinder ohne Vorbehalte das lernen dürfen, was sie von Herzen lernen wollen – Während Frauen aus solchen Familen dann doch am Ende ihrer Schulzeit bitter erfahren müssen, dass sie beim “unter den Hut bringen” von Kind und Beruf vom Staat, von der Gesellschaft und im schlechtesten Falle sogar von ihrem Mann oder Lebensgefährten allein gelassen werden?

Eine kluge Frau, die heute noch eines meiner großen weiblichen Vorbilder ist, hat einmal zu mir gesagt, dass man nicht glauben dürfte, Kinder und Haushalt könnten als einziger Lebensinhalt das Glück einer Frau vollständig ausmachen. Natürlich hat sie auch vielmals betont, dass ihre wunderbaren Kinder ihr größtes Glück sind und immer sein werden. Was wäre also das Leben ohne intellektuelle Nahrung, kulturelle Köstlichkeiten, ohne die Mitgestaltung des sozialen Umfeldes außerhalb der Familie, ohne Freunde, ohne große Ziele, einen erfüllenden Beruf…

Biologisch ist die Welt nunmal so beschaffen, dass unsere Kinder ohne Mann und Frau nicht den Kreislauf ihres Lebens beginnen können. Dabei ist es die Frau, welche ihren Körper und Geist über einen Zeitraum von mehr als 9 Monaten gewissenhaft pflegen und behüten muss. Dabei finde ich es eine wundervolle Tatsache, dass der Mann ebensoviel “Aktien” daran hat, ob sein Nachwuchs glücklich und gesund heranwachsen kann. Er muss bereits dann für sein Kind sorgen, wenn es noch im Mutterleib heranwächst, denn wie fühlt sich eine Mutter die allein wegen des Kinderwunsches ihren Beruf aufgeben muss und das Gefühl hat, nie wieder dort anknüpfen zu können, wo sie mal einen wissenschaftlichen Weg beschritten, ein Unternehmen gegründet, eine Abteilung geleitet oder eine Baumschule gepflanzt hatte?

Ein neuer Mensch möchte für sich die Welt erfahren, er möchte sich selbst begreifen und sich entfalten. Haben Männer mehr das Recht dazu als Frauen? Ganz sicher nicht! – und ich bin froh, dass wir heute in Deutschland in einer Gesellschaft leben, in der Frauen an Universitäten nicht als Sonderlinge angesehen werden, in der deutsche PR Managerinnen in China genauso häufig anzutreffen sind wie männliche, in der es normal ist, dass eine KFZ-Mechatronikerin meinen Blinker repariert und eine Dekanin kein Aufsehen wegen ihres weiblich-Seins erregt sondern weil sie in ihrem Bereich eine Koryphäe ist und vielleicht auf beeindruckende Weise Frieden stiftet, wo Ketten rasseln. 

Um sich den Fortschritt in den letzten rund 100 Jahren eimal kurz vor Augen zu führen, betrachte man nur folgendes Zitat:

“Einzelne Damen in dieser oder jener Vorlesung thun
natürlich keinen Schaden, aber wenn, wie es jetzt den
Anschein hat, einmal ganze Scharen von inländischen oder
ausländischen Damen in die Hörsäle einströmen werden,
so muß mit der Zeit der wissenschaftliche und soziale
Charakter unserer Universitäten Veränderungen erleiden,
und das möchte ich so lange und so sehr es irgend möglich
ist, zu verhüten suchen.“

Prof. Dr. phil. Hans Delbrück
(Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, 1897)

1960 lehnten noch 36% aller deutschen Professoren weibliche Professoren ab und es gab keinerlei Infrastruktur für Frauen, die Kind und Studium vereinbaren wollten. Vor diesem Hintergrund können wir als Gesellschaft Stolz auf das sein, was wir in den letzten 40-50 Jahren geschaffen haben. Ich bin dankbar, in dieser Gesellschaft leben zu dürfen, ich fühle mich privilegiert als Mensch den Beruf ergreifen zu dürfen, zu dem ich mich berufen fühle.

Ich freue mich über die ermunternden Worte, die Dr. Angelica Schwall-Düren und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes am heutigen 6. März 2012 an uns alle richten konnten. Sie betonten, dass das männlich-weibliche Lohngefälle von Generation zu Generation bereits jetzt sichtbar schwindet, manche Schülerin, die bald ihr Abitur macht, muss sich nur noch einem prozentualen Lohn-Nachteil von (in manchen Berufen circa) 8%-10% gegenübersehen. Das ist immernoch ein Nachteil. Aber erfreulicherweise gibt es ihn nicht in den Firmen, die ich bis jetzt persönlich kennengelernt habe. Soetwas auch von anderen Teilnehmerinnen der “Medienfrauen” zu hören, ist erfreulich.

Ich hoffe von ganzem Herzen dass wir in wenigen Jahren gar nicht mehr mit dieser unfairen Benachteiligung zu kämpfen haben. Ich hoffe, dass die Kinderbetreuung ausgebaut wird, so dass ich meinen eigenen Nachwuchs in guten Händen wissen kann, wenn ich weiterhin meinem Beruf nachgehe. Ich möchte meine Kinder nicht an Institutionen “abschieben”, damit ich egoistisch meinen Traum leben kann. Meine Kinder gehören zu meinem persönlichen Glück ebenso, wie mein Beruf. Wie vielen Frauen und Männern ist mir die Familie wichtiger als alles Geld, Gold, Geschmeide oder ein Beruf. Aber wie schon gesagt, der Beruf ist ein Teil meines persönlichen Freiraumes, mein Büro ist ein Platz an dem ich schaffen und gestalten kann. In meinem Empfinden ist die Medienbranche ein Ort, an dem Gleichberechtigung selbstverständlich ist und ich fühle mich dort wohl.

Wir sollten nicht vergessen wie privilegiert wir sind, aber wir sollten auch nie nachlassen unsere persönlichen Werte immer wieder zu hinterfragen und jeden Menschen als Individuum anzusehen, egal woher er kommt, wo er arbeitet, welcher Religion er angehört, welche Familienform er lebt oder welchen Geschlechts er ist.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Anette Schneider bedanken, die mich in diesem Jahr wieder eingeladen hatte und die dieses Event maßgeblich prägt. Ohne sie hätte ich nicht die drei Studentinnen aus Duisburg getroffen, die sich unter Scrum-Prozessen im praktischen Berufsalltag (sie kannten die Theorie aus ihrem Informatikstudium) noch nichts Genaues vorstellen konnten. Ich konnte ihnen ihre Fragen nach dem ungefähren Berufsbild einer Scrum-Meisterin erklären und da ich bis jetzt nur Scrum-Meister kenne und diese drei sich nun persönlich vorstellen können, diesen Beruf anzustreben (ohne meinen Bericht hätten sie das vermutlich als konkreten Berufswunsch nicht in Erwägung gezogen) – wurde wohl genau das erzielt, was diese Veranstaltung bezweckt. Gemeinsam haben wir neue Perspektiven eröffnet für ein Berufsfeld, in dem die Frauenquote gerne höher sein dürfte.

Ein Dank geht auch an alle Referentinnen und besonders an Claudia Pelzer, mit der ich einen Workshop zum Thema Crowdsourcing und Internet Marketing/ Community Management/ Online PR abhalten durfte.

 Posted by at 09:01
Mrz 072012
 

Von links nach rechts: Bella Lesnik (1live), Sabria David (Slow Media Institut), Sabine Heinrich (1live), Odile Limpbach (Blue Byte), Simone Stewens (ifs Köln), Kim Lenar (BILD)

Über den Tag hinweg informierten sich mehr als 140 Teilnehmer/innen bei den “Medienfrauen NRW”  über Medienberufe, stellten Fragen und diskutierten. Auch das Netzwerk profitierte. 

Sowohl die beiden vormittäglichen Panels als auch die vier Workshops fanden ein interessiertes Publikum, das sich durch Fragen und Beiträge einbrachte – nicht zuletzt angeregt durch die lebhafte und offene Art der Diskutantinnen und Referentinnen. Begleitet wurde die Veranstaltung durch eine Ausstellung ausgewählter Institutionen, welche in den veranstaltungsfreien Zeiträumen auf reges Interesse stieß. 

Das Projektteam “Medienfrauen 2012″ bedankt sich bei allen Beteiligten und Besucher(inne)n  und freut sich über eine gut besuchte und gelungene Veranstaltung, die als Beitrag zum heute stattfindenden internationalen Frauentag konzipert wurde. Und vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr die “Medienfrauen 2013″, wie es wieder einen internationalen Frauentag geben wird. Bis dahin wünscht das Projektteam viel Erfolg in der Berufsfindung und im Berufsleben.

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Mrz 062012
 

Saskia Eversloh, Deutsche Unesco-Kommission, Almuth Reinhardt, Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit

Almuth Reinhardt, Saskia Eversloh

Nach einer kurzen Begrüßung von Lars Gräßer startet der Workshop “PR” mit Saskia Eversloh (Deutsche Unesco-Kommission) und Almuth Reinhardt (Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit). Den Einstieg machen Reinhardt und Eversloh mit einer kleinen Mitmach-Aktion: Sie lassen all die TeilnehmerInnen aufstehen, die entweder schon journalistisch oder im Bereich der PR gearbeitet haben. Es zeigt sich auf diesem Weg, dass im Workshop schon eine Menge Erfahrung vorhanden ist – gute Einstiegsbedingungen also. Continue reading »

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Mrz 062012
 

Referentinnen: Karoline Gees (Zeitsprung Pictures), Kiki Radicke (Ralzehn 21)

 Karoline Gees, Kiki Radicke

Als Einstieg wird der Trailer des Films “Carl und Bertha Benz” gezeigt. Karoline Gees ist Producern, eine kreative Projektmanagerin, die eine Filmproduktion von Anfang bis Ende begleitet. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Fernseh- oder Filmproduktionen, wobei Fernsehproduktionen den größeren Markt darstellen. Ihre Aufgabe ist, die Ressourcen zusammenzustellen, Budgets zu prüfen, Takes auszuwerten. Nach Schnitt und Abnahme des “Final Cuts” durch die Redaktion werden Musik, Titel usw. hinzugefügt. Für einen TV-Film dauert dieser Prozess gut 5-7 Monate.

Den Trailer zum Film finden Sie unter:
http://www.youtube.com/watch?v=gS9_XyEwyI4

Kiki Radicki ist Filmausstatterin und empfahl gleich zu Beginn: Kontakte sollten gehalten und gepflegt werden. Ihre Arbeit wird für Projekte eingekauft. Sie zeigt ein Drehbuch, und der Regisseur und sie müssen eine gemeinsame Vorstellung von der Umsetzung entwickeln und zahlreiche Entscheidungen treffen. Dahinter arbeiten weitere Zulieferer und Gestalter. Kiki berichtet über nachfolgende Jobanwärter und die junge Konkurrenz.  

Karoline fand auch den Blick hinter die Kulissen spannend. Sie ist Quereinsteigerin, und ihre Praktika führten sie über mehrere Stationen bis hin zum Producer. Beide verwiesen auf die Stresssituationen und die Arbeitsbelastung im Alter. Dies hat Einfluss auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Grundsätzlich haben es größere Produktionsfirmen und ihre Mitarbeiter einfacher.

Praktika am Set sind meist “Läuferjobs”, und zumindest hinsichtlich der Kreativität weniger spannend. Empfehlenswerter sind Praktika bei Ausstattern, die dann zum Set gehen (Eine gute Adresse zum Auffinden von Praktikumsplätzen ist www.crew-united.de).

Stoffentwicklung ist das Entscheidende. Deshalb richtet sich die Einstellung für Producer nach Erfahrungen in diesem Bereich. Kann man als Hobbyautor mit einer Idee zu einem Producer kommen? Dies sei schwierig, und die Produktions- und Fernsehgesellschafter würden zusätzlich einen erfahrenen Producer an die Seite des Hobbyautors stellen, sollten sie sich für eine Produktion entscheiden.

