Okt 292018
 

mit Fabienne Hurst und Nora Nagel, „docupy“

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Bildrechte: Jorczyk / Grimme-Institut

„Moin zusammen! Ihr kennt die Fabienne wahrscheinlich alle schon vom Panel. Ich bin die Nora!“ Die Begrüßung von Nora Nagel, erst 24 Jahre jung und bereits seit 2017 die Leiterin der Online-Redaktion von “docupy”, zeigt schon, was die Zuhörerinnen des Workshops zum crossmedialem Arbeiten erwartet: Lockerheit, Witz und gute Laune. Gute Laune, obwohl die Themen von „docupy“ ernster nicht sein könnten.

2017 startete das von der bildundtonfabrik für den WDR produzierte Format mit dem großen Thema Ungleichheit. Ein relevantes Thema. Nicht nur für das übliche WDR-Stammpublikum, sondern auch für jüngere Menschen. Docupy nutzt zunächst die Sozialen Medien. Besonders Facebook und Twitter, um sich mit der Community auszutauschen. Zuerst ist man online unterwegs und am Ende schaut man sich die Dokus an. „Wir brauchen eine Marke. Wir müssen ein Absender werden. Das hat nichts mit linken Bewegungen zu tun wie Blockupy oder Occupy. Sondern wirklich mit den beiden Worten: Dokumentation und Besetzen“, erklärt Fabienne Hurst, die als freie Autorin für docupy arbeitet, obwohl sie das am Anfang gar nicht so recht wollte: „Meine Heimat ist Hamburg. Ich arbeite unter anderem für Panorama und den NDR. Doch die Headproducerin Eva Müller wollte mich unbedingt dabei haben und meinte: Komm doch mal vorbei! Also kam ich rum nach Köln. Da stellte ich fest: Es war bereits die Kickoff-Veranstaltung der btf! Ich war eigentlich schon eingekauft. Und das war mein Glück, denn die btf macht Fernsehen, wie ich es gerne gucke!“

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Bildrechte: Jorczyk / Grimme-Institut

Die Spontanität und Freude ist in den Beiträgen von Blockupy zu spüren und macht sie so frisch, unkonventionell und ehrlich. Es war klar, dass Docupy im Oktober oder November 2017 starten sollte. Zeitgleich wurde die #Metoo-Debatte laut und ein passendes Thema war schnell gefunden: Sexismus im Bundestag. „Wir fahren also zu den Mächtigsten im Land. Wir haben jede einzelne Bundestagsabgeordnete angemailt. 70 positive Antworten haben wir bekommen. Damit haben wir nie gerechnet. Also sind wir hingefahren und dann standen sie da: Da stand eine Dame von der Linken und gab einer von der CSU die Klinke in die Hand“, erklärte Nora Nagel.

„Als Frau im Bundestag – spielt Ihr Geschlecht eine Rolle?“

Egal ob Beatrix von Storch, Ulla Schmidt oder Renate Künast: Sie haben alle geantwortet.

Dass Docupy in kürzester Zeit so viele Follower hatte, haben sie ihrem Signature Move zu verdanken – die Videos wurde gestreut. Egal ob Spiegel Online, Vice, Bento oder Süddeutsche Zeitung. „Wir gingen mit der Einstellung hinein: Wir schenken Euch das! Über Gratis-Content freut sich jede Redaktion. Alle haben unser Video geteilt“, erklärt Fabienne Hurst. Ihre Kollegin Nora Nagel ergänzt: „Meine Mutter hat zwar kein Facebook, aber es poppt in ihrer Spiegel-Online-App auf. So haben wir ganz viele Leute in kurzer Zeit erreicht.“

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Erreicht wurde auch das Publikum. Die Lockerheit und Neugier der Referentinnen steckte auch die Teilnehmerinnen an. Eine Frage ergänzte die nächste, sodass niemand merkte, dass die Euphorie die Zeit schnell verstreichen ließ: „Wir würden liebend gerne weiter mit euch quatschen. Aber ihr braucht noch eine Mittagspause! Aber eine Sache noch: Wir waren auf vielen Veranstaltungen. Aber ihr habt mit Abstand die klügsten Fragen gestellt!“

Weiterführende Links zur Arbeit von Docupy.

Dokuteam, Autorin: Bettina Freund

 

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