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Mrz 062012
 

Referentinnen: Julia Christophers (Turtle Entertainment), Claudia Pelzer (CrowdsourcingBlog)

 Julia Christophers, Claudia Pelzer

Julia Christophers kommt aus dem Gaming Bereich und arbeitete zwei Jahre in der PR-Abteilung und wechselte dann zur Business Unit Gaming Communities bei Turtle Entertainment. Ihre zweite Leidenschaft ist die englische Literatur, die sie im Nebenfach auch studiert hat – Hauptfach war Medienwissenschaften. Games hat sie als Jugendliche entdeckt und auch redaktionell im Netz begleitet. Sie betreut ein Websitenetzwerk mit 4 Millionen Nutzern weltweit und bezeichnet die Community als “Facebook für Gamer”. Was heißt das konkret? Auf der Plattform demonstriert sie die automatische Vermittlung von Spielegegnern (“Versus”) in verschiedenen eSports Bereichen. Am Beispiel von Live-Übertragungen von Gaming-Events stellt sie ihre redaktionelle Arbeit vor. 

Ihre Aufgabe ist es, die Außenkommunikation zu leiten, Redakteure mit Vorwissen einzuladen und bspw. Fragen zu eSports-Spielen zu beantworten: Julia bringt in der Community sogenannte Game-Heads, die Games-Communitys betreuen, zusammen. Außerdem ist sie eingebunden in die Softwareentwicklung und -gestaltung, etwa bei “anti-cheating” Anwendungen, die unerlaubte Erweiterungen verhindern.

Claudia Pelzer hat nach verschiedenen Stationen (u.a. WDR, Studiengang Global MBA) das Thema “crowdsourcing”, die Bündelung von kreativen Leistungen Vieler im Internet,  für sich entdeckt. Sie recherchiert zu diesem Thema und betreibt das crowdsourcingblog.de. Dort beschreibt sie Start-ups, dokumentiert Konferenzen und/oder organisiert eigene (etwa den crowdsourcing summit Köln 2012). Sie berät verschiedene Unternehmen im Bereich crowdsourcing und entwickelt Strategien, um Kunden einzubinden. Jobchancen sieht sie im Bereich des Community/crowdsourcing Managements im Sinne der Qualitätsentwicklung.

Am Beispiel der Kampagne “Schmeckt lecker nach Hähnchen” für den Designaufruf der Firma Henkel und das Produkt Priel erläutern Julia Christophers und Claudia Pelzer die Wirkung von viralen Kampagnen und dem Einsatz einer “Vote-Armee”.

SOPA (Stop Online Piracy Act) ist ein Beispiel für die politische Partizipation im Bereich Crowdsourcing. Ein weiteres Beispiel: Wheelmap – Barrierefreiheit von Orten als Bewertungsleistung Crowdsourcing. (Sozial Helden e.V.). Diskutiert wurde dann die Bedeutung von Spaß und Leidenschaft an bestimmten Themen, diese gilt es zu finden. Und “Einfach machen” ist der schnellste Weg, um Erfahrungen zu sammeln. Das Studium ist dabei allerdings nicht unerheblich.

Als weitere Frage wird thematisiert, wie sich die Arbeit in diesen Bereichen finanziert. Es ist eine Mischung über freie Aufträge, sprich über die Querfinanzierung aus Kampagnen sowie Sponsoring. Wichtig ist das Vernetzen in Communities, damit Menschen auf einen zukommen und Dienstleistungen ausgetauscht werden können.

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Mrz 062012
 

Referentinnen: Christina Wandt (WAZ) und Stephanie Weltmann (WAZ)

Beide Referentinnen des Workshops arbeiten bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) – Stephanie Weltmann in Oberhausen und Christina Wandt in Essen. Als Einstieg fragen die Referentinnen nach den beruflichen Vorerfahrungen der Teilnehmerinnen. Ergebnis: Das Publikum ist bunt gemischt. Sowohl Abiturientinnen, Studentinnen, Absolventinnen als auch Volontärinnen gehören zu den Zuhörerinnen.

 Zunächst werden die größten Medienkonzerne in Deutschland vorgestellt (Bertelsmann, ARD, Axel-Springer etc.). Den Schwerpunkt wollen sie auf die großen Printtitel legen. Exemplarisch wird zunächst die WAZ-Mediengruppe in einem Kurzportrait vorgestellt, sowie die deutsche Zeitungslandschaft (347 Tageszeitung, Aufl. 18,83 Mio.; 21 Wochenzeitungen, Aufl. 1,77 Mio. etc.) skizziert.

Um in diesem Beruf Fuß zu fassen, werden die ersten Schritte in den Printjournalismus vorgestellt: Die Referentinnen verdeutlichen, dass man für einen Einstieg unbedingt auch Zeitungen – als Printprodukt – lesen und nicht nur über das Internet rezipieren sollte – und das nicht nur aus Gründen der Glaubwürdigkeit. In „Einstellungstests“ (sog. Assessment Center) der Zeitung schneiden diejenigen, die sich nur über das Internet informieren, durchweg schlechter ab. Dies gilt sowohl bei Fragen rund um das Allgemeinwissen als auch bei der Zuordnung von Funktionen verschiedener hochrangiger Personen z.B. aus der Politik.

Für den Einstieg sollte eine akademische Ausbildung vorhanden sein. Aber auch Praktika, Hospitanzen und freie Mitarbeit sind bedeutsam für den Einstieg. Dann steigen die Chancen, ein Volontariat zu ergattern. Auf Nachfrage einer Teilnehmerinnen teilen die Referentinnen mit, dass auch die Ausbildung in einer Journalistenschule ein guter Einstieg in den Beruf ist. Zur Illustration werden den Teilnehmerinnen einige Fragen aus dem Eignungstest der Henri-Nannen-Journalistenschule präsentiert. Diese können, nach einiger Bedenkzeit, größtenteils von den Interessentinnen beantwortet werden, jedoch wird der Schwierigkeitsgrad der Fragen deutlich. Er setzt ein hohes Maß an Allgemeinwissen und Wissen über das aktuelle Weltgeschehen voraus – auch Spezialwissen kann von Vorteil sein. Zum Bewerbungsverfahren zählen selbstverständlich auch persönliche Gespräche.

 

Eine Teilnehmerin fragt: Lohnt sich der Einstieg in den Journalismus noch? Wandt und Weltmann räumen ein, dass die Auflagenzahlen der Printmedien stetig zurück gehen, und der Leitsatz „einmal die Ausbildung absolviert, dann bleibst du drin“ nicht mehr gegeben ist. Ein klassisches Volontariat ist aber nach wie vor eine gute Grundausbildung – egal, wohin es (danach) geht. Und Lars Gräßer (Grimme Institut) ergänzt, dass die Online-Marktführer immer noch aus dem Printbereich stammen.

Und die Jobsituation? Stephanie Weltmann erzählt, dass die Anzahl der freien Journalistinnen und Journalisten ansteigt, feste freie Stellen werden gerne von beiden Seiten wahrgenommen. Diese Situation bringt für Journalisten und Arbeitgeber auch positive Wirkung: Beide können sich die Anzahl der Arbeitsstunden einteilen und sind flexibler. Negativ ist jedoch, dass man mit weniger Sicherheiten auskommen muss. Die Frage nach dem Gehalt von freien Mitarbeitern wird ebenso angesprochen.