Die Fernsehlandschaft hat bestimmte Zielgruppen- und Genrevorgaben und  für die Sendeplätze. Ideen der Producer werden nach diesen Sendeplatzvorgaben entwickelt.

 Posted by at 16:36
Mrz 062012
 

Referentinnen: Julia Christophers (Turtle Entertainment), Claudia Pelzer (CrowdsourcingBlog)

 Julia Christophers, Claudia Pelzer

Julia Christophers kommt aus dem Gaming Bereich und arbeitete zwei Jahre in der PR-Abteilung und wechselte dann zur Business Unit Gaming Communities bei Turtle Entertainment. Ihre zweite Leidenschaft ist die englische Literatur, die sie im Nebenfach auch studiert hat – Hauptfach war Medienwissenschaften. Games hat sie als Jugendliche entdeckt und auch redaktionell im Netz begleitet. Sie betreut ein Websitenetzwerk mit 4 Millionen Nutzern weltweit und bezeichnet die Community als “Facebook für Gamer”. Was heißt das konkret? Auf der Plattform demonstriert sie die automatische Vermittlung von Spielegegnern (“Versus”) in verschiedenen eSports Bereichen. Am Beispiel von Live-Übertragungen von Gaming-Events stellt sie ihre redaktionelle Arbeit vor. 

Ihre Aufgabe ist es, die Außenkommunikation zu leiten, Redakteure mit Vorwissen einzuladen und bspw. Fragen zu eSports-Spielen zu beantworten: Julia bringt in der Community sogenannte Game-Heads, die Games-Communitys betreuen, zusammen. Außerdem ist sie eingebunden in die Softwareentwicklung und -gestaltung, etwa bei “anti-cheating” Anwendungen, die unerlaubte Erweiterungen verhindern.

Claudia Pelzer hat nach verschiedenen Stationen (u.a. WDR, Studiengang Global MBA) das Thema “crowdsourcing”, die Bündelung von kreativen Leistungen Vieler im Internet,  für sich entdeckt. Sie recherchiert zu diesem Thema und betreibt das crowdsourcingblog.de. Dort beschreibt sie Start-ups, dokumentiert Konferenzen und/oder organisiert eigene (etwa den crowdsourcing summit Köln 2012). Sie berät verschiedene Unternehmen im Bereich crowdsourcing und entwickelt Strategien, um Kunden einzubinden. Jobchancen sieht sie im Bereich des Community/crowdsourcing Managements im Sinne der Qualitätsentwicklung.

Am Beispiel der Kampagne “Schmeckt lecker nach Hähnchen” für den Designaufruf der Firma Henkel und das Produkt Priel erläutern Julia Christophers und Claudia Pelzer die Wirkung von viralen Kampagnen und dem Einsatz einer “Vote-Armee”.

SOPA (Stop Online Piracy Act) ist ein Beispiel für die politische Partizipation im Bereich Crowdsourcing. Ein weiteres Beispiel: Wheelmap – Barrierefreiheit von Orten als Bewertungsleistung Crowdsourcing. (Sozial Helden e.V.). Diskutiert wurde dann die Bedeutung von Spaß und Leidenschaft an bestimmten Themen, diese gilt es zu finden. Und “Einfach machen” ist der schnellste Weg, um Erfahrungen zu sammeln. Das Studium ist dabei allerdings nicht unerheblich.

Als weitere Frage wird thematisiert, wie sich die Arbeit in diesen Bereichen finanziert. Es ist eine Mischung über freie Aufträge, sprich über die Querfinanzierung aus Kampagnen sowie Sponsoring. Wichtig ist das Vernetzen in Communities, damit Menschen auf einen zukommen und Dienstleistungen ausgetauscht werden können.

 Posted by at 16:36
Mrz 062012
 

Referentinnen: Christina Wandt (WAZ) und Stephanie Weltmann (WAZ)

Beide Referentinnen des Workshops arbeiten bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) – Stephanie Weltmann in Oberhausen und Christina Wandt in Essen. Als Einstieg fragen die Referentinnen nach den beruflichen Vorerfahrungen der Teilnehmerinnen. Ergebnis: Das Publikum ist bunt gemischt. Sowohl Abiturientinnen, Studentinnen, Absolventinnen als auch Volontärinnen gehören zu den Zuhörerinnen.

 Zunächst werden die größten Medienkonzerne in Deutschland vorgestellt (Bertelsmann, ARD, Axel-Springer etc.). Den Schwerpunkt wollen sie auf die großen Printtitel legen. Exemplarisch wird zunächst die WAZ-Mediengruppe in einem Kurzportrait vorgestellt, sowie die deutsche Zeitungslandschaft (347 Tageszeitung, Aufl. 18,83 Mio.; 21 Wochenzeitungen, Aufl. 1,77 Mio. etc.) skizziert.

Um in diesem Beruf Fuß zu fassen, werden die ersten Schritte in den Printjournalismus vorgestellt: Die Referentinnen verdeutlichen, dass man für einen Einstieg unbedingt auch Zeitungen – als Printprodukt – lesen und nicht nur über das Internet rezipieren sollte – und das nicht nur aus Gründen der Glaubwürdigkeit. In „Einstellungstests“ (sog. Assessment Center) der Zeitung schneiden diejenigen, die sich nur über das Internet informieren, durchweg schlechter ab. Dies gilt sowohl bei Fragen rund um das Allgemeinwissen als auch bei der Zuordnung von Funktionen verschiedener hochrangiger Personen z.B. aus der Politik.

Für den Einstieg sollte eine akademische Ausbildung vorhanden sein. Aber auch Praktika, Hospitanzen und freie Mitarbeit sind bedeutsam für den Einstieg. Dann steigen die Chancen, ein Volontariat zu ergattern. Auf Nachfrage einer Teilnehmerinnen teilen die Referentinnen mit, dass auch die Ausbildung in einer Journalistenschule ein guter Einstieg in den Beruf ist. Zur Illustration werden den Teilnehmerinnen einige Fragen aus dem Eignungstest der Henri-Nannen-Journalistenschule präsentiert. Diese können, nach einiger Bedenkzeit, größtenteils von den Interessentinnen beantwortet werden, jedoch wird der Schwierigkeitsgrad der Fragen deutlich. Er setzt ein hohes Maß an Allgemeinwissen und Wissen über das aktuelle Weltgeschehen voraus – auch Spezialwissen kann von Vorteil sein. Zum Bewerbungsverfahren zählen selbstverständlich auch persönliche Gespräche.

 

Eine Teilnehmerin fragt: Lohnt sich der Einstieg in den Journalismus noch? Wandt und Weltmann räumen ein, dass die Auflagenzahlen der Printmedien stetig zurück gehen, und der Leitsatz „einmal die Ausbildung absolviert, dann bleibst du drin“ nicht mehr gegeben ist. Ein klassisches Volontariat ist aber nach wie vor eine gute Grundausbildung – egal, wohin es (danach) geht. Und Lars Gräßer (Grimme Institut) ergänzt, dass die Online-Marktführer immer noch aus dem Printbereich stammen.

Und die Jobsituation? Stephanie Weltmann erzählt, dass die Anzahl der freien Journalistinnen und Journalisten ansteigt, feste freie Stellen werden gerne von beiden Seiten wahrgenommen. Diese Situation bringt für Journalisten und Arbeitgeber auch positive Wirkung: Beide können sich die Anzahl der Arbeitsstunden einteilen und sind flexibler. Negativ ist jedoch, dass man mit weniger Sicherheiten auskommen muss. Die Frage nach dem Gehalt von freien Mitarbeitern wird ebenso angesprochen.

Und die “Bildermacher”? Im Berufsfeld des Fotojournalisten ändert sich ebenfalls die Struktur – weg vom festangestellten Mitarbeiter hin zum “festen” Freiberufler.  Teilweise werden die Fotojournalisten auch in hausinterne Bildagenturen ausgegliedert – die Praxis bietet ganz unterschiedliche Modelle. Aber auch wenn die Stellen aus Sparmaßnahmen öfter abgebaut oder zusammengelegt werden, ist es ein Muss für eine Tageszeitung, gute und aktuelle Bilder abzudrucken, die lokale Bezüge aufweisen. Externe Bildagenturen können diese nur bedingt liefern.

Auf Nachfrage bezüglich des Einstieges in den Printjournalismus erläutert Wandt, dass es gut ist zu wissen, in welchen Printbereich man möchte. Auch das Format ist hierbei ausschlaggebend. So sind Tageszeitung, Magazin oder Wochenzeitung zu unterscheiden. Wenn dies klar ist, wendet man sich am Besten direkt an das entsprechende Medium.

Lars Gräßer erfragt die Bedeutung von Social Media im Printjournalismus. Weltmann erklärt, dass auch die WAZ in den Social Media-Kanälen aktiv ist. Gerade in der Themensuche und -recherche bietet sich dieses Medium an und eröffnet neue Möglichkeiten: Die Wege, über die die Journalisten an Informationen gelangen, ändern sich. Und auch Wandt bekräftigt, dass die Sozialen Netzwerke immer bedeutsamer für die Recherchen werden – auch im Lokaljournalismus. Dass illustriert sie an Hand einer Geschichte aus dem vergangenen Essener Karnevalsumzug, die zunächst über Social-Media-Kanäle an sie gelangte und schließlich den Weg ins Blatt gefunden hat. Eine Nähe zu Social Media wird ein immer wichtigeres Kriterium für den journalistischen Beruf, da dort auch Interviewpartner zu finden sind. Trotz allem, so wird betont, ist es das Wichtigste, seine Quellen zu überprüfen und eine eingehende Recherche zu vollziehen. „Man macht häufig vieles parallel (…), aber trotzdem geht natürlich die Sorgfalt vor!“ so Weltmann.

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Mrz 062012
 

Teilnehmerinnen: Ute Friedrichs (WDR Aus- und Fortbildungsredaktion), Carolin Bredendiek und Charlotte Meitler (Volontärinnen beim WDR), Aycha Riffi (Grimme-Akademie), Elisabeth Neumann (Medienbüro Rheinland), Iris Woitschell (Ruhr Nachrichten), Angelika Mikus (Institut für Journalistik  / TU Dortmund)

Im zweiten Panel geht es um die konkreten Einstiegsmöglichkeiten in die Medienbranche, die Voraussetzungen, Erfahrungen und Bedingungen.

Ute Friedrichs von der WDR Aus- und Fortbildungsredaktion berichtet über ihren Arbeitsalltag, der sich in verschiedenen Phasen beschreiben lässt. Hierbei geht es vor allem um die Betreuung und Begleitung der Volontärinnen und Volontäre und die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung von Seminaren. Des Weiteren betreut sie das Auswahlverfahren für die Volontärinnen und Volontäre. Ein klassischer  Arbeitstag während der Seminarzeit fängt morgens an und ist der Arbeit an einer Universität vergleichbar. Dies bedeutet aber oft eine Umstellung für Volontäre, die vorher schon aktiv gearbeitet haben. Zwischen den Seminaren gestaltet sich die Arbeit aber oftmals eher sehr formal: Es werden Anträge geschrieben und Schreibtischarbeit erledigt. Pro Jahr bewerben sich ca. 650 junge Menschen um einen Volontariatsplatz. Voraussetzungen für ein Volontariat sind ein abgeschlossenes Studium sowie Berufserfahrung im Bereich des Journalismus. Praktika und/oder freie Mitarbeit sind somit ein Muss. Nur unter diesen Voraussetzungen ist man zum dreistufigen Auswahlverfahren zugelassen. Von 600-650 Bewerber/innen werden im ersten Schritt 550 ausgewählt, am Ende bleiben 30 Personen für die “Schlussrunde”. In der Vorrunde zum Auswahlverfahren müssen eine Reportage erstellt sowie Arbeitsproben eingereicht werden. Zu den weiteren Aufgaben zählen auch Kameraübungen, Texte redigieren und Nachrichten schreiben. Weitere Informationen sind auch auf der Internetplattform ersichtlich http://www.wdr.de/unternehmen/karriere/volontariate/index.jsp.

