Nov 032016
 

Die heutige Moderatorin Bella Lesnik eröffnet die Medienfrauen NRW und begrüßt die Teilnehmerinnen herzlich. Es geht heute um die Berufswelt der Medien, den Arbeitsalltag und auch um den Werdegang der Referentinnen.

mefrau2016-0058Den Anfang bei den Begrüßungsreden macht Dr. Frauke Gerlach (Direktorin des Grimme-Instituts). Sie freut sich über die vielen hoffnungsvollen jungen Frauen im Publikum.

„Als Feministin ist es mir ein Anliegen, Ihnen zu sagen, dass es sich lohnt und dass es wichtig ist, als Frau (und auch als genderbewusster Mann) manchmal schwierige Wege zu gehen.“

Aus diesem Grund geht es heute um Berufsfelder, Kreativität, berufliche Anforderungen, aber auch um die starke Dominanz von Männern in der Medienbranche. Es lohnt sich, für den Platz in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft zu kämpfen. Es habe sich zwar viel getan, jedoch gebe es gleichzeitig rückwärtsgerichtete Tendenzen. Darum sei es wichtig, dem entgegen zu treten. Es geht um die Fragen: Wie werden Frauen dargestellt und wie stellen sich die Frauen selbst in den Medien dar? Gibt es einen Unterschied in der Intensität und den Inhalten von Hatespeech bei in den Medien präsenten Frauen und Männern?

„Sind wir wirklich durch mit der Frage der Gleichberechtigung? Oder müssen Sie, die jungen Frauen der nächsten Generation, weiter kämpfen? Diese Frage müssen Sie am Ende des Tages selbst für sich  beantworten.“ Sie fährt fort: „Wir sprechen heute mit Frauen, die sich trauen auch über Sackgassen und Umwege zu reden.“

mefrau2016-0070Im Anschluss spricht Elfi Scho-Antwerpes (Bürgermeisterin der Stadt Köln) zu den Teilnehmerinnen. Sie stimmt Frau Dr. Gerlach zu bezüglich ihrer Einschätzung der Situation von Frauen in der Medienbranche und sieht sich selbst als pragmatische Feministin. „Ich sehe es ähnlich wie Frau Dr. Gerlach, wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen und wir sind in unserem Arbeitsleben noch nicht auf Augenhöhe mit Männern.“ Wichtig ist Antwerpes, wachsam zu bleiben und die aktuellen Entwicklungen aufmerksam zu begleiten. Sie gibt den Teilnehmerinnen zudem zwei Ratschläge mit auf den Weg: „Glauben Sie an Ihre eigenen Fähigkeiten, die es heute gilt auszuarbeiten, glauben Sie nicht an das, was Männer vermeintlich besser können als Sie. Arbeiten Sie an Ihren Persönlichkeiten, entdecken Sie Ihre Fähigkeiten und ihre Leidenschaft.“

mefrau2016-0101Als dritter Redner begrüßt Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Europa und Medien des Landes NRW, die Gäste und eröffnet mit der nicht ganz ernst gemeinten Geschichte, dass in seinem Büro eine lebhafte Diskussion über den Sinn seiner Anwesenheit bei der heutigen (Frauen-)Veranstaltung entstand. Positiv empfindet er die Präsenz von leitenden Frauen in NRW in der Politik sowie in den Gesellschaften Film- und Medienstiftung und Grimme-Institut. „Das Klima in NRW ist ein anderes geworden, seitdem ich Chefinnen habe“, sagte er. „Sie gehen ganz anders miteinander um, auch im politischen Alltag.“

NRW habe im Vergleich zu anderen Bundesländern besonders innovative und gendergerechte Initiativen. „Das neue NRW-Gleichstellungsgesetz wird beklagt, meist von Männern, weil sie glauben, benachteiligt zu sein.“ Dennoch sei es auch beim letzten Medienforum nicht gelungen, genauso viele Frauen wie Männer auf die Podien zu bekommen. „Wenn wir Frauen für Panels ansprechen, bekommen wir oft die Reaktion: ‘Ich weiß nicht, ob ich was zu sagen habe’. Glauben Sie mir, diese Frage stellen sich Männer sehr selten.“

mefrau2016-0035Dies müsse sich ändern. Denn NRW brauche Vielfalt, die nicht entstehe, wenn ganze Teile der Gesellschaft nicht ausreichend vertreten sind. Ein Netzkodex gegen Hatespeech im Netz ist in der Diskussion. Zudem schlug Dr. Eumann einen Referentinnen-Datenbank vor. Abschließend äußerte er den Wunsch, die 50-Prozent-Quote beim Medienforum NRW zu schaffen.

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