Und die “Bildermacher”? Im Berufsfeld des Fotojournalisten ändert sich ebenfalls die Struktur – weg vom festangestellten Mitarbeiter hin zum “festen” Freiberufler.  Teilweise werden die Fotojournalisten auch in hausinterne Bildagenturen ausgegliedert – die Praxis bietet ganz unterschiedliche Modelle. Aber auch wenn die Stellen aus Sparmaßnahmen öfter abgebaut oder zusammengelegt werden, ist es ein Muss für eine Tageszeitung, gute und aktuelle Bilder abzudrucken, die lokale Bezüge aufweisen. Externe Bildagenturen können diese nur bedingt liefern.

Auf Nachfrage bezüglich des Einstieges in den Printjournalismus erläutert Wandt, dass es gut ist zu wissen, in welchen Printbereich man möchte. Auch das Format ist hierbei ausschlaggebend. So sind Tageszeitung, Magazin oder Wochenzeitung zu unterscheiden. Wenn dies klar ist, wendet man sich am Besten direkt an das entsprechende Medium.

Lars Gräßer erfragt die Bedeutung von Social Media im Printjournalismus. Weltmann erklärt, dass auch die WAZ in den Social Media-Kanälen aktiv ist. Gerade in der Themensuche und -recherche bietet sich dieses Medium an und eröffnet neue Möglichkeiten: Die Wege, über die die Journalisten an Informationen gelangen, ändern sich. Und auch Wandt bekräftigt, dass die Sozialen Netzwerke immer bedeutsamer für die Recherchen werden – auch im Lokaljournalismus. Dass illustriert sie an Hand einer Geschichte aus dem vergangenen Essener Karnevalsumzug, die zunächst über Social-Media-Kanäle an sie gelangte und schließlich den Weg ins Blatt gefunden hat. Eine Nähe zu Social Media wird ein immer wichtigeres Kriterium für den journalistischen Beruf, da dort auch Interviewpartner zu finden sind. Trotz allem, so wird betont, ist es das Wichtigste, seine Quellen zu überprüfen und eine eingehende Recherche zu vollziehen. „Man macht häufig vieles parallel (…), aber trotzdem geht natürlich die Sorgfalt vor!“ so Weltmann.

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Mrz 062012
 

Teilnehmerinnen: Ute Friedrichs (WDR Aus- und Fortbildungsredaktion), Carolin Bredendiek und Charlotte Meitler (Volontärinnen beim WDR), Aycha Riffi (Grimme-Akademie), Elisabeth Neumann (Medienbüro Rheinland), Iris Woitschell (Ruhr Nachrichten), Angelika Mikus (Institut für Journalistik  / TU Dortmund)

Im zweiten Panel geht es um die konkreten Einstiegsmöglichkeiten in die Medienbranche, die Voraussetzungen, Erfahrungen und Bedingungen.

Ute Friedrichs von der WDR Aus- und Fortbildungsredaktion berichtet über ihren Arbeitsalltag, der sich in verschiedenen Phasen beschreiben lässt. Hierbei geht es vor allem um die Betreuung und Begleitung der Volontärinnen und Volontäre und die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung von Seminaren. Des Weiteren betreut sie das Auswahlverfahren für die Volontärinnen und Volontäre. Ein klassischer  Arbeitstag während der Seminarzeit fängt morgens an und ist der Arbeit an einer Universität vergleichbar. Dies bedeutet aber oft eine Umstellung für Volontäre, die vorher schon aktiv gearbeitet haben. Zwischen den Seminaren gestaltet sich die Arbeit aber oftmals eher sehr formal: Es werden Anträge geschrieben und Schreibtischarbeit erledigt. Pro Jahr bewerben sich ca. 650 junge Menschen um einen Volontariatsplatz. Voraussetzungen für ein Volontariat sind ein abgeschlossenes Studium sowie Berufserfahrung im Bereich des Journalismus. Praktika und/oder freie Mitarbeit sind somit ein Muss. Nur unter diesen Voraussetzungen ist man zum dreistufigen Auswahlverfahren zugelassen. Von 600-650 Bewerber/innen werden im ersten Schritt 550 ausgewählt, am Ende bleiben 30 Personen für die “Schlussrunde”. In der Vorrunde zum Auswahlverfahren müssen eine Reportage erstellt sowie Arbeitsproben eingereicht werden. Zu den weiteren Aufgaben zählen auch Kameraübungen, Texte redigieren und Nachrichten schreiben. Weitere Informationen sind auch auf der Internetplattform ersichtlich http://www.wdr.de/unternehmen/karriere/volontariate/index.jsp.

Thema Ausbildung in Panel 2 - von links nach rechts: Moderatorin Bella Lesnik, Ute Friedrichs, Carolin Bredendiek, Charlotte Meitler, Aycha Riffi, Elisabeth Neumann, Iris Woitschell und Angelika Mikus

 

Carolin Bredendiek und Charlotte Meitler absolvieren gerade ein Volontariat beim WDR. Bredendiek berichtet aus ihrem Alltag, dass vor allem in den begleitenden Seminaren eine sehr intensive Aus- und Fortbildungsbetreuung stattfindet, man wird auch von einer “Volo-Mutter” oder einen “Volo-Vater” betreut. Sie berichtet anhand ihres Lebenslaufes über den klassischen Weg in ein Volontariat: “Ich bin durch das Studium Journalistik an der TU Dortmund in das Volontariat gekommen.” Darüber hinaus unterstreicht sie die Leidenschaft für den Beruf, die für jede Volontärin wichtig ist. So sollte man, gerade wenn man mit Menschen zusammen studiert, die alle das Gleiche möchten, sich nicht zu sehr von dem Strom der Masse mitreißen und unter Druck setzen lassen, z.B. ein Praktikum zu absolvieren zu müssen. “Man muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Spaß finden.”

Charlotte Meitler hat in Münster studiert und vor dem Volontariat schon praktische Erfahrungen gesammelt. Sie berichtet, dass durch die praktische Arbeit in den Redaktionen das zuvor in der Aus- und Fortbildung Erlernte gefestigt werde. Gerade die Berichte dieser beiden Panelteilnehmerinnen, die aus ihrem Ausbildungsalltag berichten, zeigen, dass das Zusammenspiel von Theorie und Praxis in den journalistischen Berufen enorm wichtig ist.

Das Medienbüro Rheinland vermittelt “das gesamte journalistische Handwerk”, erläutert Elisabeth Neumann. Dazu gehören Recherche und Dokumentation, aber vor allem auch Kommunikation. Für freie Redakteure bieten sie Kommunikationskurse an, auch Einzel-Coachings. “Man muss reden, egal, ob die Fragen dumm erscheinen. Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten”, so Neumann. Ihr Bericht aus dem Arbeitsalltag zeigt, dass es großen Beratungsbedarf gibt, auch oder gerade in der Medienbranche. Für die jungen Frauen im Publikum verdeutlicht sie, dass Begabung zwar wichtig sei, Leidenschaft und Wille aber für den beruflichen Erfolg entscheidend sind.