Thema Ausbildung in Panel 2 - von links nach rechts: Moderatorin Bella Lesnik, Ute Friedrichs, Carolin Bredendiek, Charlotte Meitler, Aycha Riffi, Elisabeth Neumann, Iris Woitschell und Angelika Mikus

 

Carolin Bredendiek und Charlotte Meitler absolvieren gerade ein Volontariat beim WDR. Bredendiek berichtet aus ihrem Alltag, dass vor allem in den begleitenden Seminaren eine sehr intensive Aus- und Fortbildungsbetreuung stattfindet, man wird auch von einer “Volo-Mutter” oder einen “Volo-Vater” betreut. Sie berichtet anhand ihres Lebenslaufes über den klassischen Weg in ein Volontariat: “Ich bin durch das Studium Journalistik an der TU Dortmund in das Volontariat gekommen.” Darüber hinaus unterstreicht sie die Leidenschaft für den Beruf, die für jede Volontärin wichtig ist. So sollte man, gerade wenn man mit Menschen zusammen studiert, die alle das Gleiche möchten, sich nicht zu sehr von dem Strom der Masse mitreißen und unter Druck setzen lassen, z.B. ein Praktikum zu absolvieren zu müssen. “Man muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Spaß finden.”

Charlotte Meitler hat in Münster studiert und vor dem Volontariat schon praktische Erfahrungen gesammelt. Sie berichtet, dass durch die praktische Arbeit in den Redaktionen das zuvor in der Aus- und Fortbildung Erlernte gefestigt werde. Gerade die Berichte dieser beiden Panelteilnehmerinnen, die aus ihrem Ausbildungsalltag berichten, zeigen, dass das Zusammenspiel von Theorie und Praxis in den journalistischen Berufen enorm wichtig ist.

Das Medienbüro Rheinland vermittelt “das gesamte journalistische Handwerk”, erläutert Elisabeth Neumann. Dazu gehören Recherche und Dokumentation, aber vor allem auch Kommunikation. Für freie Redakteure bieten sie Kommunikationskurse an, auch Einzel-Coachings. “Man muss reden, egal, ob die Fragen dumm erscheinen. Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten”, so Neumann. Ihr Bericht aus dem Arbeitsalltag zeigt, dass es großen Beratungsbedarf gibt, auch oder gerade in der Medienbranche. Für die jungen Frauen im Publikum verdeutlicht sie, dass Begabung zwar wichtig sei, Leidenschaft und Wille aber für den beruflichen Erfolg entscheidend sind.

Aycha Riffi stellt die Weiterbildungsangebote der Grimme-Akademie für Medienschaffende vor. Dazu gehören Seminare, Workshops und Ausbildungen für Menschen, die schon im Job sind. Altersbeschränkungen sind hierbei aber nicht gegeben, denn auch wenn man sich spät für den Medienbereich entscheidet, muss das kein Nachteil sein. Vor allem bietet die Grimme Akademie aber auch Nachwuchsschulungen für Volontäre und Jungredakteure mit dem Schwerpunkt Fernsehen an, bei denen sie Sicherheit in der praktischen Arbeit gewinnen können.

In Anbetracht der Fülle an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die die Branche bietet, sollen sich die jungen Frauen vor allem auf ihre Rechte besinnen, rät sie: “Auch als Angestellter in einem Verlag oder einer Redaktion hat man das Recht auf Weiterbildung”. Auch Praktika sind interessant, gerade in dieser Branche. Ein gutes Praktikum kann schon seine drei Monate dauern und sollte nicht nur aus Kaffeekochen bestehen. Wichtig ist hier die Chance, in die praktische Arbeit hereinzuschnuppern und erste Erfahrungen zu sammeln. Nichtsdestotrotz sollte nach einer  Aufwandsentschädigung bzw. Vergütung gefragt werden: “Scheut Euch nicht!”, so Riffi.

Der persönliche Austausch ist wichtig und wird auch in dieser Runde immer wieder verdeutlicht. So ist auch in den Weiterbildungen der Grimme-Akademie der soziale Austausch neben der Weiterbildung von großer Bedeutung: “Alle Veranstaltung, die ich mache, sind eigentlich Kontaktbörsen. Egal wie lange man schon im Job ist, in den Kaffeepausen wird sich immer ausgetauscht. Das ist enorm wichtig!” Elisabeth Neumann weist darauf hin, dass es sehr bedeutsam für den beruflichen Werdegang ist, wenn man viele Menschen aus verschiedenen Redaktionen kennt. Seine Kontaktliste in dieser Branche zu pflegen ist wichtig. Jedoch bemerkt Neumann auch, dass der Leidensdruck junger Menschen in dieser Branche enorm gestiegen ist. Die Arbeitssituation einiger Praktikanten ist nach wie vor fatal. So muss erst recht in der Aus- und Weiterbildung darauf geachtet werden, Praktika angemessen einzuschränken. Hier gilt es dem Job “Praktikant”, der sich mehr und mehr etabliert, entgegenzuwirken. Das betrübt das Ego und ist auch nicht förderlich für die Karriere.

Iris Woitschell hat das Glück, dass sie nach ihrer langen Ausbildung nun bei den Ruhr Nachrichten “richtig” in Lohn und Brot steht. Trotzdem zählt sie keinesfalls zu den Berufseinsteigern. Sie berichtet, dass man sich selbst vor dem Volontariat rechtzeitig bewerben sollte – sie empfiehlt eine Bewerbungsfrist von zwei Jahren einzuhalten. Sie bemerkt auch: “Es ist hart, was man alles können muss, um ein Volontariat zu bekommen. Oftmals werden nur bestimmte Studiengänge bevorzugt und Dinge vorausgesetzt, die ich doch eigentlich erst noch lernen möchte. Wenn ich jedoch vor dem potentiellen Arbeitgeber sitze, kann ich ihm zeigen, wie sehr ich das will! Ich habe das genau so gemacht, und es hat geklappt.”

Auch in der beruflichen Ausbildung gilt: Oft ist auch die freie Mitarbeit eine Alternative zum schlecht bezahlten Job. Anstatt eines Praktikums ohne Vergütung kann man besser als freier Mitarbeiter arbeiten. Auch während des Volontariats sollte man aktiv sein und seine eigenen Vorschläge einbringen. 

Wie "lande" ich mit meiner Bewerbung?

 Angelika Mikus hat in ihrer Laufbahn rund 150 Volontäre betreut. Sie berichtet von ihren Erfahrungen darüber, was die Redakteure und Volontäre wollen. Wichtig ist ihrer Meinung nach, nicht ein Praktikum nach dem anderen abzuleisten, sondern in einem Unternehmen das Medium der Wahl richtig kennenzulernen. Erst so kann der Lebenslauf bewusst gestaltet werden. Es gibt keinen Zufall: “Ihr seid nur so gut, wie Eure Ausbildung!”, so Mikus. Ihrer Meinung nach sind klassische journalistische Eigenschaften wieder gefragt. Lust zum Schnüffeln und Neugierde sollen bewahrt werden – ebenso wie die eigene Haltung. Man muss nicht alles können, aber das, was man machen will, sollte man beherrschen. So sollte man immer in sich reinhören, um sich weiterentwickeln zu können.

Elisabeth Neumann ergänzt, dass Hartnäckigkeit im Charakter und der Recherche, aber auch Sorgfalt das “A und O”  journalistischer Berufe sei. Man darf sich nicht an vorgegaukelten Realitäten orientieren, das ist wichtig, auch in den Seminaren, die sie anbieten: “Das Hinterfragen der Quellen ist immer wichtig, da gibt es überhaupt keine zwei Meinungen”, so Neumann.

Die Teilnehmerinnen diskutierten auch über das aktuelle Thema Frauenquote. Riffi meint hierzu, dass nicht mehr das Verhalten von Frauen und Männern unterschiedlich bewertet werden soll. Viel wichtiger ist hier die “geschlechtsunabhängige” Einzelleistung. Die Volontärinnen Bredendiek und Meitler haben in ihrer jungen Berufslaufbahn wenig Hindernisse erlebt, erläutern sie.

Man sollte sich nicht des Geschlechtes wegen diskriminieren lassen. Gute Frauen wachsen nach!  Jedoch kann man nichts zu Bedingungen in Spitzenpositionen sagen. Es werden eher Unterschiede im Alter gemacht.

Gerade durch die Schnelllebigkeit der Ausbildung muss man auf Individualität achten. Daher verdeutlicht Ute Friedrichs zum Abschluss: “Wir wünschen uns Menschen, die sich selber treu sind, auch wenn sie dadurch kantig sein können. Seid neugierig und offen.”

Carolin Bredendiek wünscht sich, dass ehrgeizige Frauen nicht mehr als Zicken dargestellt, sondern als konstruktiv wahrgenommen werden. Interessen sollen ausgelebt werden, sie schärfen das Profil als Expertin.

„Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Frauen kennenlerne, die schon Chefin sind und von denen ich mir etwas abgucken kann. Man soll sich von der Hektik nicht anstecken lassen, sondern auf sich selber schauen,“ so Charlotte Meitler.

Aycha Riffi ergänzt, dass es sich bei der Frauenquote nicht um individuelle Erfahrung geht, sondern um das Kollektiv:  “Und das muss zusammenhalten”. Für sie ist es doppelt schiwerig; “wenn andere Frauen in der Firma sagen: Nein, ich wurde noch nie diskriminiert, deswegen ist alles gut.”

Mit einem Appell beendet Elisabeth Neumann die Diskussion: “Produzenten sollten ihre Mitarbeiter wertschätzen, und Mitarbeiter müssen genau das durchsetzen. Stellen sie sich vor, sie müssen den Beruf 20 oder 25 Jahre lang machen. Achten Sie daher auf ihre Kräfte!”

 Iris Woitschell fordert das Publikum mit den Worten heraus: “Seid aktiv, das hilft.”, während Angelika Mikus das Panel mit den Worten beendet: “Ich wünsche Euch alles Gute und einen langen Atem, den werdet Ihr brauchen – und am Ende wird alles gut!”

 Posted by at 13:50
Mrz 062012
 

Teilnehmerinnen: Bella Lesnik (1live), Sabria David (Slow Media Institut), Sabine Heinrich (1live), Odile Limpbach (Blue Byte), Simone Stewens (ifs Köln), Kim Lenar (BILD)

Bella Lesnik ruft die Teilnehmerinnen des ersten Panels auf die Bühne und stellt sie kurz vor. Sabine Heinrich arbeitet unter anderem als Radiomoderatorin bei 1live und ist in verschiedenen Fernsehformaten unterwegs. Odile Limpach ist eine der ersten Führungsfrauen in der Spiele-Branche, Simone Stewens ist seit 2002 Leiterin der Internationalen Filmschule Köln, Kim Lenar ist Ressortleiterin für Nachrichten bei der BILD-Zeitung.

Von links nach rechts: Bella Lesnik, Sabria David, Sabine Heinrich, Odile Limpach, Simone Stewens, Kim Lenar

Bella Lesnik beginnt mit einem Blick auf den Arbeitsalltag der Medienfrauen, auf diese Weise werden die abstrakten Berufsbilder der Panelteilnehmerinnen recht schnell sehr anschaulich. Den Anfang macht Kim Lenar. Sie erläutert, wie vielfältig sich ihr Arbeitstag gestaltet. Eine Ressortleiterin muss den Überblick über alle Nachrichten haben. Ihr Arbeitstag beginnt mit dem Sammeln und Bündeln von Nachrichten auch aus den Außenstudios, die dann in der täglich mehrfach stattfinden Ressortleiterkonferenz inhaltlich und schwerpunktmäßig abgestimmt werden. Es gibt sehr viele Konferenzen pro Tag, um zu überprüfen, wie sich Nachrichten und Ereignisse entwickeln, so dass sich erst  am Nachmittag entscheidet, welche Nachrichten am nächsten Tag den Weg in die Zeitung finden. Jede Ausgabe ist damit das Produkt eines langen Arbeitstages. Ein solcher Arbeitstag ist gefühlt sehr schnell vorbei, dauert allerdings tatsächlich sehr lange. Die Frage zum Schluss, wie viel konkreten Einfluss die Ressortleitung auf die Inhalte nimmt, beantworte Lenar mit: “Die Aufgabe der Ressortleitung liegt vor allem in der Abstimmung und Platzierung der Nachrichten.”

