Apr 042012
 

Die Medienbranche – ein undurchsichtiges Metier mit vagen Berufsfeldern. Die wenigsten wissen, wie sich der Alltag in einem Medienberuf gestaltet, was für Fähigkeiten verlangt werden und wie der richtige Einstieg in den Traumberuf gelingt. Auf der Medienfrauen-Messe 2012 berichten in Medienberufen aktive Frauen über persönliche Erlebnisse und Erfahrungen im Berufsalltag und geben Tipps, wie eine Frau ihren Platz in der Branche finden kann. Denn offenbar sind die Chefsessel im Medienberuf männerdominiert – so seien zum Beispiel nur 2% der Chefredakteure in den rund 360 deutschen Tageszeitungen Frauen. Bereits zum dritten Mal lud das Grimme-Institut zu „Medienfrauen NRW“ ein. Als Beitrag zum internationalen Frauentag fand die Veranstaltung am 6. März statt und lockte rund 140 Besucherinnen an.

Das umfangreiche Programm startete mit der Begrüßung durch die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Es folgten zwei informative Vorträge zu den Themen „Erfolgreiche Frauen in der Medienbranche“ und „Ausbildung in der Medienbranche – Voraussetzungen, Erfahrungen, Bedingungen“.

Zu den Rednerinnen zählten Vertreterinnen der BILD, der RuhrNachrichten und des WDR, darunter die erfolgreichen 1Live-Moderatorinnen Sabine Heinrich und Bella Lesnik.

In vier Workshops berichteten Referentinnen aus dem Bereichen Print- und Onlinejournalismus, Fernsehen, Film, PR und Hörfunk über ihre verschiedenen Lebenswege und Berufsalltage, beantworteten Fragen und gaben die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch.

Auch Themen, die speziell Frauen interessieren, wurden dabei angesprochen. So konnten viele Referentinnen von ihren Erfahrungen mit dem Mutterschutz und dem Berufseinstieg danach berichten.

Aufschlussreich waren die Workshops aber vor allem im Bereich Ausbildung und Berufseinstieg. Die Möglichkeiten der Ausbildung scheinen dabei schier endlos. So empfiehlt WAZ-Redakteurin Stephanie Weltmann für den Beruf des Journalisten ein fachspezifisches Studium mit anschließendem Volontariat und rät von einem Journalistik-Studium ab.

Producerin Karoline Gees kann dagegen kein spezielles Studium für die Filmbranche empfehlen.

So verschieden die persönlichen Werdegänge und Ausbildungstipps der Medienfrauen auch sind, bei einer Sache sind sich alle einig: Praktika sind zum Brancheneinstieg unabdingbar und nicht selten der Karriereanstoß. Sie vermitteln das Wissen und die Erfahrung, die bei vielen Medienberufen noch in keinem Studiengang angeboten wird. Denn die Medienbranche ist ein moderner, rasant wachsender und sich stetig verändernder Berufszweig. Kein Werdegang ist wie der nächste und so muss jeder seinen eigenen finden. Die Tipps und Erfahrungen der Branchenkennerinnen sind dabei ein hilfreicher Anstoß.

Und – wer weiß – vielleicht werden wir es sein, die, so Film-Ausstatterin Kiki Radicke, „die neue Medienwelt mitgestalten werden“.

Jill Knöper

 Posted by at 08:06

Sorry, the comment form is closed at this time.