Aycha Riffi stellt die Weiterbildungsangebote der Grimme-Akademie für Medienschaffende vor. Dazu gehören Seminare, Workshops und Ausbildungen für Menschen, die schon im Job sind. Altersbeschränkungen sind hierbei aber nicht gegeben, denn auch wenn man sich spät für den Medienbereich entscheidet, muss das kein Nachteil sein. Vor allem bietet die Grimme Akademie aber auch Nachwuchsschulungen für Volontäre und Jungredakteure mit dem Schwerpunkt Fernsehen an, bei denen sie Sicherheit in der praktischen Arbeit gewinnen können.

In Anbetracht der Fülle an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die die Branche bietet, sollen sich die jungen Frauen vor allem auf ihre Rechte besinnen, rät sie: “Auch als Angestellter in einem Verlag oder einer Redaktion hat man das Recht auf Weiterbildung”. Auch Praktika sind interessant, gerade in dieser Branche. Ein gutes Praktikum kann schon seine drei Monate dauern und sollte nicht nur aus Kaffeekochen bestehen. Wichtig ist hier die Chance, in die praktische Arbeit hereinzuschnuppern und erste Erfahrungen zu sammeln. Nichtsdestotrotz sollte nach einer  Aufwandsentschädigung bzw. Vergütung gefragt werden: “Scheut Euch nicht!”, so Riffi.

Der persönliche Austausch ist wichtig und wird auch in dieser Runde immer wieder verdeutlicht. So ist auch in den Weiterbildungen der Grimme-Akademie der soziale Austausch neben der Weiterbildung von großer Bedeutung: “Alle Veranstaltung, die ich mache, sind eigentlich Kontaktbörsen. Egal wie lange man schon im Job ist, in den Kaffeepausen wird sich immer ausgetauscht. Das ist enorm wichtig!” Elisabeth Neumann weist darauf hin, dass es sehr bedeutsam für den beruflichen Werdegang ist, wenn man viele Menschen aus verschiedenen Redaktionen kennt. Seine Kontaktliste in dieser Branche zu pflegen ist wichtig. Jedoch bemerkt Neumann auch, dass der Leidensdruck junger Menschen in dieser Branche enorm gestiegen ist. Die Arbeitssituation einiger Praktikanten ist nach wie vor fatal. So muss erst recht in der Aus- und Weiterbildung darauf geachtet werden, Praktika angemessen einzuschränken. Hier gilt es dem Job “Praktikant”, der sich mehr und mehr etabliert, entgegenzuwirken. Das betrübt das Ego und ist auch nicht förderlich für die Karriere.

Iris Woitschell hat das Glück, dass sie nach ihrer langen Ausbildung nun bei den Ruhr Nachrichten “richtig” in Lohn und Brot steht. Trotzdem zählt sie keinesfalls zu den Berufseinsteigern. Sie berichtet, dass man sich selbst vor dem Volontariat rechtzeitig bewerben sollte – sie empfiehlt eine Bewerbungsfrist von zwei Jahren einzuhalten. Sie bemerkt auch: “Es ist hart, was man alles können muss, um ein Volontariat zu bekommen. Oftmals werden nur bestimmte Studiengänge bevorzugt und Dinge vorausgesetzt, die ich doch eigentlich erst noch lernen möchte. Wenn ich jedoch vor dem potentiellen Arbeitgeber sitze, kann ich ihm zeigen, wie sehr ich das will! Ich habe das genau so gemacht, und es hat geklappt.”

Auch in der beruflichen Ausbildung gilt: Oft ist auch die freie Mitarbeit eine Alternative zum schlecht bezahlten Job. Anstatt eines Praktikums ohne Vergütung kann man besser als freier Mitarbeiter arbeiten. Auch während des Volontariats sollte man aktiv sein und seine eigenen Vorschläge einbringen. 

Wie "lande" ich mit meiner Bewerbung?

 Angelika Mikus hat in ihrer Laufbahn rund 150 Volontäre betreut. Sie berichtet von ihren Erfahrungen darüber, was die Redakteure und Volontäre wollen. Wichtig ist ihrer Meinung nach, nicht ein Praktikum nach dem anderen abzuleisten, sondern in einem Unternehmen das Medium der Wahl richtig kennenzulernen. Erst so kann der Lebenslauf bewusst gestaltet werden. Es gibt keinen Zufall: “Ihr seid nur so gut, wie Eure Ausbildung!”, so Mikus. Ihrer Meinung nach sind klassische journalistische Eigenschaften wieder gefragt. Lust zum Schnüffeln und Neugierde sollen bewahrt werden – ebenso wie die eigene Haltung. Man muss nicht alles können, aber das, was man machen will, sollte man beherrschen. So sollte man immer in sich reinhören, um sich weiterentwickeln zu können.

Elisabeth Neumann ergänzt, dass Hartnäckigkeit im Charakter und der Recherche, aber auch Sorgfalt das “A und O”  journalistischer Berufe sei. Man darf sich nicht an vorgegaukelten Realitäten orientieren, das ist wichtig, auch in den Seminaren, die sie anbieten: “Das Hinterfragen der Quellen ist immer wichtig, da gibt es überhaupt keine zwei Meinungen”, so Neumann.

Die Teilnehmerinnen diskutierten auch über das aktuelle Thema Frauenquote. Riffi meint hierzu, dass nicht mehr das Verhalten von Frauen und Männern unterschiedlich bewertet werden soll. Viel wichtiger ist hier die “geschlechtsunabhängige” Einzelleistung. Die Volontärinnen Bredendiek und Meitler haben in ihrer jungen Berufslaufbahn wenig Hindernisse erlebt, erläutern sie.

Man sollte sich nicht des Geschlechtes wegen diskriminieren lassen. Gute Frauen wachsen nach!  Jedoch kann man nichts zu Bedingungen in Spitzenpositionen sagen. Es werden eher Unterschiede im Alter gemacht.

Gerade durch die Schnelllebigkeit der Ausbildung muss man auf Individualität achten. Daher verdeutlicht Ute Friedrichs zum Abschluss: “Wir wünschen uns Menschen, die sich selber treu sind, auch wenn sie dadurch kantig sein können. Seid neugierig und offen.”

Carolin Bredendiek wünscht sich, dass ehrgeizige Frauen nicht mehr als Zicken dargestellt, sondern als konstruktiv wahrgenommen werden. Interessen sollen ausgelebt werden, sie schärfen das Profil als Expertin.

„Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Frauen kennenlerne, die schon Chefin sind und von denen ich mir etwas abgucken kann. Man soll sich von der Hektik nicht anstecken lassen, sondern auf sich selber schauen,“ so Charlotte Meitler.

Aycha Riffi ergänzt, dass es sich bei der Frauenquote nicht um individuelle Erfahrung geht, sondern um das Kollektiv:  “Und das muss zusammenhalten”. Für sie ist es doppelt schiwerig; “wenn andere Frauen in der Firma sagen: Nein, ich wurde noch nie diskriminiert, deswegen ist alles gut.”

Mit einem Appell beendet Elisabeth Neumann die Diskussion: “Produzenten sollten ihre Mitarbeiter wertschätzen, und Mitarbeiter müssen genau das durchsetzen. Stellen sie sich vor, sie müssen den Beruf 20 oder 25 Jahre lang machen. Achten Sie daher auf ihre Kräfte!”