Als nächstes berichtet Simone Stewens von ihrem typischen Arbeitstag an der Internationalen Filmschule. Die Filmschule ist eine Mischung aus Ausbildungs- und Produktionsbetrieb, weshalb sehr viel geplant werden muss. Neben dem Studium werden über 60 Filme pro Jahr produziert. Der Tagesverlauf ist natürlich sehr davon abhängig, ob das aktuelle Semester gerade läuft oder nicht. In der vorlesungsfreien Zeit beginnen die Planungen für das übernächste Semester. Jeder Arbeitsmorgen startet mit einer Planungskonferenz, in der Probleme und Aufgaben besprochen werden. Man plant zwar längerfristiger als in einer Redaktion, dies bedeutet jedoch nicht, dass es keinen Termindruck gäbe: Auch an der Filmhochschule gibt es Deadlines, die unbedingt eingehalten werden müssen.  Man hat sehr viel mit Menschen zu tun, deshalb ist 80 % des Jobs Kommunikation.  Zur Zeit wird die Schule internationalisiert, die Studierenden haben die Chance, eine Projektkooperation mit einer Partnerschule in dem jeweiligen Land durchzuführen.

Auchs Odile Limpach beantwortet die Frage nach ihrem Arbeitsablauf: Sie muss immer wissen, was jeden Tag ansteht – und das, obwohl jeder Tag anders aussieht. 130 Mitarbeiter entwickeln und produzieren Spiele in Düsseldorf, zusätzlich gibt es noch Produktionsstätten in Indien und Frankreich, die Zentrale von Blue Byte ist in Paris. Dies macht die Arbeit sehr komplex. Die Entwicklungszeit von „kleinen“ Spielen beträgt etwa 1 ½ Jahre, die von „großen“ drei bis vier Jahre, sodass eine langfristige Planung und vorausschauendes Arbeiten von zentraler Bedeutung sind. Zu den weiteren strategischen Aufgaben gehört die Erstellung von Finanzplänen und die Analyse von Marktrends.

Auf Nachfrage Bella Lesniks gibt sie zu, dass sie privat kaum noch spielt, sondern nahezu ausschließlich aus beruflichen Gründen. In der Firma selbst dürfen die Mitarbeiter spielen, wann immer die Arbeit es zulässt. Ihr Tipp für den Einstig: ein Praktikum als Gametester.

Sabine Heinrich erklärt, wie ihr typischer Radiotag aussieht. “Das ist ein Kurzstreckenlauf” so Heinrich. Um acht ist sie bei der Arbeit, ihre Sendung läuft zwischen 10 und 14 Uhr. Wichtig ist es, die neuesten Nachrichten zu kennen, damit man die Sendung vorbereiten und auf unerwartete Ereignisse wie ungeplante Interviews gut reagieren kann. Nach jeder Sendung findet eine Konferenz statt, in der das Team noch einmal alles durchspricht. Um 15 Uhr endet ihr Radioarbeitstag, danach benötigt sie eine Stunde, um ihre Sprache wieder von „Radiosprache“ auf „Alltagssprache“ umzustellen, denn: Im Radio ist ein anderer Rede- und Kommunikationsstil gefragt: kurz und auf den Punkt. Ebenfalls sehr wichtig für die Arbeit:  Kreativität und Improvisationstalent.

'Was mit Medien' machen? Heute wird es konkreter...

 

Die Frage Lesniks nach den Unterschieden zwischen dem Radio- und dem Fernsehberuf  beantwortet Heinrich mit einem Vergleich:  Radio machen gleicht einem Kurzstreckenlauf, ihre Fernseharbeit für Zimmer Frei ist die Mittelstrecke, eine Reportage wie WDR Weltweit der Langstreckenlauf. Ihre große Liebe ist das Radio, für das sie schon viele Jahre tätig ist, allein 11 Jahre beim WDR; die Arbeit im Fernsehen hingegen ist noch zu neu, um von Liebe zu sprechen. Und jede Arbeit, die man neu anfängt, lässt einen unsicher werden. “Ich muss mich da reinfuchsen”. Die Kunst ist, parallel kreativ zu sein und an allem gleichzeitig zu arbeiten.

Sabria David arbeitet an vielen Projekten parallel, sodass die Beschreibung ihres Arbeitsalltages sich schwierig gestaltet. Normalerweise geht sie um 8 ins Büro und nach dem Morgen-Kaffee startet sie einen ersten Streifzug durch die Medienlandschaft: Mails und Twitter checken, Nachrichten lesen etc.  Sie publiziert sehr viel im wissenschaftlichen Bereich, bereitet Vorträge vor, feilt an ihrer Forschungsstrategie und pflegt Kontakte. Die parallele Arbeit an unterschiedlichen Projekten verlangt Koordinationsfähigkeit. Da für Bella Lesnik laut eigener Aussage das Forschen im Medienbereich etwas völlig Fremdes ist, ihre Frage an David: “Was genau verbirgt sich dahinter?”  Der Blick auf Zusammenhänge und die Frage, was dahinter steckt, so David, zeichnet das Forschen im Allgemeinen aus, die besonderen Zusammenhänge der Digitalisierung sagt sie: “Es lädt geradezu ein zum Forschen”. Sie könne aus dem Stand Forschungsgegenstände für die nächsten 10 Jahre benennen. Die Fragen, die es unter anderem zu beantworten galt und gilt: Wie kann man Identität transportieren? Was ändert sich durch Web 2.0 für die Kommunikation von Unternehmen? Müssen sie authentischer, ehrlicher im Dialog mit ihren Nutzern/Konsumenten sein?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle vorgestellten Berufe ein hohes Maß an Kreativität, Improvisationstalent, Koordinationsfähigkeit und Belastbarkeit verlangen – dafür bieten sie einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag voller Überraschungen.

Die nächste Frage, um die es nun geht: Wie sind die Teilnehmerinnen zu ihrem jeweiligen Beruf gekommen? Odile Limpach hat einen Abschluss als Diplom-Kauffrau und landete durch Zufall in der Spielebranche. Sie war zunächst Produktmanagerin, dann Geschäftsführerin einer Vertriebsgesellschaft und entschied sich vor vier Jahren, in die Entwicklung zu gehen: “Man muss offen sein für sehr viele Themen, dann hat man alle Chancen.” Gerade die Spielebranche vereint eine unerwartete Bandbreite an Berufbildern: man muss nicht nur Spiele spielen, um in der Branche arbeiten zu können,  an der Entwicklung eines Spiels sind viele unterschiedliche Berufsbilder beteiligt, manchmal sind es 30, manchmal 300 Personen.

Simone Stewens studierte zunächst Komparatistik und arbeitete während ihres Studiums beim Rundfunk. Nach ihrem Abschluss folgte eine Hospitanz beim Fernsehen. Ihr erster Beitrag war ein 45-Sekünder über ein soziales Thema, ohne dass sie irgendeine Ahnung vom Erstellen solcher Beiträge hatte. Dies änderte sich recht schnell und als freie Mitarbeiterin war sie bald so erfolgreich, dass ihr eine Festanstellung angeboten wurde. Sie wechselte ins Management und wurde Leitende Redakteurin beim BR, unter anderem mit internationalem Bezug. Irgendwann wurde sie dann beim Filmfestival in Cannes angesprochen und man bot ihr die Leitung der Filmschule an. Diese war zu diesem Zeitpunkt nicht viel mehr als eine Weiterbildungseinrichtung, die zu einer Hochschule mit qualifizierten Hochschulabschlüssen umgebaut werden sollte. Reizvoll war für sie vor allem die Offenheit der Situation: Sie hatte kein Vorwissen, keine Idee davon, wie man Ausbildungsgänge strukturiert: “Dann hab ich einfach angefangen.” Auch die Umstrukturierung auf „Bachelor“ und „Master“ ist eine Herausforderung, die noch im laufenden Prozess ist. Auch hier ist die aktuelle Entwicklung auf dem Medienmarkt zu beachten – vor allem im Weiterbildungsbereich der Hochschule.

Bella Lesnik fragt nach: Welche Rolle spielt der Zufall? Wie weit kommt man, wenn man geregelte Wege geht? Kim Lenar  berichtet von ihrem Werdegang, wie sie, obwohl ihre Deutschlehrerin ihr fehlendes Schreibtalent bescheinigte, entschlossen war, Journalistin zu werden. Schon während des ersten Semesters stellte sie sehr schnell fest, dass ihr die Uni zu wenig praktische Arbeit bot. Ohne ihr Studium abzuschließen, bot man ihr einen Volontariatsplatz bei der Hamburger Morgenpost an.

Vom Fernsehen wurde sie abgeworben, sie wollte immer Geschichten von Menschen erzählen, deshalb hat sie das Medium Fernsehen gepackt. Überrascht hat sie hier vor allem der große Unterschied zu den Printmedien – sie musste Vieles dazu- und neulernen. Wichtig ist für sie der Antrieb, nicht stehen zu bleiben und sich immer neue Wege zu suchen.  Lenar gibt offen zu, dass sie auch falsche Entscheidungen getroffen hat und Umwege gegangen ist: Nicht jedes Format passt auf jeden Menschen. Während einer Auszeit, die ihr geholfen hat, sich selbst wiederzufinden, fasste sie den Entschluss, als Freiberuflerin zu arbeiten. Sie drehte unter anderem Imagefilme, bevor sie von der BILD angeworben wurde. Sie glaubt, dass es das Wichtigste ist, auf sein Bauchgefühl zu hören: “Nicht denken, was erwartet man von mir, sondern was erwarte ich von mir.”

Doch ist es wirklich so leicht, solchen Erfolg zu haben? Heinrich fordert die Anwesenden auf, Netzwerke zu bilden, denn das führt ihrer Meinung nach zum Erfolg. Sie glaubt, dass man angesprochen wird, wenn man gut ist, wenn man hart arbeitet. Der Beginn einer Karriere ist oftmals zufällig, aber der Rest kommt durch harte Arbeit. Und durch Kommunikation: “Reden ist das Aller-, Allerwichtigste.” Stewens ist ähnlicher Meinung, Netzwerke sind wichtig für den Erfolg, genauso, dass man “auffällt durch Qualität”. Für David ist die Kombination aus inneren Orientierung und Zufall das Entscheidende. Man muss immer offen sein, bereit für einen neuen Schritt, wenn man merkt, es ist alles “abgelernt”.

Limpach stimmt zu: Man muss den Mut haben, den entscheidenden Schritt zu gehen. Heinrich betont, dass man bereit sein muss, Fehler zu machen. Denn schließlich baue sie keine Brücken, vepflanze keine Organe, was sollte passieren, wenn etwas schief gehen sollte? David rät, sich nie die Frage zu stellen, “kann ich das, was ich da machen will”, sondern nur, “ob ich bereit bin, es zu lernen”.  Die eigentliche Frage, so David, lautet: “Will ich das?”

Bella Lesniks letzte Frage:  Hatten die Anwesenden jemals das Gefühl, dass sie als Frauen bevorzugt oder benachteiligt wurden?
Sabine Heinrich ist der Meinung, Frauen verdienen weniger, weil sie anders auftreten als Männer, zurückhaltender, bescheidener. Sabria David glaubt, dass es daran liegt, dass Frauen gemocht werden möchten. Odile Limpach merkt an, dass Frauen sich nicht von falscher Bescheidenheit bremsen lassen dürften. Kim Lenar stimmt zu: Gerade in Gehaltsverhandlungen ist Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein gefragt: “Ich bin das wert!” Hier treten Männer viel aggressiver auf.

Bella Lesnik eröffnet nun die Publikumsdiskussion.  Die erste Frage aus dem Publikum kommt per Twitter: “Was denken eigentlich Printjournalisten über Onliner?”
Kim Lenar antwortet: Die Printler wissen, dass man sich immer weiter öffnen muss. Man muss sehen, wie man am besten zusammen arbeiten kann;  die Online-Möglichkeiten können eine Erweiterung  sein. Ihrer Meinung nach passt beides perfekt zusammen.

