Workshop 4: „Medienberufe – ein Überblick“ mit Bettina Baum (AIM)

Veröffentlicht von admin am

mfr-2013_0404Bettina Baum beginnt den Workshop mit den Worten: „Ich bin gar keine Medienschaffende, sondern Pädagogin im Auftrag der Medien.“

Die Beratungsinstitution AIM (Ausbildung in Medienberufen) bietet seit vielen Jahren Informationen und Beratung zu Medienberufen. Insbesondere für den Einstieg in diese stellt das Informationsportal http://www.aim-mia.de umfassende Hintergründe, Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Verfügung.

Bettina Baum stellt hierfür die Aufgaben und Ziele des Portals und der Institution dahinter dar. Hierzu zählen die individuelle Ausbildungs- und Laufbahnberatung, die Bedarfsermittlung im Bereich Mitarbeiterqualifizierung sowie Veranstaltungen, ein Medieninformationsarchiv und die Beschreibung von Medienberufen. Relativ neu im Repertoire ist das Onlinemagazin und Informationsportal des Landes Nordrhein-Westfalen rund um Medienberufe und Karrierechancen Medienkarriere.NRW (http://www.medienkarriere.nrw.de).

Bettina Baum stellt heraus, dass das Spektrum der Medienberufe immens groß ist. „Unsere Aufgabe ist es, euch die Zugänge aufzuzeigen und den Einstieg zu erleichtern“, so Frau Baum.

Des Weiteren führt sie fort, dass auch, wenn NRW mit seinem Flaggschiff Köln ein Medienland ist, sich dieses durch weit mehr als nur durch die klassischen Branchen des Films, Fernsehens und Rundfunks charakterisiert. Hierzu zählen auch andere Bereiche wie Bühne, Messen und Events, das Verlagswesen, Werbung, aber auch die zurzeit wachsende und nicht zu unterschätzende Games- und Online-Landschaft.

NRW bietet ein Bild mit vielfältigen Berufsfeldern und -tätigkeit.“

Die stetige Weiterentwicklung der Technologien und die Ausbreitung neuer Technologien ermöglichen neue Berufsbilder, aber auch veränderte und neue Tätigkeiten. Dies führte auch dazu, dass nicht nur die Firmen umdenken mussten, auch der Aus- und Weiterbildungssektor im Medienbereich musste reformiert werden, so dass innerhalb kürzester Zeit neue Studiengänge entstanden.

Für die Vielzahl an beruflichen Möglichkeiten, die sich in der Medienbranche biete, zeigt Bettina Baum beispielhaft einen Weg zur Entscheidungsfindung auf:

Wenn man eine Berufslaufbahn in der Medienlandschaft einschlagen will, gilt es, sich zunächst zu fragen, in welche Branche man hinein will.

Dies ist der erste Schritt der Orientierung. Im nächsten Schritt wagt man eine Konkretisierung: „Hier macht und kann jeder nicht alles, sondern in den unterschiedlichen Gewerken gibt es unterschiedliche Kompetenzen.“ Hierfür gibt Bettina Baum beispielhaft einen Einblick in die facettenreichen Tätigkeitsfelder.

So skizzieren sich die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder anhand von Management (Kalkulation, Kunden und Werbezeiten), aber auch Konzeption und Entwicklung. „Gerade für junge Menschen scheint dieses Segment sehr attraktiv.“ Hier werden neue Formate und Ideen entwickelt, Drehbücher geschrieben und Kampagnen entwickelt.

mfr-2013_0421Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Ausstattung. Diese findet sich nicht nur in klassischen Bild-Medien (Fernsehen und Bühne), sondern auch in neuen Bereichen wie der Games-Produktion. Dieses künstlerische Feld umfasst u.a. Kostümentwicklung, Requisite und Szenenbild.

Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Inszenierung und Darstellung, wozu bestimmte Tätigkeiten wie Regie, Schauspiel und und Casting zählen. Weitere berufliche Tätigkeiten finden sich in der technisch-kreativen Gestaltung (Kamera, Schnittplätze und Grafik), Medientechnik (Spieleentwicklung, Traversen, und Sendetechnik), aber auch in der Wissenschaft und Forschung (Wirkungsforschung, Medienpädagogik).

Diese verschiedenen Tätigkeitsfelder erfordern unterschiedliche Kompetenzen und Fachkenntnisse. Es entwickeln sich ständig neue Berufsbilder. Da eine stetige Entwicklung zu beobachten ist, schauen wir vor allem danach, was zu lernen ist.“

Dieses verdeutlicht sich insbesondere in der Berufsausbildung. So skizziert Bettina Baum die verschiedenen Wege in die Medien. Hierzu zählen staatlich anerkannte medienspezifische Berufsausbildungen, Studien an Universitäten, Fachhochschulen und Filmakademien oder auch der praktische Einstieg über ein Volontariat bzw. Traineeship.

Des Weiteren stellt Bettina Baum heraus, dass auch ein Quereinstieg mittlerweile ein verbreiteter Einstieg in die Berufswelt darstellt. Dieser ist auch nach einer „medienfremden“ Ausbildung möglich.

Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich, der so sehr von Quereinsteigern lebt, wie die Medienbranche.“ Dennoch fügt Bettina Baum hinzu, dass gerade durch die Entwicklung einer Vielzahl verschiedenartiger Ausbildungswege (z. B. ganz unterschiedlicher Studiengänge) dies aber abnimmt.

Verbindung von Theorie und Praxis

Es gibt mehr und mehr duale Studiengänge. Man schließt hier einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen ab. Hierbei macht man eine betriebliche Ausbildung und studiert gleichzeitig neben dem Beruf. Dies ist zwar nicht ohne, aber man hat am Ende sowohl eine abgeschlossene Berufsausbildung als auch ein abgeschlossenes Studium (meist Bachelor).“

Auch die medienspezifischen Ausbildungsberufe werden skizziert und zeigen die vielfältigen Möglichkeiten, die den jungen Frauen geboten werden. Dennoch, wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Insbesondere für eine Beratung steht hier das aim den jungen Frauen zur Verfügung.

NRW ist ein starkes Ausbildungsland für Medienberufe. In NRW existieren bereits über 200 medienspezifische Studiengänge. Um sich hier zurecht zu finden, empfiehlt Bettina Baum eine Kategorisierung, in die sich die Studiengänge einordnen lassen: Medienkunst, Mediengestaltung, Medientechnik und -produktion, Medienökonomie und die Medienwissenschaft und den Journalismus. Im einzelnen stellt Bettina Baum einige Studiengänge in den einzelnen Kategorien und an den verschiedenen Hochschulen vor. Die Vielfalt der Angebote in NRW (und in anderen Bundesländern) sind auch zu finden bei den verschiedenen Beratungsstellen der Hochschulen sowie u.a. bei übergreifenden Portalen wie aim (http://www.aim-mia.de). Das Spektrum der Möglichkeiten ist groß. Es gibt viele spezifische Wege, um an die entsprechende Zielpositionen in der Berufswelt zu gelangen. In der Welt der Medien stellt sich der Ausbildungssektor vielfältig dar.

Dieser Einblick zeigt, dass es für viele Tätigkeiten spezifische Studiengänge gibt. Es gibt viele Wege in den Einstieg in die Medienbranche über den klassischen Ausbildungsweg.

 

Nicole Riechert

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