 Iris Woitschell fordert das Publikum mit den Worten heraus: “Seid aktiv, das hilft.”, während Angelika Mikus das Panel mit den Worten beendet: “Ich wünsche Euch alles Gute und einen langen Atem, den werdet Ihr brauchen – und am Ende wird alles gut!”

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Mrz 062012
 

Dr. Angelika Schwall-Düren

9:50

Die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, Dr. Angelika Schwall-Düren, heißt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von “Medienfrauen NRW 2012″ willkommen: “Ich freue mich, dass Sie alle gekommen sind, um einen spannenden, informativen und hoffentlich für Viele von Ihnen auch anregenden Tag zu verbringen.”

“Wie häufig hat man schon einmal die Gelegenheit hat, so viele spannende Frauen kennen zu lernen?”, fragt die Ministerin. Die Medienfrauen werden die jungen Gäste teilhaben lassen an ihrem Leben, an ihrer Karriere, an ihren Erfahrungen.  Die Veranstaltung soll Einblick in die Realität von Berufsentwürfen bieten, den Anwesenden zeigen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Auch die Ministerin verweist in ihrer Rede darauf, dass im Hinblick auf die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zwar im Vergleich zur Generation der Mütter und Großmütter schon viel erreicht wurde,  Frauen jedoch noch lange nicht am Ziel seien.

Die Entlohnung hat sich bisher nur angeglichen,  auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht grundsätzlich gegeben. Immer noch sind mehr Männer in Führungspositionen, erläutert die Ministerin, immer noch sind es in der Mehrheit Frauen, die sich wegen der Kinder beruflich einschränken. Die Abweichung bei der Entlohnung beträgt in Deutschland durchschnittlich immer noch rund 20 Prozent – aus den genannten Gründen in ihrer Kombination.

Aber nicht nur aus diesen Gründen gibt es nach wie vor Lohnunterschiede. Die Ministerin zitiert eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz, wonach der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern mit gleicher Ausbildung, gleichem Beruf und gleichem Alter im selben Betrieb immer noch 12 Prozent beträgt.

Vorzeigefrauen sind immer noch ein Beispiel für eine Ausnahme, unds genau dies muss sich ihrer Meinung nach ändern: erfolgreiche Frauen sollten in Zukunft nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein, so Schwall-Düren: Gleiche Bedingungen und Perspektiven für Männer und Frauen sind erst erreicht, “wenn wir die Vorzeigefrauen nicht mehr als eine solche Ausnahme wahrnehmen, weil es Normalität ist, wenn wir Veranstaltungen wie die heutige nicht mehr benötigen, um zu ermuntern und zu ermutigen, sondern um das Erreichte zu feiern”. Sie verweist darauf, dass das Spektrum der Medienberuf weiter gefasst ist als es die Beispiele erfolgreicher Moderatorinen, Journalistin etc. nahe legen. Das Schicksal der Vorzeigemenschen ist es, dass sie immer herangezogen werden, wenn es etwas zu beweisen, vorzuweisen gibt. Das führt oft zum Schluss, dass die Situation so schlimm gar nicht sein kann.  

Sie gibt den Teilnehmerinnen mit auf den Weg, dass sie nicht locker lassen und sich von den gradlinigen oder auch krummen Lebensläufen, die sie heute kennenlernen können, inspirieren lassen sollen. Mehr als 200 Medienberufe stehen heute zur Auswahl: „Informieren Sie sich. Sehen Sie zu, dass sie die beste Ausbildung bekommen, die Sie für sich finden können.“ Sie wünscht allen Mut, Glück und Erfolg mit ihrer Wahl.

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Mrz 152011
 

"Fernsehfrauen": Kim Lenar und Elisabeth Neumann

Elisabeth Neumann (Medienbüro Rheinland) startete vor 20 Jahren ihre berufliche Laufbahn mit einem Volontariat bei RTL, danach wechselte sie zu Stern TV und wurde  dort Chefin vom Dienst. Ihr Weg führte sie dann zu  Gruner+Jahr als Redaktionsleiterin bei bizz.TV, danach war sie zwischenzeitlich Pressesprecherin der NRW Medien GmbH und wechselte dann zu einer Werbeagentur, um für Kunden TV-Werbung entwickeln. Vor sechs Jahren wurde sie selbstständig als Autorin und Regisseurin und bietet Fortbildung, Moderation, Einzelcoaching in der Medienbranche an.

Neumann arbeitet fünf bis zehn Drehtage am Stück beispielsweise für das Format “Die Auswanderer” bei Vox. Sie verweist auf die Unterschiede zwischen Magazin und Dokumentation. Sie bezeichnet sich als Beobachterin. Auf die Frage nach der Inszenierung von vermeintlichen Dokumentationen wie die “Auswanderer”, beschreibt Neumann die unterschiedlichen Grade der Inszenierung und sie bevorzugt eher die “Initiierung” von Geschichten. Am Beispiel von “scripted reality” beschreibt Neumann aktuelle Seminarsituationen, in denen die Teilnehmenden die Arbeiten in diesem Format generell ablehnen. Die Verweigerungshaltung hätte es vor Jahren nicht gegeben.
Üblicherweise sind drei Personen an der Produktion beteiligt: Regie, Kamera und Ton. Teamarbeit sei sehr wichtig. “Man darf nicht zimperlich sein” -  unter Stress und Druck herrscht ein rauher Umgangston. Die Empfehlung lautet: sich nicht verrückt machen lassen.
Neumann sagte rückblickend, dass sie Manches nicht mehr machen würde. Die grundsätzliche Frage, ob man bei Privatsendern arbeiten möchte, muss sich jede ohnehin selbst stellen. Auf die Frage nach einer Einführung in den Bereich Drehbuch, verwies Neuman auf “story telling” bzw. die Konstruktionsprinzipien von “Heldengeschichten”. Über die Theorie komme man zur Praxis. Es sei nicht notwendig, 25 Praktika hintereinander zu absolvieren; konkrete Projekte und persönliches Interessen zählten. Quereinstiege bei entsprechendem Engagement seien ohnehin möglich.

Voll besetzter Workshop...