Die zweite Frage aus dem Publikum lautet: “Sind die Anwesenden der Meinung, dass es eine Frauenquote geben muss?” 
Die Ansichten sind dazu unterschiedlich. Odile Limpach ist der Meinung, dass mit der Quote nicht viel erreicht wird für Frauen. Bella Lesnik merkt an, dass Familie ein Stolperstein sein könnte. Heinrich glaubt, dass man Beruf und Familie als Freiberufler eher vereinbaren kann als als Festangestellte. Für diese bedeutet die Familienplanung oft einen Karriereknick.  In der anschließenden Diskussion werden verschiedene Modelle  erörtert, die Panelteilnehmerinnen berichten von ihren eigenen Erfahrungen.

Die dritte Frage kommt von einer Studierenden, die am Beginn ihrer Karriere steht, gerade ihr Studium abgeschlossen und selbst schon zwei Kinder hat. Sie fragt, wie große Unternehmen sie wahrnehmen in ihrer Situation.  Heinrich ist der Meinung, dass dies ein großes Plus ist, mit dem man hausieren gehen sollte. Lenar stimmt ihr zu, die junge Frau hat schon bewiesen, wie leistungsfähig sie sein muss, um so eine Situation so bravourös zu meistern.

Die vierte Frage aus dem Publikum: “Wäre statt einer Frauenquote eine KiTa-Quote denkbar? Und hat man  noch Chancen, wenn da s Einstiegsalter höher ist und man noch keine Kinder hat?”
David meint dazu, dass es wichtig ist, private und berufliche Netzwerke zu knüpfen.  Denn gerade mit Familie ist das private Netzwerk für die Karriere mindestens genauso wichtig. Aber man sollte die Lebensplanung nicht von Karrierechancen abhängig machen.
Stewens erklärt: Es gibt viele weibliche Bewerber, die gute Chancen haben. Das Problem ist, dass die Frauen nach der Babypause lieber eine Halbzeitstelle wollen, anstatt voll zu arbeiten. Und je kleiner der Betrieb ist, desto problematischer kann dies werden.

Die Abschlussfrage an alle: Was wünscht ihr euch für die Zukunft? Was wollt ihr mitgeben?
Sabria David wünscht sich, “auf dieser tollen Welle” weiterzusurfen und alles, was ihr vorschwebt, auch umsetzen zu können.  Was sie mitgeben will: “Trefft eigene Entscheidungen, nehmt das Leben selbst in die Hand.”
Sabine Heinrich möchte wach blieben,  ihre Kreativität bewahren. Ihr Rat: “Seid wach, seid schlau. Sprecht alle an, schämt euch nicht.  Nicht aufgeben. Es fängt heute an.”
Odile Limpach wünscht sich mehr Bewerberinnen in ihrem Unternehmen. Sie rät: “Seid neugierig, seid nicht scheu.”
Sabine Stewens will immer weiterlernen, und wünscht sich, dass sich einige Strukturen in der Medienlandschaft ändern. Ihr Rat: “Horcht in euch rein, glaubt an euch, sucht euch Unterstützer, seid hartnäckig.”
Kim Lenar möchte ebenfalls weiterlernen in ihrem neuen Job und rät: “Seid mutig, seid selbstbewusst!…Ganz viel Netzwerken, das machen Frauen noch viel zu wenig.”

 Posted by at 11:53
Mrz 062012
 

Dr. Angelika Schwall-Düren

9:50

Die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, Dr. Angelika Schwall-Düren, heißt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von “Medienfrauen NRW 2012″ willkommen: “Ich freue mich, dass Sie alle gekommen sind, um einen spannenden, informativen und hoffentlich für Viele von Ihnen auch anregenden Tag zu verbringen.”

“Wie häufig hat man schon einmal die Gelegenheit hat, so viele spannende Frauen kennen zu lernen?”, fragt die Ministerin. Die Medienfrauen werden die jungen Gäste teilhaben lassen an ihrem Leben, an ihrer Karriere, an ihren Erfahrungen.  Die Veranstaltung soll Einblick in die Realität von Berufsentwürfen bieten, den Anwesenden zeigen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Auch die Ministerin verweist in ihrer Rede darauf, dass im Hinblick auf die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zwar im Vergleich zur Generation der Mütter und Großmütter schon viel erreicht wurde,  Frauen jedoch noch lange nicht am Ziel seien.

Die Entlohnung hat sich bisher nur angeglichen,  auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht grundsätzlich gegeben. Immer noch sind mehr Männer in Führungspositionen, erläutert die Ministerin, immer noch sind es in der Mehrheit Frauen, die sich wegen der Kinder beruflich einschränken. Die Abweichung bei der Entlohnung beträgt in Deutschland durchschnittlich immer noch rund 20 Prozent – aus den genannten Gründen in ihrer Kombination.

Aber nicht nur aus diesen Gründen gibt es nach wie vor Lohnunterschiede. Die Ministerin zitiert eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz, wonach der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern mit gleicher Ausbildung, gleichem Beruf und gleichem Alter im selben Betrieb immer noch 12 Prozent beträgt.

Vorzeigefrauen sind immer noch ein Beispiel für eine Ausnahme, unds genau dies muss sich ihrer Meinung nach ändern: erfolgreiche Frauen sollten in Zukunft nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein, so Schwall-Düren: Gleiche Bedingungen und Perspektiven für Männer und Frauen sind erst erreicht, “wenn wir die Vorzeigefrauen nicht mehr als eine solche Ausnahme wahrnehmen, weil es Normalität ist, wenn wir Veranstaltungen wie die heutige nicht mehr benötigen, um zu ermuntern und zu ermutigen, sondern um das Erreichte zu feiern”. Sie verweist darauf, dass das Spektrum der Medienberuf weiter gefasst ist als es die Beispiele erfolgreicher Moderatorinen, Journalistin etc. nahe legen. Das Schicksal der Vorzeigemenschen ist es, dass sie immer herangezogen werden, wenn es etwas zu beweisen, vorzuweisen gibt. Das führt oft zum Schluss, dass die Situation so schlimm gar nicht sein kann.  

Sie gibt den Teilnehmerinnen mit auf den Weg, dass sie nicht locker lassen und sich von den gradlinigen oder auch krummen Lebensläufen, die sie heute kennenlernen können, inspirieren lassen sollen. Mehr als 200 Medienberufe stehen heute zur Auswahl: „Informieren Sie sich. Sehen Sie zu, dass sie die beste Ausbildung bekommen, die Sie für sich finden können.“ Sie wünscht allen Mut, Glück und Erfolg mit ihrer Wahl.

 Posted by at 11:36
Mrz 062012
 

Medienfrauen NRW 2012
06.03.2012

Die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes

9.40

Bella Lesnik heißt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Medienfrauen NRW 2012 herzlich willkommen. Sie übergibt an Elfi Scho-Antwerpes, die Bürgermeisterin der Stadt Köln, die alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Medienfrauen NRW 2012“ begrüßt.

Die Medienfrauen NRW 2012 ist eine sehr  wichtige und schöne Veranstaltung, so Scho-Antwerpes, die gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Internationalen Frauentag zum richtigen Zeitpunkt stattfindet. Sie betont, dass gleiche Rechte und Chancen für Männer und Frauen noch keine Selbstverständlichkeit sind und dass daran noch intensiv gearbeitet werden muss. Besonders die Arbeitswelt ist durch Ungleichheiten geprägt, da die Strukturen in der Arbeitswelt immer noch auf Männer ausgerichtet sind. Schlüsselpositionen sind überwiegend immer noch von Männern besetzt, nach wie vor müssen Frauen im Beruf häufig doppelt so viel leisten wie ihre männliche Kollegen. Die Frage lautet: Müssen Frauen sich immer noch doppelt so sehr anstrengen wie Männer, um in die oberen Etagen zu kommen? Gerade in klassischen Männerdomänen sei dies – so ihre eigene Erfahrung – sei dies noch häufig der Fall. Dies, so Elfie Scho-Antwerpes, ist jedoch nicht der richtige Weg. „Wir brauchen kein Gegeneinander, wir brauchen ein Miteinander.“

Sie weist auf die Vorurteilsstrukturen hin, die immer noch die alltägliche Wahrnehmung prägen: Sie erläutert anhand einer Studie aus Großbritannien, die das Verhalten im Umgang mit dem Auto von Frauen und Männern dokumentiert, dass Frauen nicht schlechter in der Bewältigung von Alltagssituationen sind. Die Studie zeigt, dass Frauen zu Beginn nicht die unbedingt die besseren Fahrerinnen sind, dies aber langfristig durch größere Lernfähigkeit wettmachen und letztendlich mindestens genauso gut wie die männlichen Vergleichspersonen fahren und einparken, wenn nicht sogar besser.

Frauen sollen ihre Stärken selbstbewusst nutzen. Fachliche Kompetenz ist ihrer Ansicht nach das eine, aber das Auftreten, die persönliche Ausstrahlung  ist mindestens genauso wichtig.  Die anwesenden Referentinnen werden als Vorbilder dabei helfen, eigene Ideen und Visionen zu entwickeln. Sie fordert die anwesenden Teilnehmerinnen auf, sich inspirieren zu lassen.  

Anschließend heißt Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, Dr. Angelika Schwall-Düren, die Gäste willkommen.

Sie  eröffnet ihre Rede mit der Frage, wann man schon einmal die Gelegenheit hat, so viele spannende Frauen kennen zu lernen. Die Medienfrauen werden die jungen Gäste teilhaben lassen an ihrem Leben, an ihrer Karriere, an ihren Erfahrungen.  Die Veranstaltung soll Einblick in die Realität von Berufsentwürfen bieten, den Anwesenden zeigen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Auch die Ministerin verweist in ihrer Rede darauf, dass bisher in Sachen Gleichberechtigung zwar im Vergleich zur Generation der Mütter und Großmütter schon viel erreicht wurde,  Frauen jedoch noch lange nicht am Ziel seien. Die Entlohnung hat sich bisher nur angeglichen,  auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht grundsätzlich gegeben. Immer noch sind mehr Männer in Führungspositionen,  immer noch sind es in der Mehrheit Frauen, die sich wegen der Kinder beruflich einschränken. Vorzeigefrauen sind immer noch ein Beispiel für eine Ausnahme, genau dies muss sich ändern: erfolgreiche Frauen sollten in Zukunft nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein, so Schwall-Düren. Sie verweist darauf, dass das Spektrum der Medienberuf weiter gefasst ist als es die Beispiele erfolgreicher Moderatorinen, Journalistin etc. nahe legen. Das Schicksal der Vorzeigemenschen ist es, dass sie immer herangezogen werden, wenn es etwas zu beweisen, vorzuweisen gibt. Das führt oft zum Schluss, dass die Situation so schlimm gar nicht sein kann.   Sie gibt den Teilnehmerinnen mit auf den Weg, dass sie sich nicht entmutigen lassen sollen. Mehr als 200 Medienberufe stehen heute zur Auswahl: „Sehen Sie zu, dass sie die beste Ausbildung bekommen, die Sie für sich finden können.“ Sie wünscht allen Mut, Glück und Erfolg mit ihrer Wahl.

 

 

 

 Posted by at 11:16
Feb 292012
 

Im letzten Jahr noch Gast, in diesem Jahr Moderatorin: Bella Lesnik

Im letzten Jahr noch Gast, in diesem Jahr Moderatorin: Bella Lesnik

„Du hast Lust ‚auf was mit Medien?‘ Hast aber noch ein paar offene Fragen, die dich zurückhalten, so richtig durchzustarten?
Wir haben die Antworten. Die Medienfrauen NRW 2012 und ich freuen uns auf Dich!“ Veranstaltungsmoderatorin Bella Lesnik (1LIVE-Moderatorin).

