Nov 032016
 

mefrau2016-0285Den Workshop Kameratraining & Interviewführung leitet Dr. Alexa Iwan. Von sich erzählt die Moderatorin und Ernährungsexpertin: „Mein Einstieg in die Medien war schon in Teilen ein Zufall, aber ich habe auch dafür gesorgt, dass man mich wahrnimmt und habe mich getraut.“

In einer kurzen Vorstellungsrunde dürfen die Teilnehmerinnen ein wenig über ihre Erfahrungen mit öffentlichen Auftritten sprechen. Hier zeigt sich: Radio ist eine Super-Übung, um zu lernen, frei zu sprechen, und um erste stimmliche Erfahrungen zu machen. Danach folgt ein kurzer theoretischer Teil, der den Teilnehmerinnen Eindrücke und Grundlagen für eine gute Moderationen gibt. „Eine Person wirkt authentisch, wenn sie eine Persönlichkeit hat, dazu aufrichtig, ungekünstelt, ehrlich und echt ist“, erklärt Alexa Iwan. „Das ist sehr wichtig!“

Für die Teilnehmerinnen sehr überraschend: „Im Fernsehen machen Inhalte beim Zuschauer genau 7 Prozent seines Interesses aus, der Rest seid ihr, als Bild vor der Kamera“, informiert die Moderatorin. Es ist immer wichtig auf seine Gestik, Mimik und Haltung achten. „Man kann im Gesicht sofort ablesen, ob ihr gerade wirklich traurig seid oder dem Zuschauer etwas vorspielt “, erzählt sie. Wer gerade steht, den Kopf hoch nimmt, die Schultern strafft, der wird als souveräner und überzeugender wahrgenommen. Ein Interview ist kein Gespräch, deswegen sind Dinge wie zustimmend nicken, „Aha“ sagen oder Laute von sich geben ein Tabu. „Man muss erst einmal lernen, ruhig zu sein“, bemerkt Alexa Iwan.

mefrau2016-0304Als Expertin vor der Kamera sollte man eine sparsame Gestik haben, sich präzise ausdrücken und einen neutralen Gesichtsausdruck behalten, dadurch wirkt man glaubwürdig. Anders ist es als Moderatorin einer Unterhaltungssendung. Hier sucht man die Nähe zum Publikum, hat eine individuelle Sprechweise, sucht intensiven Blickkontakt, um damit eine Beziehung zu den Zuschauern aufzubauen.
Ein weiterer Tipp ist: Ein guter Interviewer informiert und missioniert nicht. Als klassische Journalistin gibt man selten die eigene Meinung von sich, denn der Zuschauer soll sich selbst eine Meinung bilden. Eine gute Eselsbrücke für gute Moderationsarbeit ist: „Kiss: Keep it short and simple!“.

Nach dem theoretischen Teil haben die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich selbst vor der Kamera zu versuchen. Zwei mutige Freiwillige simulieren ein Interview zum Thema „Infotag Medienfrauen NRW 2016“. Die Aufnahme wird live auf eine Leinwand übertragen und die anderen Teilnehmerinnen dürfen im Nachhinein ein direktes Feedback abgeben. Man merkt, „keep it short and simple“ ist gar nicht so leicht und auch eine entspannte Körperhaltung muss man trainieren. Anschließend dürfen die Teilnehmerinnen in Gruppen das Gesagte und Gelernte anwenden und ausprobieren. Mit ihren Handys nehmen sie sich gegenseitig auf und machen Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge, während Alexa Iwan Tipps gibt und bei Schwierigkeiten hilft.

Autorin: Marie von Lobenstein

 Posted by at 17:15

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