Kim Lenar (RTL) brach ihr Studium für ein Volontariat bei der Hamburger Morgenpost ab und ging dann –  vor 15 Jahren – zu RTL Nord (Hamburg), später zu RTL nach Köln. Dort war sie Redakteurin, Chefin vom Dienst für RTL “EXCLUSIV – Das Starmagazin”, danach Aufbau der Berliner Boulevard Redaktion für RTL. Nach weiteren Arbeiten bei “Punkt Zwölf” litt Kim Lenar an einem Burn-out und besuchte eine Klinik, um sich beruflich wieder zu finden. “Ich möchte Filme machen, mit Menschen arbeiten und Geschichten erzählen”. Sie ist jetzt an einem Punkt Filme zu machen und arbeitet als freie Autorin.
Als Beispiel für ihre Arbeit zeigte sie eine Reportage über Lionel Richie. Kim Lenar besuchte den Künstler in seinem Privathaus in Beverly Hills. Lenar berichtete über die Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten und den Umgang zwischen Planung und Unvorhersehbarem. Das zweite Beispiel kam von der Fashion Week Berlin über Michael Michalsky. Sie war verantwortlich für den Kameradreh, die Interviews und Organisation. Gemeinsam mit einer Cutterin entstand das filmische Endprodukt. Einzelne Bestandteile konnten unterschiedlich weitergenutzt werden (“Poolmaterial”), beispielsweise machte RTL einen Bericht über ein 65-jähriges Modell. Nach jeder Produktion wird das Ergebnis von der Redaktionsleitung abgenommen, was einer ständigen Prüfungssituation gleichkommt und emotional nicht immer einfach zu bewältigen sei. Es gibt Grenzen der Berichterstattung, die Lenars Ansicht nach individuell und persönlich gezogen werden müssten. Die Mechanismen seien bei Privatsender anders als bei öffentlich-rechtliche Sendungen. Jede(r) muss diese Grenzziehung für sich selbst beantworten.
 Posted by at 15:59
Mrz 152011
 

Silke Knabenschuh ist Jugendschutzbeauftragte bei wer-kennt-wen.de. Sie ist ausgebildete Medienpädagogin und studierte Englisch und Deutsch auf Lehramt. In ihrer Tätigkeit bei wer-kennt-wen hat sie eine beratende Funktion bei allen Neueinführungen, z.B. neue Funktionen, die unter Jugendschutzgesichtspunkten beurteilt werden müssen. Sie beantwortet gemeinsam mit 50 Kolleginnen und Kollegen Nutzeranfragen, bearbeitet Meldungen zu problematischen Inhalten und betreut die Aufklärungsseiten und den Jugenschutzbereich von wer-kennt-wen. Dabei gehe es vor allem darum, Nutzer zu sensibilisieren, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Jugenschutzgremien zu pflegen, die auf Medienarbeit konzentriert sind, an Fachtagungen teilzunehmen und Informationen über Medienentwicklungen (Pädagogik, Politik etc.) zu sammeln.

Nicole Ebber und Silke Knabenschuh im Workshop zu Internet und Co.

Mit einer Benachteiligung im Job habe sie keine schlechten Erfahrungen gemacht, so Knabenschuh, “was vor allem daran liegt, dass ich bis jetzt immer Nischen bedient habe.” Wichtig für die Vereinbarkeit eines Medienberufs und der Familienplanung sei es “am Ball zu bleiben bleiben“, so Knabenschuh. Das Internet bilde da keine Ausnahme, und Medien seien grundsätzlich eine schnelllebige Branche. Ein Jahr Elternzeit sei jedoch machbar

Nicole Ebber, Projektmanagerin bei wikimedia Deutschland, ist ausgebildete Bürokauffrau und Übersetzerin und Dolmetscherin. Bereits während der kaufmännischen Ausbildung hat sie sich im Bereich Computer fortgebildet und dann ihr eigentliches Traumstudium in Köln begonnen: Informationswirtschaft. Ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema Creative- Commons- Lizenzen, hielt danach Vorträge in diesem Feld und arbeitete an eigenen Blogs, sozialen Netzwerken etc. Auch hierüber knüpfte sie wichtige Kontakte, und es folgte die Anfrage bei wikimedia, da sich für Ebber hier Arbeit anbot, für die auch ihr Herz schlug. wikimedia, die “Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.” ist der Ansprechpartner für die deutsche Wikipedia, leistet finanzielle Unterstützung, stellt Anwendungen, Marketing etc. für Wikipedia bereit.

Für wikimedia führt Ebber ein medienpädagogisches Schulprojekt durch, um Nutzern den richtigen und kritischen Umgang mit wikipedia zu vermitteln. Als Medienfrau ist sie in ihrem Umfeld ein eher seltenes Exemplar, der „Frauenanteil war immer total gering“. Aber sie habe sich nie diskriminiert gefühlt. Bei Wikipedia versuchen sie auch gezielt, mehr weibliche Autoren zum Mitmachen zu motivieren. Bisher sind es nur 12 Prozent.

 Posted by at 15:45
Mrz 152011
 

Die Journalistin und Autorin Hatice Akyün ist leider erkrankt, hat aber eine persönliche Nachricht an die Workshopteilnehmerinnen geschickt.

Christina Wandt über den Einstieg in den Zeitungsjournalismus

Christina Wandt, Redakteurin bei der WAZ, machte ein Praktikum in einer Lokalredaktion, blieb als freie Mitarbeiterin, wurde dann Volontärin und durchlief alle Stationen bei der Zeitung. Ihren Lebenslauf bezeichnet sie als „orthodox“. Akyün hingegen hatte einen wesentlich bewegteren Lebenslauf mit vielen unterschiedlichen Jobs. Auch als Journalistin blieb Akyün vielseitig (MAX, Emma, …), ist die „Türkin im Medienbusiness“, betont jedoch immer auch, dass sie mehr ist als das.

Christina Wandt erläutert die formalen Voraussetzungen für ein Volontariat bei der WAZ und plädiert dafür, das Studium zu absolvieren, das Spaß mache. Fachspezifische Hintergründe könnten wichtig sein, z.B. würden gerade Journalisten mit natur- oder wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund gesucht. Bewerber für ein Volontariat sollen nicht älter als 30 Jahre alt sein und absolvieren bei der WAZ ein Assessment Center mit einem Wissenstest, der auf Nachrichtenwissen basiert. Darum sei es wichtig, so Wandt, informiert zu sein. Die Teilnehmerinnen können sich anhand der mitgebrachten Beispielfragen ein Bild machen.

Diskutiert wurde vor allem die Frage nach der Studienrichtung: Ist es besser, einen Journalismustudiengang zu wählen oder ein fachspezifisches Studium mit praktischen journalistischen Erfahrungen zu kombinieren? Die Referentinnen empfehlen, ein fachlich ausgerichtetes statt eines Journalistikstudiums zu wählen und nebenbei journalistische Erfahrungen zu sammeln. Wichtig seien „Alleinstellungsmerkmale“, d.h. thematische Schwerpunkte, die einen auszeichnen (z.b. Naher Osten, Physik). Das Tageszeitungspraktikum ist laut Wandt ein guter Grundstock für die weitere journalistische Arbeit. Anne Scholz von AIM-MIA betont, dass es auch im Blick auf die Zeitung eine ganze Bandbreite an möglichen Berufen gibt (z.B. auch Anzeigenvermarktung).

Christina Wandt stellt im Workshop unterschiedliche Zeitungsformate vor, vor allem um zu zeigen, dass verschiedene Formate auch unterschiedliches journalistisches Arbeiten verlangen:

  • die „Boulevardzeitung“ (BILD), keine Abo-Zeitung, keine kontinuierliche Auflage, Zeitung muss sich immer verkaufen, darum aggressive Aufmacher

  • „Leitmedien“ (Süddeutsche, FAZ), bestimmte politische Ausrichtung; auch hier bestimmter Stil und bestimmtes Design

  • Zeitungen, die auf bestimmte Branchen spezialisiert sind, z.B. Handelsblatt

  • Wochenzeitungen wie die ZEIT, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

  • Illustrierte (Bunte, Brigitte etc.)