 Posted by at 16:59
Feb 132012
 

Odile Limpach / Blue Byte GmbH

Odile Limpach / Blue Byte GmbH

Wir freuen uns auf:

  • Sabria David / Slow Media Institut,
  • Sabine Heinrich / 1Live,
  • Odile Limpach / Blue Byte GmbH,
  • Simone Stewens / ifs Internationale Filmschule Köln,
  • Kim Lenar / BILD.
 Posted by at 15:18
Feb 032012
 

Preistrophäe "Frauen + Medientechnologie" 2012

Preistrophäe "Frauen + Medientechnologie" 2012

Unter dem Motto „Eine Idee weiter“ zeichnet der ARD/ZDF-Förderpreis Frauen+Medientechnologie herausragende Abschlussarbeiten aus. Medientechnisch interessierte Studentinnen können sich noch bis zum 29. Februar 2012 für den Förderpreis bewerben.

Teilnehmen können Frauen, die an deutschen, österreichischen oder schweizerischen (Fach-)Hochschulen und Universitäten studieren bzw. studiert haben und die nach dem 1. Januar 2010 eine Abschlussarbeit zur Erlangung eines akademischen Grades eingereicht haben. Wichtig ist dabei, das die Abschlussarbeit sich mit technischen Fragen der audio-visuellen Medienproduktion oder -distribution (auch online) befasst. Es winken Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro (1. Preis), von 3.000 Euro (2. Preis), 2.000 Euro (3. Preis) sowie ein Sonderpreis für eine hervorragende Bachelorarbeit.

In jedem Fall lohnt sich eine Bewerbung, weil sie eine Visitenkarte ist und Karriereoptionen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten eröffnet. Jenseits des Förderpreises besteht für Bewerberinnen die Chance, in ein Trainee-Programm, eine Mentoring-Initiative oder eine andere Frauenfördermaßnahme der beteiligten Rundfunkanstalten aufgenommen zu werden.

Weitere Informationen unter:
Opens external link in new windowhttp://www.ard-zdf-foerderpreis.de/

 Posted by at 09:34
Mrz 222011
 
medienfrauen2011_191

An dieser Stelle finden Sie unsere Audiodokumentation der Veranstaltung. Sie können die Begrüßungen und Redebeiträge der Gastgeber und Partner der “Medienfrauen NRW 2011″ nachverfolgen. Außerdem im Programm: Die Mitschnitte der beiden Vormittags-Panels, “Erfolgreiche Frauen in den Medienbranchen” und “Ausbildung in der Medienbranche – Voraussetzungen, Erfahrungen, Bedingungen”.

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 Posted by at 17:06
Mrz 152011
 

"Fernsehfrauen": Kim Lenar und Elisabeth Neumann

Elisabeth Neumann (Medienbüro Rheinland) startete vor 20 Jahren ihre berufliche Laufbahn mit einem Volontariat bei RTL, danach wechselte sie zu Stern TV und wurde  dort Chefin vom Dienst. Ihr Weg führte sie dann zu  Gruner+Jahr als Redaktionsleiterin bei bizz.TV, danach war sie zwischenzeitlich Pressesprecherin der NRW Medien GmbH und wechselte dann zu einer Werbeagentur, um für Kunden TV-Werbung entwickeln. Vor sechs Jahren wurde sie selbstständig als Autorin und Regisseurin und bietet Fortbildung, Moderation, Einzelcoaching in der Medienbranche an.

Neumann arbeitet fünf bis zehn Drehtage am Stück beispielsweise für das Format “Die Auswanderer” bei Vox. Sie verweist auf die Unterschiede zwischen Magazin und Dokumentation. Sie bezeichnet sich als Beobachterin. Auf die Frage nach der Inszenierung von vermeintlichen Dokumentationen wie die “Auswanderer”, beschreibt Neumann die unterschiedlichen Grade der Inszenierung und sie bevorzugt eher die “Initiierung” von Geschichten. Am Beispiel von “scripted reality” beschreibt Neumann aktuelle Seminarsituationen, in denen die Teilnehmenden die Arbeiten in diesem Format generell ablehnen. Die Verweigerungshaltung hätte es vor Jahren nicht gegeben.
Üblicherweise sind drei Personen an der Produktion beteiligt: Regie, Kamera und Ton. Teamarbeit sei sehr wichtig. “Man darf nicht zimperlich sein” -  unter Stress und Druck herrscht ein rauher Umgangston. Die Empfehlung lautet: sich nicht verrückt machen lassen.
Neumann sagte rückblickend, dass sie Manches nicht mehr machen würde. Die grundsätzliche Frage, ob man bei Privatsendern arbeiten möchte, muss sich jede ohnehin selbst stellen. Auf die Frage nach einer Einführung in den Bereich Drehbuch, verwies Neuman auf “story telling” bzw. die Konstruktionsprinzipien von “Heldengeschichten”. Über die Theorie komme man zur Praxis. Es sei nicht notwendig, 25 Praktika hintereinander zu absolvieren; konkrete Projekte und persönliches Interessen zählten. Quereinstiege bei entsprechendem Engagement seien ohnehin möglich.

Voll besetzter Workshop...

Kim Lenar (RTL) brach ihr Studium für ein Volontariat bei der Hamburger Morgenpost ab und ging dann –  vor 15 Jahren – zu RTL Nord (Hamburg), später zu RTL nach Köln. Dort war sie Redakteurin, Chefin vom Dienst für RTL “EXCLUSIV – Das Starmagazin”, danach Aufbau der Berliner Boulevard Redaktion für RTL. Nach weiteren Arbeiten bei “Punkt Zwölf” litt Kim Lenar an einem Burn-out und besuchte eine Klinik, um sich beruflich wieder zu finden. “Ich möchte Filme machen, mit Menschen arbeiten und Geschichten erzählen”. Sie ist jetzt an einem Punkt Filme zu machen und arbeitet als freie Autorin.
Als Beispiel für ihre Arbeit zeigte sie eine Reportage über Lionel Richie. Kim Lenar besuchte den Künstler in seinem Privathaus in Beverly Hills. Lenar berichtete über die Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten und den Umgang zwischen Planung und Unvorhersehbarem. Das zweite Beispiel kam von der Fashion Week Berlin über Michael Michalsky. Sie war verantwortlich für den Kameradreh, die Interviews und Organisation. Gemeinsam mit einer Cutterin entstand das filmische Endprodukt. Einzelne Bestandteile konnten unterschiedlich weitergenutzt werden (“Poolmaterial”), beispielsweise machte RTL einen Bericht über ein 65-jähriges Modell. Nach jeder Produktion wird das Ergebnis von der Redaktionsleitung abgenommen, was einer ständigen Prüfungssituation gleichkommt und emotional nicht immer einfach zu bewältigen sei. Es gibt Grenzen der Berichterstattung, die Lenars Ansicht nach individuell und persönlich gezogen werden müssten. Die Mechanismen seien bei Privatsender anders als bei öffentlich-rechtliche Sendungen. Jede(r) muss diese Grenzziehung für sich selbst beantworten.
 Posted by at 15:59
Mrz 152011
 

Silke Knabenschuh ist Jugendschutzbeauftragte bei wer-kennt-wen.de. Sie ist ausgebildete Medienpädagogin und studierte Englisch und Deutsch auf Lehramt. In ihrer Tätigkeit bei wer-kennt-wen hat sie eine beratende Funktion bei allen Neueinführungen, z.B. neue Funktionen, die unter Jugendschutzgesichtspunkten beurteilt werden müssen. Sie beantwortet gemeinsam mit 50 Kolleginnen und Kollegen Nutzeranfragen, bearbeitet Meldungen zu problematischen Inhalten und betreut die Aufklärungsseiten und den Jugenschutzbereich von wer-kennt-wen. Dabei gehe es vor allem darum, Nutzer zu sensibilisieren, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Jugenschutzgremien zu pflegen, die auf Medienarbeit konzentriert sind, an Fachtagungen teilzunehmen und Informationen über Medienentwicklungen (Pädagogik, Politik etc.) zu sammeln.

Nicole Ebber und Silke Knabenschuh im Workshop zu Internet und Co.

Mit einer Benachteiligung im Job habe sie keine schlechten Erfahrungen gemacht, so Knabenschuh, “was vor allem daran liegt, dass ich bis jetzt immer Nischen bedient habe.” Wichtig für die Vereinbarkeit eines Medienberufs und der Familienplanung sei es “am Ball zu bleiben bleiben“, so Knabenschuh. Das Internet bilde da keine Ausnahme, und Medien seien grundsätzlich eine schnelllebige Branche. Ein Jahr Elternzeit sei jedoch machbar

Nicole Ebber, Projektmanagerin bei wikimedia Deutschland, ist ausgebildete Bürokauffrau und Übersetzerin und Dolmetscherin. Bereits während der kaufmännischen Ausbildung hat sie sich im Bereich Computer fortgebildet und dann ihr eigentliches Traumstudium in Köln begonnen: Informationswirtschaft. Ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema Creative- Commons- Lizenzen, hielt danach Vorträge in diesem Feld und arbeitete an eigenen Blogs, sozialen Netzwerken etc. Auch hierüber knüpfte sie wichtige Kontakte, und es folgte die Anfrage bei wikimedia, da sich für Ebber hier Arbeit anbot, für die auch ihr Herz schlug. wikimedia, die “Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.” ist der Ansprechpartner für die deutsche Wikipedia, leistet finanzielle Unterstützung, stellt Anwendungen, Marketing etc. für Wikipedia bereit.

Für wikimedia führt Ebber ein medienpädagogisches Schulprojekt durch, um Nutzern den richtigen und kritischen Umgang mit wikipedia zu vermitteln. Als Medienfrau ist sie in ihrem Umfeld ein eher seltenes Exemplar, der „Frauenanteil war immer total gering“. Aber sie habe sich nie diskriminiert gefühlt. Bei Wikipedia versuchen sie auch gezielt, mehr weibliche Autoren zum Mitmachen zu motivieren. Bisher sind es nur 12 Prozent.

 Posted by at 15:45
Mrz 152011
 

Die Journalistin und Autorin Hatice Akyün ist leider erkrankt, hat aber eine persönliche Nachricht an die Workshopteilnehmerinnen geschickt.

Christina Wandt über den Einstieg in den Zeitungsjournalismus

Christina Wandt, Redakteurin bei der WAZ, machte ein Praktikum in einer Lokalredaktion, blieb als freie Mitarbeiterin, wurde dann Volontärin und durchlief alle Stationen bei der Zeitung. Ihren Lebenslauf bezeichnet sie als „orthodox“. Akyün hingegen hatte einen wesentlich bewegteren Lebenslauf mit vielen unterschiedlichen Jobs. Auch als Journalistin blieb Akyün vielseitig (MAX, Emma, …), ist die „Türkin im Medienbusiness“, betont jedoch immer auch, dass sie mehr ist als das.

Christina Wandt erläutert die formalen Voraussetzungen für ein Volontariat bei der WAZ und plädiert dafür, das Studium zu absolvieren, das Spaß mache. Fachspezifische Hintergründe könnten wichtig sein, z.B. würden gerade Journalisten mit natur- oder wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund gesucht. Bewerber für ein Volontariat sollen nicht älter als 30 Jahre alt sein und absolvieren bei der WAZ ein Assessment Center mit einem Wissenstest, der auf Nachrichtenwissen basiert. Darum sei es wichtig, so Wandt, informiert zu sein. Die Teilnehmerinnen können sich anhand der mitgebrachten Beispielfragen ein Bild machen.

Diskutiert wurde vor allem die Frage nach der Studienrichtung: Ist es besser, einen Journalismustudiengang zu wählen oder ein fachspezifisches Studium mit praktischen journalistischen Erfahrungen zu kombinieren? Die Referentinnen empfehlen, ein fachlich ausgerichtetes statt eines Journalistikstudiums zu wählen und nebenbei journalistische Erfahrungen zu sammeln. Wichtig seien „Alleinstellungsmerkmale“, d.h. thematische Schwerpunkte, die einen auszeichnen (z.b. Naher Osten, Physik). Das Tageszeitungspraktikum ist laut Wandt ein guter Grundstock für die weitere journalistische Arbeit. Anne Scholz von AIM-MIA betont, dass es auch im Blick auf die Zeitung eine ganze Bandbreite an möglichen Berufen gibt (z.B. auch Anzeigenvermarktung).