  • Nachrichtenmagazine wie der Spiegel

Die WAZ mal von innen

Im Journalismus gibt es keine festen oder geregelten Arbeitszeiten, häufig arbeitet man bis spät abends oder auch am Wochenende, ebenso gibt es Dienst an Feiertagen. Es wird gearbeitet, „bis die Zeitung voll ist“, so Wandt. Von großem Interesse war auch die Frage nach den Verdienstmöglichkeiten: Die Finanzlage im Print-Journalismus ist nach Ansicht der Referentinnen schwierig. Es gebe immer mehr Freiberufler: oft stehen investierte Arbeit und ausgezahlter Lohn in keinem guten Verhältnis.

Wandt sagt, dass man Neugier, gute Allgemeinbildung, gute Auffassungsgabe und Hartnäckigkeit braucht. Man müsse „den Finger in die Wunde legen“. Wichtig seien auch Auslandssemester. Auslandskorrespondenten müssen über alles berichten. Deshalb sei es gut, wenn man in seiner Zeit vor der Auslandsarbeit möglichst viele Bereiche journalistisch abgedeckt hat. Außerdem müsse der Auslandskorrespondent sehr schnell und flexibel an neuen Themen arbeiten.

 Posted by at 15:13
Mrz 152011
 

Anna Hepp, 34 Jahre, besuchte die Realschule und machte dann Abitur. Nach einer beruflichen Findungsphase wurde sie Fotografin. Im Anschluss schrieb sie sich an der Kunsthochschule für Medien in Köln ein. Über Fiktionales  und Fotokunst gelangte sie zum Film und dreht nun insbesondere Dokumentarfilme (vgl. www.annahepp.com).

Anna Hepp und Kiki Radicke (v.l.n.r.) über ihre Arbeit

Im Workshop zeigte Anna Hepp den Trailer zu ihrem Film “Rotkohl und Blaukraut” (60min). Dieser Film wurde in vier Jahren produziert und wurde auf der Berlinale im Rahmen des Deutschen Films gezeigt wurde. Frau Hepp sprach von der Leidenschaft des Filmemachens und betonte, dass diese Filmarbeit kein Geld erwirtschafte, das Gegenteil sei der Fall: Ihre Filmproduktion wurde mit Neben- und Gelegenheitsjobs finanziert.  Sie verwies allerdings auch auf Finanzierungsförderungen und Stiftungen.

Der zweite Dokumentarfilm von Anna Hepp, gedreht in Schwarzweiß auf 16 mm Filmmaterial, mit einer Länge von 25 min., thematisiert das beschwerliche Alltagsleben der fast 94-jährigen Dorothea, die seit fast 17 Jahren allein lebt. Dieser Film gewann Preise auf zahlreichen Filmfestivals. Frau Hepp beschreibt die Arbeit der Filmproduktion und beantwortet Fragen zum Material, zur Produktionszeit und zu den Produktionsbedingungen.

Kiki Radicke studierte Kommunikationswissenschaften, Marketing und Philosophie, absolvierte Praktika in verschiedenen Agenturen und arbeitete zunächst in der Produktion und Organisation. Nach zwei Jahren Babypause machte sie sich selbstständig mit einer Firma zur Filmausstattung.  Es gibt keinen Ausbildungsberuf Filmausstattung. Relevante Studienfächer wären Innenarchitektur oder Requisite. Filmausstatter sind zumeist selbstständig und müssen Phasen ohne Beauftragung überbrücken und neue Aufträge akquirieren.

Filmemachen als Leidenschaft: Workshop 1

Kiki Radicke wird von der Regie “eingekauft”, um Planungen und Geschichten ein konkretes Bild zu geben: “Wie sieht die Location aus? Was haben die Darsteller an? Wie sieht die Wohnung aus? Wo kann ggf. auch ein Auto explodieren, wenn es das Drehbuch vorsieht?” Als Ausstatter muss man die Produktion bedienen und Kosten voraussehen. Auf der anderen Seite gilt es, den Regisseur zu sehen und ggf. Kosten zu sparen. Die Arbeit erfolgt in einem Team und erfordert ein strenges Controlling und ein hohes Maß an Kreativität. Ständige Bereitschaft und konzentrierte Arbeitszeiten erschwerten ein geregeltes Familienleben, so Kiki Radicke. Und: Das Tätigkeitsfeld Filmausstattung sei von Männern dominiert: Zwar gebe es viele Praktikantinnen, jedoch nur wenige professionelle Ausstatterinnen und Motivscoutinnen.     
Zu den Projekten zählen Filme, Serien und Videoclips. Insbesondere historische Filme erfordern viel Recherche und Abstimmung. Frau Radicke beschreibt den Weg von den Vorgaben eines Drehbuchs, über Entwürfe für ein Setting, Abstimmung und Auf- bzw. Abbau der Ausstattung.

 Posted by at 14:20
Mrz 152011
 

v.l.n.r.: Elisabeth Neumann (Medienzentrum Rheinland), Dr. Andrea Kathage-Miosga und Anne Lührs (beide WDR)

Shary Reeves diskutiert mit  Anne Luers vom WDR (Aus- und Fortbildung), Dr. Andrea Kathage-Miosa (WDR), Elisabeth Neumann, freie Autorin und Regisseurin, Jenny Jung (Mediencluster NRW) und der gelernten Schriftsetzerin Jutta Klebon (ver.di).

Netzwerke

Reeves betont zu Anfang des Panels, wie wichtig es ist, Veranstaltungen zu besuchen, Kontakte zu knüpfen und sein Netzwerk zu pflegen. Frauen hätten besonders im Bereich Netzwerken einiges nachzuholen, so Anne Luers: „Sie können da gar nicht zu viel machen“, sagt die Ausbilderin. Dabei sei Mut und Eigeninitiative wichtig. “Mit dem Netzwerken kann man gar nicht früh genug anfangen”, sagt Jenny Jung. Sie betont außerdem die Wichtigkeit von online-Netzwerken (XING, Facebook, Twitter etc.). Besonders für die Medienbranche sei die Arbeit mit diesen Netzwerken extrem wichtig, so auch Elisabeth Neumann.

Jenny Jung betont, dass im Umgang mit Online-Netzwerken Vorsicht geboten ist: man sollte nicht alles ins Netz stellen, denn im schlimmsten Fall lässt sich nichts mehr löschen. “Die Privatsphäre muss geschützt werden.”

Praktika, Volontariate etc.

Wie funktioniert die Ausbildung und was muss man mitbringen? Anne Luers und Andrea Kathage-Miosga berichten von den Ausbildungsmöglichkeiten beim WDR. Dabei spricht Anne Luers aus der Perspektive der Ausbilderin, Kathage-Miosga als ehemalige Volontärin aus Sicht der Auszubildenden. Voraussetzungen für ein Volontariat sind laut Anne Luers ein abgeschlossenes Hochschulstudium, journalistische Erfahrung und persönliche bzw. soziale Faktoren (starke Nerven, Durchsetzungsvermögen, Authentizität, ehrliches Interesse) wichtig. Während eines Volontariats beim WDR gibt es praktische Seminare, z.B. wie man einen Fernsehbeitrag aufbaut. Zudem durchlaufen die Volontäre einzelne Stationen im WDR, dabei hat der oder die Volontär/in die Auswahl zwischen den Stationen. Besonders beliebt seien 1LIVE oder die tagesschau, so Kathage-Miosga. Bewerben kann man sich beim WDR am besten über die Website. Die Ausbildungsmöglichkeiten seien dabei weit gestreut, so biete der WDR auch Ausbildungen in technischen Berufen an. Eine gute Mischung aus Vorbereitung, Übung und Offenheit sei wichtig, so Kathage-Miosga: „Vorbereitung schadet nichts. Man muss sich aber immer bewusst machen, dass es alles ganz anders kommen kann.“ Andrea Kathage-Mioska rät zudem allen Medieninteressierten, das “Wunschfach” zu studieren und sich nicht von Zweckdenken leiten zu lassen

Elisabeth Neumann erläutert, dass man crossmedial, also in verschiedenen Medienbereichen Praxiserfahrungen sammeln sollte. Ihr sei persönlich wichtig, dass angehende Medienschaffende sich darüber klar werden, wo ihre  Leidenschaft liegt. „Neugier, Leidenschaft und Flexibilität, mit ein bisschen Talent gepaart“, das sind die wichtigsten Eigenschaften in der Ausbildungsphase, der Rest ergebe sich von selbst, so die Autorin und Regisseurin. Freie Sender suchen immer Leute mit „Esprit“ und Leidenschaft“. Wichtig sei vor allem der sogenannte „unique selling point“, also die Besonderheiten und spezifischen Interessen, die die Bewerber/innen auszeichnen.  Kreativität werde bei der Bewerbung belohnt, außerdem sollte man gut informiert sein über das Unternehmen, für das man sich bewirbt.

Jenny Jung (Mediencluster NRW) über Xing, Twitter und Facebook, links im Bild: Jutta Klebon (ver.di)

Jenny Jung studierte Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften und berichtet vor allem  über das Verhältnis von Ausbildung und Praxis. Auch sie betont die Bedeutung von Eigeninitiative und praktischen Erfahrungen. Zu ihrer jetzigen Ausrichtung kam sie sogar erst über praktische Erfahrungen: “Es ist wichtig, dass man nie auslernt, da die Medienbranche sehr schnelllebig ist.” Praktika und freie Mitarbeit seien auch gut, um herauszufinden, was man nicht will.”

Jutta Klebon betont die Vielfalt der möglichen Medienberufe. “Unterschiedliche Medienberufe erfordern dabei auch unterschiedliche Begabungen, man ist schnell verleitet, nur die großen und bekannten Medienberufe, z.B. Journalismus, als solche zu erkennen.” Auch eher technische Berufe wie Tontechniker gehörten jedoch zum Spektrum, und es sei wichtig, nach eigenen Interessen zu forschen und dementsprechende Praxiserfahrungen zu machen. Laut Klebon sind außerdem soziale Kompetenz und Teamfähigkeit wichtig, aber auch Disziplin und die Fähigkeit, unter Zeitdruck zu arbeiten.

Festanstellung versus Freiberuflichkeit

Frau Klebon spricht an, dass Festanstellungen schwinden und freie Mitarbeiter in großem Umfang die journalistische Arbeit in den Redaktionen verrichten. Man müsse sich also darauf einstellen, evtl. als „Freiberufler“ tätig zu sein und die soziale Absicherung im Auge behalten. Wichtig sind ihrer Ansicht nach außerdem die Fähigkeit zur Selbstorganisation. Gleichzeitig wählen auch immer mehr Kulturschaffende die Freiberuflichkeit, da sie teilweise größere kreative Freiräume bietet. Für Jenny Jung ist die Freiberuflichkeit allerdings auch eine Typfrage. In der Freiberuflichkeit verschwämmen z.B die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben.

Frauen in den Medien

Die Referentinnen diskutieren auch über die Rolle der Frauen in den Medien und die Frage der Gleichberechtigung. Elisabeth Neumann ist der Meinung, dass Frauen in den Medienberufen, speziell in Führungspositionen, nach wie vor unterrepräsentiert sind. “Das liegt vor allem daran, dass viele Mediendeals oft ‘an der Biertheke’ geschlossen werden, so Neumann, hier könnten (und wollten) Frauen nicht mithalten.

Jutta Klebon spricht sich nicht uneingeschränkt für Frauenquoten aus. Gleiche Qualifizierung müsse sein, jedoch müssten Frauen hier den Vorzug erhalten. „Quote ist kein Makel“, das müsse noch erkannt werde.

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Mrz 152011
 

Bettina Böttinger und Bella Lesnik im Gespräch

Vier erfolgreiche Medienfrauen auf dem Panel: die Moderatorin Bettina Böttinger, Bella Lesnik von 1LIVE, die Geschäftsführerin der Blue Byte GmbH, Odile Limpach, und die Geschäftsführerin der Filmstiftung NRW, Petra Müller. Sie berichten von ihrem Werdegang und Berufsalltag, diskutieren Einstiegsmöglichkeiten, Karrierechancen und natürlich auch das Thema Gleichberechtigung am Arbeitsplatz.

Als junge Frau hätte sie auch überlegen müssen, wo sie hinwolle und was sie machen wolle, berichtet Bettina Böttinger. Ein zweifelhaftes Kompliment, das ihr ein Kollege zu Anfang ihrer Karriere gemacht hatte, war, sie sei der “Phaenotyp Frau”, der gebraucht würde – kinderlos, ledig und sehr belastbar. Die Frage nach der Gleichberechtigung stelle sich besonders ab dem Zeitpunkt, an dem Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Beruf und Familie unter einen Hut bekommen müssten. In ihrer Produktionsfirma arbeiten jeweils zur Hälfte Frauen und Männer, und sie versuche, möglichst flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen. “Meine Erfahrung als Chefin ist, dass ich sehr viel zurückbekomme von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.”

Bella Lesnik berichtet von ihrem abgebrochenen Lehramtsstudium, ihrem Einstieg in die Radioarbeit und ihrem Alltag als freie Journalistin. Nach einem Praxistest als Vertretungslehrerin in der Schule habe sie gemerkt, dass das Lehramtsstudium “zwar super war, ich aber nicht mehr jeden Morgen in die Schule gehen wollte und als Lehrerin unglücklich würde.” Also: “was mit Medien”, Wartesemester fürs Studium sammeln und ein erstes Schnuppern mit Praktika beim Radio. Eine spannende Arbeit, aber: “Man hat nie Feierabend. Darauf muss man Lust haben.”

Mut zu Fehlern und Mut zur Lücke

Petra Müller hat in ihrer Laufbahn mehrfach die Richtung (Agentur für strategisches Marketing, Projektleiterin im Grimme-Institut und schließlich die Selbstständigkeit)  gewechselt und meint schmunzelnd, ihr sei vielleicht schnell langweilig. Aus einer Station habe sich immer eine interessante Frage entwickelt, wie zuletzt z.B. die Frage, warum der Medienstandort NRW sein Potenzial nicht richtig ausschöpft und hinter Berlin zurückgefallen ist. Viele Junge, Kreative seien nach Berlin gegangen, weil sie “hungrig” waren und gezwungen, etwas auf die Beine zu stellen, um schließlich Geld zu verdienen. Es sei ihre Aufgabe, diese Kreativität jetzt nach NRW zurückzulocken.

v.l.n.r.: Petra Müller (Filmstiftung NRW), Odile Limpach (Blue Byte GmbH), TV-Moderatorin Bettina Böttinger und Bella Lesnik (1LIVE)

Odile Limpach, Management-Direktorin des Entwicklerstudios Blue Byte, bringt Familie und Karriere unter einen Hut und genießt die spannende Arbeit in einem schönen und schnelllebigen Markt. Es sei ein großer Vorteil der Medien, dass sich die Medienlandschaft ständig weiterentwickelt und damit auch die eigene Tätigkeit: “Man muss offen sein für Neues.”