Christina Wandt stellt im Workshop unterschiedliche Zeitungsformate vor, vor allem um zu zeigen, dass verschiedene Formate auch unterschiedliches journalistisches Arbeiten verlangen:

  • die „Boulevardzeitung“ (BILD), keine Abo-Zeitung, keine kontinuierliche Auflage, Zeitung muss sich immer verkaufen, darum aggressive Aufmacher

  • „Leitmedien“ (Süddeutsche, FAZ), bestimmte politische Ausrichtung; auch hier bestimmter Stil und bestimmtes Design

  • Zeitungen, die auf bestimmte Branchen spezialisiert sind, z.B. Handelsblatt

  • Wochenzeitungen wie die ZEIT, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

  • Illustrierte (Bunte, Brigitte etc.)

  • Nachrichtenmagazine wie der Spiegel

Die WAZ mal von innen

Im Journalismus gibt es keine festen oder geregelten Arbeitszeiten, häufig arbeitet man bis spät abends oder auch am Wochenende, ebenso gibt es Dienst an Feiertagen. Es wird gearbeitet, „bis die Zeitung voll ist“, so Wandt. Von großem Interesse war auch die Frage nach den Verdienstmöglichkeiten: Die Finanzlage im Print-Journalismus ist nach Ansicht der Referentinnen schwierig. Es gebe immer mehr Freiberufler: oft stehen investierte Arbeit und ausgezahlter Lohn in keinem guten Verhältnis.

Wandt sagt, dass man Neugier, gute Allgemeinbildung, gute Auffassungsgabe und Hartnäckigkeit braucht. Man müsse „den Finger in die Wunde legen“. Wichtig seien auch Auslandssemester. Auslandskorrespondenten müssen über alles berichten. Deshalb sei es gut, wenn man in seiner Zeit vor der Auslandsarbeit möglichst viele Bereiche journalistisch abgedeckt hat. Außerdem müsse der Auslandskorrespondent sehr schnell und flexibel an neuen Themen arbeiten.

 Posted by at 15:13
Mrz 152011
 

Anna Hepp, 34 Jahre, besuchte die Realschule und machte dann Abitur. Nach einer beruflichen Findungsphase wurde sie Fotografin. Im Anschluss schrieb sie sich an der Kunsthochschule für Medien in Köln ein. Über Fiktionales  und Fotokunst gelangte sie zum Film und dreht nun insbesondere Dokumentarfilme (vgl. www.annahepp.com).

Anna Hepp und Kiki Radicke (v.l.n.r.) über ihre Arbeit

Im Workshop zeigte Anna Hepp den Trailer zu ihrem Film “Rotkohl und Blaukraut” (60min). Dieser Film wurde in vier Jahren produziert und wurde auf der Berlinale im Rahmen des Deutschen Films gezeigt wurde. Frau Hepp sprach von der Leidenschaft des Filmemachens und betonte, dass diese Filmarbeit kein Geld erwirtschafte, das Gegenteil sei der Fall: Ihre Filmproduktion wurde mit Neben- und Gelegenheitsjobs finanziert.  Sie verwies allerdings auch auf Finanzierungsförderungen und Stiftungen.

Der zweite Dokumentarfilm von Anna Hepp, gedreht in Schwarzweiß auf 16 mm Filmmaterial, mit einer Länge von 25 min., thematisiert das beschwerliche Alltagsleben der fast 94-jährigen Dorothea, die seit fast 17 Jahren allein lebt. Dieser Film gewann Preise auf zahlreichen Filmfestivals. Frau Hepp beschreibt die Arbeit der Filmproduktion und beantwortet Fragen zum Material, zur Produktionszeit und zu den Produktionsbedingungen.

Kiki Radicke studierte Kommunikationswissenschaften, Marketing und Philosophie, absolvierte Praktika in verschiedenen Agenturen und arbeitete zunächst in der Produktion und Organisation. Nach zwei Jahren Babypause machte sie sich selbstständig mit einer Firma zur Filmausstattung.  Es gibt keinen Ausbildungsberuf Filmausstattung. Relevante Studienfächer wären Innenarchitektur oder Requisite. Filmausstatter sind zumeist selbstständig und müssen Phasen ohne Beauftragung überbrücken und neue Aufträge akquirieren.

Filmemachen als Leidenschaft: Workshop 1

Kiki Radicke wird von der Regie “eingekauft”, um Planungen und Geschichten ein konkretes Bild zu geben: “Wie sieht die Location aus? Was haben die Darsteller an? Wie sieht die Wohnung aus? Wo kann ggf. auch ein Auto explodieren, wenn es das Drehbuch vorsieht?” Als Ausstatter muss man die Produktion bedienen und Kosten voraussehen. Auf der anderen Seite gilt es, den Regisseur zu sehen und ggf. Kosten zu sparen. Die Arbeit erfolgt in einem Team und erfordert ein strenges Controlling und ein hohes Maß an Kreativität. Ständige Bereitschaft und konzentrierte Arbeitszeiten erschwerten ein geregeltes Familienleben, so Kiki Radicke. Und: Das Tätigkeitsfeld Filmausstattung sei von Männern dominiert: Zwar gebe es viele Praktikantinnen, jedoch nur wenige professionelle Ausstatterinnen und Motivscoutinnen.     
Zu den Projekten zählen Filme, Serien und Videoclips. Insbesondere historische Filme erfordern viel Recherche und Abstimmung. Frau Radicke beschreibt den Weg von den Vorgaben eines Drehbuchs, über Entwürfe für ein Setting, Abstimmung und Auf- bzw. Abbau der Ausstattung.

 Posted by at 14:20
Mrz 152011
 

v.l.n.r.: Elisabeth Neumann (Medienzentrum Rheinland), Dr. Andrea Kathage-Miosga und Anne Lührs (beide WDR)

Shary Reeves diskutiert mit  Anne Luers vom WDR (Aus- und Fortbildung), Dr. Andrea Kathage-Miosa (WDR), Elisabeth Neumann, freie Autorin und Regisseurin, Jenny Jung (Mediencluster NRW) und der gelernten Schriftsetzerin Jutta Klebon (ver.di).

Netzwerke

Reeves betont zu Anfang des Panels, wie wichtig es ist, Veranstaltungen zu besuchen, Kontakte zu knüpfen und sein Netzwerk zu pflegen. Frauen hätten besonders im Bereich Netzwerken einiges nachzuholen, so Anne Luers: „Sie können da gar nicht zu viel machen“, sagt die Ausbilderin. Dabei sei Mut und Eigeninitiative wichtig. “Mit dem Netzwerken kann man gar nicht früh genug anfangen”, sagt Jenny Jung. Sie betont außerdem die Wichtigkeit von online-Netzwerken (XING, Facebook, Twitter etc.). Besonders für die Medienbranche sei die Arbeit mit diesen Netzwerken extrem wichtig, so auch Elisabeth Neumann.

Jenny Jung betont, dass im Umgang mit Online-Netzwerken Vorsicht geboten ist: man sollte nicht alles ins Netz stellen, denn im schlimmsten Fall lässt sich nichts mehr löschen. “Die Privatsphäre muss geschützt werden.”

Praktika, Volontariate etc.

Wie funktioniert die Ausbildung und was muss man mitbringen? Anne Luers und Andrea Kathage-Miosga berichten von den Ausbildungsmöglichkeiten beim WDR. Dabei spricht Anne Luers aus der Perspektive der Ausbilderin, Kathage-Miosga als ehemalige Volontärin aus Sicht der Auszubildenden. Voraussetzungen für ein Volontariat sind laut Anne Luers ein abgeschlossenes Hochschulstudium, journalistische Erfahrung und persönliche bzw. soziale Faktoren (starke Nerven, Durchsetzungsvermögen, Authentizität, ehrliches Interesse) wichtig. Während eines Volontariats beim WDR gibt es praktische Seminare, z.B. wie man einen Fernsehbeitrag aufbaut. Zudem durchlaufen die Volontäre einzelne Stationen im WDR, dabei hat der oder die Volontär/in die Auswahl zwischen den Stationen. Besonders beliebt seien 1LIVE oder die tagesschau, so Kathage-Miosga. Bewerben kann man sich beim WDR am besten über die Website. Die Ausbildungsmöglichkeiten seien dabei weit gestreut, so biete der WDR auch Ausbildungen in technischen Berufen an. Eine gute Mischung aus Vorbereitung, Übung und Offenheit sei wichtig, so Kathage-Miosga: „Vorbereitung schadet nichts. Man muss sich aber immer bewusst machen, dass es alles ganz anders kommen kann.“ Andrea Kathage-Mioska rät zudem allen Medieninteressierten, das “Wunschfach” zu studieren und sich nicht von Zweckdenken leiten zu lassen

Elisabeth Neumann erläutert, dass man crossmedial, also in verschiedenen Medienbereichen Praxiserfahrungen sammeln sollte. Ihr sei persönlich wichtig, dass angehende Medienschaffende sich darüber klar werden, wo ihre  Leidenschaft liegt. „Neugier, Leidenschaft und Flexibilität, mit ein bisschen Talent gepaart“, das sind die wichtigsten Eigenschaften in der Ausbildungsphase, der Rest ergebe sich von selbst, so die Autorin und Regisseurin. Freie Sender suchen immer Leute mit „Esprit“ und Leidenschaft“. Wichtig sei vor allem der sogenannte „unique selling point“, also die Besonderheiten und spezifischen Interessen, die die Bewerber/innen auszeichnen.  Kreativität werde bei der Bewerbung belohnt, außerdem sollte man gut informiert sein über das Unternehmen, für das man sich bewirbt.

Jenny Jung (Mediencluster NRW) über Xing, Twitter und Facebook, links im Bild: Jutta Klebon (ver.di)

Jenny Jung studierte Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften und berichtet vor allem  über das Verhältnis von Ausbildung und Praxis. Auch sie betont die Bedeutung von Eigeninitiative und praktischen Erfahrungen. Zu ihrer jetzigen Ausrichtung kam sie sogar erst über praktische Erfahrungen: “Es ist wichtig, dass man nie auslernt, da die Medienbranche sehr schnelllebig ist.” Praktika und freie Mitarbeit seien auch gut, um herauszufinden, was man nicht will.”

Jutta Klebon betont die Vielfalt der möglichen Medienberufe. “Unterschiedliche Medienberufe erfordern dabei auch unterschiedliche Begabungen, man ist schnell verleitet, nur die großen und bekannten Medienberufe, z.B. Journalismus, als solche zu erkennen.” Auch eher technische Berufe wie Tontechniker gehörten jedoch zum Spektrum, und es sei wichtig, nach eigenen Interessen zu forschen und dementsprechende Praxiserfahrungen zu machen. Laut Klebon sind außerdem soziale Kompetenz und Teamfähigkeit wichtig, aber auch Disziplin und die Fähigkeit, unter Zeitdruck zu arbeiten.

Festanstellung versus Freiberuflichkeit

Frau Klebon spricht an, dass Festanstellungen schwinden und freie Mitarbeiter in großem Umfang die journalistische Arbeit in den Redaktionen verrichten. Man müsse sich also darauf einstellen, evtl. als „Freiberufler“ tätig zu sein und die soziale Absicherung im Auge behalten. Wichtig sind ihrer Ansicht nach außerdem die Fähigkeit zur Selbstorganisation. Gleichzeitig wählen auch immer mehr Kulturschaffende die Freiberuflichkeit, da sie teilweise größere kreative Freiräume bietet. Für Jenny Jung ist die Freiberuflichkeit allerdings auch eine Typfrage. In der Freiberuflichkeit verschwämmen z.B die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben.

Frauen in den Medien

Die Referentinnen diskutieren auch über die Rolle der Frauen in den Medien und die Frage der Gleichberechtigung. Elisabeth Neumann ist der Meinung, dass Frauen in den Medienberufen, speziell in Führungspositionen, nach wie vor unterrepräsentiert sind. “Das liegt vor allem daran, dass viele Mediendeals oft ‘an der Biertheke’ geschlossen werden, so Neumann, hier könnten (und wollten) Frauen nicht mithalten.

Jutta Klebon spricht sich nicht uneingeschränkt für Frauenquoten aus. Gleiche Qualifizierung müsse sein, jedoch müssten Frauen hier den Vorzug erhalten. „Quote ist kein Makel“, das müsse noch erkannt werde.

 Posted by at 13:06
Mrz 152011
 

Bettina Böttinger und Bella Lesnik im Gespräch

Vier erfolgreiche Medienfrauen auf dem Panel: die Moderatorin Bettina Böttinger, Bella Lesnik von 1LIVE, die Geschäftsführerin der Blue Byte GmbH, Odile Limpach, und die Geschäftsführerin der Filmstiftung NRW, Petra Müller. Sie berichten von ihrem Werdegang und Berufsalltag, diskutieren Einstiegsmöglichkeiten, Karrierechancen und natürlich auch das Thema Gleichberechtigung am Arbeitsplatz.

Als junge Frau hätte sie auch überlegen müssen, wo sie hinwolle und was sie machen wolle, berichtet Bettina Böttinger. Ein zweifelhaftes Kompliment, das ihr ein Kollege zu Anfang ihrer Karriere gemacht hatte, war, sie sei der “Phaenotyp Frau”, der gebraucht würde – kinderlos, ledig und sehr belastbar. Die Frage nach der Gleichberechtigung stelle sich besonders ab dem Zeitpunkt, an dem Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Beruf und Familie unter einen Hut bekommen müssten. In ihrer Produktionsfirma arbeiten jeweils zur Hälfte Frauen und Männer, und sie versuche, möglichst flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen. “Meine Erfahrung als Chefin ist, dass ich sehr viel zurückbekomme von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.”

Bella Lesnik berichtet von ihrem abgebrochenen Lehramtsstudium, ihrem Einstieg in die Radioarbeit und ihrem Alltag als freie Journalistin. Nach einem Praxistest als Vertretungslehrerin in der Schule habe sie gemerkt, dass das Lehramtsstudium “zwar super war, ich aber nicht mehr jeden Morgen in die Schule gehen wollte und als Lehrerin unglücklich würde.” Also: “was mit Medien”, Wartesemester fürs Studium sammeln und ein erstes Schnuppern mit Praktika beim Radio. Eine spannende Arbeit, aber: “Man hat nie Feierabend. Darauf muss man Lust haben.”

Mut zu Fehlern und Mut zur Lücke

Petra Müller hat in ihrer Laufbahn mehrfach die Richtung (Agentur für strategisches Marketing, Projektleiterin im Grimme-Institut und schließlich die Selbstständigkeit)  gewechselt und meint schmunzelnd, ihr sei vielleicht schnell langweilig. Aus einer Station habe sich immer eine interessante Frage entwickelt, wie zuletzt z.B. die Frage, warum der Medienstandort NRW sein Potenzial nicht richtig ausschöpft und hinter Berlin zurückgefallen ist. Viele Junge, Kreative seien nach Berlin gegangen, weil sie “hungrig” waren und gezwungen, etwas auf die Beine zu stellen, um schließlich Geld zu verdienen. Es sei ihre Aufgabe, diese Kreativität jetzt nach NRW zurückzulocken.

v.l.n.r.: Petra Müller (Filmstiftung NRW), Odile Limpach (Blue Byte GmbH), TV-Moderatorin Bettina Böttinger und Bella Lesnik (1LIVE)

Odile Limpach, Management-Direktorin des Entwicklerstudios Blue Byte, bringt Familie und Karriere unter einen Hut und genießt die spannende Arbeit in einem schönen und schnelllebigen Markt. Es sei ein großer Vorteil der Medien, dass sich die Medienlandschaft ständig weiterentwickelt und damit auch die eigene Tätigkeit: “Man muss offen sein für Neues.”

Die 30-Jährigen haben heute nicht mehr solche Probleme wie die Ansagerin Wiebke Bruhns, die vor 40 Jahren Anfeindungen ausgesetzt war, erläutert Petra Müller. Viele Frauen seien aber immer noch zu schüchtern, müssen lernen, nach vorne zu gehen und sich zu zeigen, unempfindlicher werden und sich auch mal streiten, so die Geschäftsführerin der Filmstiftung NRW: “Probiert aus, macht Fehler, setzt Euch Ziele.” Sie habe immer das machen können, was sie machen wollte.

Quereinstieg und Praktika

“Weiblicher Nachwuchs wird beim Radio immer gesucht”, berichtet die Moderatorin Bella Lesnik. Es gebe weniger Frauen als Männer beim Radio, “warum auch immer”. Aus dem Publikum kommt die Frage nach den Anforderungen als Moderatorin. “Es ist nicht so, dass man sich zwei Stunden hinsetzt und etwas erzählt”, so Lesnik. “Bevor ich ins Studio gehe, habe ich die Nachrichtenlage gecheckt, und wenn die Ansage ist, dass in zehn Minuten eine Live-Schalte zu einem Korrespondenten stattfindet, darf man sich davon nicht nervös machen lassen und einen Heulkrampf bekommen.” Eine gute Portion Belastbarkeit und Nervenstärke sind also nötig, aber dafür dürfe man/frau eben wirklich arbeiten und nicht nur zuschauen. Sie habe bereits im Praktikum eine Sendung moderiert, es gebe kein monatelanges Sprech- und Moderationstraining, bevor man moderiert.

Moderiert die Veranstaltung: Shary Reeves, hier während der Diskussion

Es gibt keinen Königsweg in einen Medienberuf. Die Referentinnen sind sich einig, dass der Quereinstieg eher die Regel als die Ausnahme ist. Viel wichtiger sei, so Petra Müller, dass man bereit ist, sich auf Neues einzulassen.

Odile Limpach empfiehlt Praktika, z.B. in mittelständischen Unternehmen. Ihre Praktikanten bekämen sehr interessante Aufgaben und würden nach dem Studium oft bei ihnen einsteigen. Medienberufe wirken oder scheinen oft anders, als sie tatsächlich sind, und es gibt viele verschiedene Berufsbilder. In ihrer Firma gebe es u.a. Softwareentwickler, Grafiker oder Marketingexperten. Praktika seien sehr gut, um herauszufinden, ob der Beruf tatsächlich passt.

Ein wichtiger Punkt: Arbeitsbedingungen. Bettina Böttinger thematisiert, wie sich die Arbeitsbedingungen in Zeiten hohen Kostendrucks teilweise sehr nachteilig entwickeln. Die Konkurrenz zwischen den Kollegen steige, “das stört den Teamgeist”. Sie empfiehlt, sich dennoch nicht beirren zu lassen und strukturelle betriebliche Entscheidungen wie befristete Verträge so gut es geht auszublenden.

Wirkliche Benachteiligungen als Frau im Beruf hat keine der vier erfahren. Schwierig wird es ihrer Ansicht nach erst, wenn Familie und Beruf vereinbart werden müssen. Dann stellt sich die Frage, wer die Sendung während der Babypause weitermoderiert und wie es mit dem Wiedereinstieg klappt.

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Mrz 152011
 

Medienministerin Dr. Angelica Schwall-Düren bei ihrer Eröffnungsrede

Die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien NRW, Dr.  Angelica Schwall-Düren, berichtet von den Problemen, die die Moderatorin Wiebke Bruhns vor 40 Jahren hatte. Sie wurde sehr dafür kritisiert, den heimischen Herd verlassen zu haben. In ihrer Rede sagt sie: “Wir leben in einem Bundesland, in dem sich Frauen bis ganz nach oben arbeiten konnten.” Als Beispiele nennt sie die WDR-Intendantin Monika Piel, die Geschäftsführerin von RTL, Anke Schäferkordt, oder die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Aber auch, wenn sich die Situation für Frauen wesentlich verändert habe , stellten sich für berufstätige Frauen sehr grundlegende Fragen – nach dem Gehalt, den Wiedereinstiegsmöglichkeiten nach einer Babypause und den generellen Karrierechancen. “Die Debatte über Gleichberechtigung ist deshalb wichtig, auch weil dies immer noch die Ausnahme ist.” Der Politik stehe es nicht zu, Lebenswege und Ziele von Menschen zu beurteilen, Politik müsse aber die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass jede und jeder wirkliche Wahlmöglichkeit hat. Sie sei sehr froh, so Schwall-Düren, “dass wir viele Frauen gewonnen haben, die von ihrem Erfolg und ihren Erfahrungen in den Medien erzählen und Ratschläge aus erster Hand geben können.”

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Mrz 152011
 

Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts

Die Medienfrauen sind da – gleich geht es los! Im KOMED, hier auf der Website und bei Twitter unter #mefrau

Uwe Kammann, der Direktor des Grimme-Instituts, begrüßt die Teilnehmerinnen – Medienfrauen und Medienfrauen in spé. “Frauen an der Spitze der beiden größten Sender in Nordrhein-Westfalen, inzwischen auch bei der Filmstiftung NRW und nicht zuletzt beim Medienministerium selbst: Das ist natürlich ein starkes Signal für mediale Frauen-Power”, so Kammann. Es habe sicher mit der besonderen Fähigkeit zur Kommunikation zu tun, weshalb Frauen gerade in der Medienbranche – oder auch in der Kunst – so erfolgreich sind.

Die Veranstaltung heute solle zeigen, so Kammann weiter, “wie’s geht und was es gibt, um in der eminent zukunftsträchtigen Medienbranche erfolgreich zu sein und den richtigen Platz zu finden.” Das sei “Orientierung pur, nicht nur für den Beruf, sondern für die ganze Persönlichkeit.”

Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln

Für Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln, verweist auf die Erfolge der Frauenbewegung und auf die aktuelle Diskussion um eine Frauenquote in Unternehmen. Es gehe weiter darum, “die völlige Gleichstellung von Frau und Mann tatsächlich zu realisieren.” Die Strukturen der Gesellschaft seien nach wie vor besser auf Männer eingestellt. Sie fragt: “Warum wagen wir es oft nicht, unsere Träume wahr werden zu?” und rät, den Blick zurück und den ständigen Vergleich mit Anderen einfach mal zu lassen. “Die Leidenschaft, für das, was wir tun, macht den Unterschied in unserer Ausstrahlung und in unserer Fähigkeit, erfolgreich zu sein” appelliert sie an das Publikum.

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Mrz 142011
 
jung-portraitJenny Jung: “Vor nicht allzu langer Zeit stand ich selbst vor der Entscheidung, was nach der Schule kommen sollte. Da hätte mir eine Veranstaltung wie diese bestimmt geholfen, denn die Medienbranche ist ständig in Bewegung und bietet die unterschiedlichsten Ausbildungswege und Berufsbilder. Ich bin mehr oder weniger zufällig in einem medienwissenschaftlichen Studium gelandet. Bereut habe ich es nicht, denn meine Arbeit macht mir heute viel Spaß. In Medienberufen bieten sich tolle Chancen für den Nachwuchs. Deswegen freue ich mich darauf, jungen Frauen und Mädchen etwas über meinen Job und meine Ausbildung erzählen zu dürfen.” Jenny Jung twittert von der Veranstaltung, zu sehen unter: http://twitter.com/#!/mefrau
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Mrz 032011
 

Intendantin Monika Piel hat die vor 20 Jahren begonnene Frauenförderung im Westdeutschen  Rundfunk als Erfolg gewertet. „Heute sind fast 50 Prozent der Beschäftigten Frauen. Auch ihr Anteil in Führungspositionen ist gewachsen, unsere Geschäftsleitung ist sogar paritätisch besetzt“, sagte sie anlässlich der Vorstellung des aktuellen Berichts der WDR-Gleichstellungsbeauftragten im Rundfunkrat.  Ungeachtet des Erreichten dürfe der Sender in seinem Engagement für eine aktive Förderung von Frauen nicht nachlassen. Mehr zu dieser Mitteilung lesen…