Die 30-Jährigen haben heute nicht mehr solche Probleme wie die Ansagerin Wiebke Bruhns, die vor 40 Jahren Anfeindungen ausgesetzt war, erläutert Petra Müller. Viele Frauen seien aber immer noch zu schüchtern, müssen lernen, nach vorne zu gehen und sich zu zeigen, unempfindlicher werden und sich auch mal streiten, so die Geschäftsführerin der Filmstiftung NRW: “Probiert aus, macht Fehler, setzt Euch Ziele.” Sie habe immer das machen können, was sie machen wollte.

Quereinstieg und Praktika

“Weiblicher Nachwuchs wird beim Radio immer gesucht”, berichtet die Moderatorin Bella Lesnik. Es gebe weniger Frauen als Männer beim Radio, “warum auch immer”. Aus dem Publikum kommt die Frage nach den Anforderungen als Moderatorin. “Es ist nicht so, dass man sich zwei Stunden hinsetzt und etwas erzählt”, so Lesnik. “Bevor ich ins Studio gehe, habe ich die Nachrichtenlage gecheckt, und wenn die Ansage ist, dass in zehn Minuten eine Live-Schalte zu einem Korrespondenten stattfindet, darf man sich davon nicht nervös machen lassen und einen Heulkrampf bekommen.” Eine gute Portion Belastbarkeit und Nervenstärke sind also nötig, aber dafür dürfe man/frau eben wirklich arbeiten und nicht nur zuschauen. Sie habe bereits im Praktikum eine Sendung moderiert, es gebe kein monatelanges Sprech- und Moderationstraining, bevor man moderiert.

Moderiert die Veranstaltung: Shary Reeves, hier während der Diskussion

Es gibt keinen Königsweg in einen Medienberuf. Die Referentinnen sind sich einig, dass der Quereinstieg eher die Regel als die Ausnahme ist. Viel wichtiger sei, so Petra Müller, dass man bereit ist, sich auf Neues einzulassen.

Odile Limpach empfiehlt Praktika, z.B. in mittelständischen Unternehmen. Ihre Praktikanten bekämen sehr interessante Aufgaben und würden nach dem Studium oft bei ihnen einsteigen. Medienberufe wirken oder scheinen oft anders, als sie tatsächlich sind, und es gibt viele verschiedene Berufsbilder. In ihrer Firma gebe es u.a. Softwareentwickler, Grafiker oder Marketingexperten. Praktika seien sehr gut, um herauszufinden, ob der Beruf tatsächlich passt.

Ein wichtiger Punkt: Arbeitsbedingungen. Bettina Böttinger thematisiert, wie sich die Arbeitsbedingungen in Zeiten hohen Kostendrucks teilweise sehr nachteilig entwickeln. Die Konkurrenz zwischen den Kollegen steige, “das stört den Teamgeist”. Sie empfiehlt, sich dennoch nicht beirren zu lassen und strukturelle betriebliche Entscheidungen wie befristete Verträge so gut es geht auszublenden.

Wirkliche Benachteiligungen als Frau im Beruf hat keine der vier erfahren. Schwierig wird es ihrer Ansicht nach erst, wenn Familie und Beruf vereinbart werden müssen. Dann stellt sich die Frage, wer die Sendung während der Babypause weitermoderiert und wie es mit dem Wiedereinstieg klappt.

 Posted by at 09:30
Mrz 152011
 

Medienministerin Dr. Angelica Schwall-Düren bei ihrer Eröffnungsrede

Die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien NRW, Dr.  Angelica Schwall-Düren, berichtet von den Problemen, die die Moderatorin Wiebke Bruhns vor 40 Jahren hatte. Sie wurde sehr dafür kritisiert, den heimischen Herd verlassen zu haben. In ihrer Rede sagt sie: “Wir leben in einem Bundesland, in dem sich Frauen bis ganz nach oben arbeiten konnten.” Als Beispiele nennt sie die WDR-Intendantin Monika Piel, die Geschäftsführerin von RTL, Anke Schäferkordt, oder die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Aber auch, wenn sich die Situation für Frauen wesentlich verändert habe , stellten sich für berufstätige Frauen sehr grundlegende Fragen – nach dem Gehalt, den Wiedereinstiegsmöglichkeiten nach einer Babypause und den generellen Karrierechancen. “Die Debatte über Gleichberechtigung ist deshalb wichtig, auch weil dies immer noch die Ausnahme ist.” Der Politik stehe es nicht zu, Lebenswege und Ziele von Menschen zu beurteilen, Politik müsse aber die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass jede und jeder wirkliche Wahlmöglichkeit hat. Sie sei sehr froh, so Schwall-Düren, “dass wir viele Frauen gewonnen haben, die von ihrem Erfolg und ihren Erfahrungen in den Medien erzählen und Ratschläge aus erster Hand geben können.”

 Posted by at 09:11
Mrz 152011
 

Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts

Die Medienfrauen sind da – gleich geht es los! Im KOMED, hier auf der Website und bei Twitter unter #mefrau

Uwe Kammann, der Direktor des Grimme-Instituts, begrüßt die Teilnehmerinnen – Medienfrauen und Medienfrauen in spé. “Frauen an der Spitze der beiden größten Sender in Nordrhein-Westfalen, inzwischen auch bei der Filmstiftung NRW und nicht zuletzt beim Medienministerium selbst: Das ist natürlich ein starkes Signal für mediale Frauen-Power”, so Kammann. Es habe sicher mit der besonderen Fähigkeit zur Kommunikation zu tun, weshalb Frauen gerade in der Medienbranche – oder auch in der Kunst – so erfolgreich sind.

Die Veranstaltung heute solle zeigen, so Kammann weiter, “wie’s geht und was es gibt, um in der eminent zukunftsträchtigen Medienbranche erfolgreich zu sein und den richtigen Platz zu finden.” Das sei “Orientierung pur, nicht nur für den Beruf, sondern für die ganze Persönlichkeit.”

Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln

Für Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln, verweist auf die Erfolge der Frauenbewegung und auf die aktuelle Diskussion um eine Frauenquote in Unternehmen. Es gehe weiter darum, “die völlige Gleichstellung von Frau und Mann tatsächlich zu realisieren.” Die Strukturen der Gesellschaft seien nach wie vor besser auf Männer eingestellt. Sie fragt: “Warum wagen wir es oft nicht, unsere Träume wahr werden zu?” und rät, den Blick zurück und den ständigen Vergleich mit Anderen einfach mal zu lassen. “Die Leidenschaft, für das, was wir tun, macht den Unterschied in unserer Ausstrahlung und in unserer Fähigkeit, erfolgreich zu sein” appelliert sie an das Publikum.

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