Nov 142017
 
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Bild: Georg Jorczyk / Grimme-Institut

Die Veranstaltung beginnt mit einer herzlichen Begrüßung durch die Moderatorin Bella Lesnik, die bereits zum siebten Mal bei den Medienfrauen dabei ist, lange Zeit bei EinsLive arbeitete, aktuell in der Fernsehbranche tätig und alleinerziehende Mutter einer 5-jährigen Tochter ist. Die Eröffnung der Veranstaltung übernimmt dann Dr. Frauke Gerlach, die Direktorin des Grimme-Instituts, mit einem kurzen Grußwort.  

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Bild: Georg Jorczyk / Grimme-Institut

 

„Im Fernsehen erklären Männer die Welt – man kann sagen: auch im Fernsehen.“
Dies sei die aktuelle Situation, unter anderem verdeutlicht durch die Studie der MaLisa Stiftung. Die Geschlechterrepräsentanz und Darstellung von Frauen in der Medienwelt sei nicht zufriedenstellend. Immer noch sind beispielsweise 72 Prozent der Nachrichtensprecher männlich und in Talkrunden im Fernsehen kommen kaum Frauen vor. Deshalb gibt Frauke Gerlach den jungen Zuhörerinnen mit auf den Weg: „Diskreditieren Sie keine Quoten“ und „Sie müssen kämpfen“. Denn wir bräuchten mehr Welterklärerinnen, wie etwa die Panelistinnen der kommenden Diskussionsrunde.

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Bild: Georg Jorczyk / Grimme-Institut

Elfi Scho-Antwerpes, die Bürgermeisterin der Stadt Köln, wendet sich als nächste ans Publikum und beginnt ihre Rede mit einem Ergebnis der aktuellen Studie „Global Gender Gap Report“: „Herzlichen Glückwunsch uns allen – in 217 Jahren ist die Geschlechtergleichheit erreicht.“ Ein viel zu langer Zeitraum, der den Anwesenden ein Miterleben unmöglich mache. Zumal einmal erreichte Ziele in der Gleichstellung nicht einfach Bestand hätten und fortwährend gefördert werden müssten, gerade in Wirtschaft, Politik und auch Bildung. Ohne Quoten gehe es nicht. Sie rät den jungen Teilnehmerinnen: „Packen Sie es an, seien Sie mutig. Erkennbare Fortschritte sollten nicht erst in 217 Jahren erreicht werden.“

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Bild: Georg Jorczyk / Grimme-Institut

Die Begrüßungsrunde komplett macht Kordula Attermeyer von der Staatskanzlei des Landes NRW. „Ich freue mich, dass Sie heute hier sind. Das zeigt Interesse und Freude am Thema, was für Ihren beruflichen Weg entscheidend ist.“ Sie weist darauf hin, dass Frauen in Kultur- und Medienhäusern 24 Prozent weniger verdienten als Männer. Und wenn man einen Blick auf klassische Heldengeschichten werfe, seien die Protagonisten zumeist männlich. Sie rät: „Wenn Sie Karriere in Medienunternehmen machen wollen, müssen Sie in der Tat ein wenig Heldin sein.“ Auch 2017 sei es nicht überholt, speziell etwas für Frauen in Medienberufen zu tun. Denn Frauen sollten in den Medien so präsent sein, wie ihr Bevölkerungsanteil ist. Sie gibt den Teilnehmerinnen mit auf den Weg: „Wenn Frauen nur als schönes Beiwerk gezeigt werden, dann werden wir sie auch künftig mit dieser Rolle verbinden… In Ihrem Gepäck brauchen Sie Kompetenz, Selbstbewusstsein, Resilienz und ein Netzwerk, das trägt und hilft… Ich möchte Sie daher ermuntern, Ihre Reise anzutreten. Bringen Sie sich ein, gehen Sie Ihren Weg und werden Sie dabei einfach stärker.“

Nach der Begrüßung geht es zur Keynote, gehalten durch Karin Heisecke, Sozialwissenschaftlerin und Projektleitung bei der MaLisa Stiftung. Die MaLisa Stiftung wurde von Maria Furtwängler und ihrer Tochter Elisabeth gegründet. Ihr Ziel ist eine freie, gleichberechtigte Gesellschaft. International setzt sich die Stiftung dafür ein, dass gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen vorgegangen wird. Und in Deutschland will sie zu unserer gesellschaftlichen Vielfalt beitragen – und dazu, dass nicht mehr so viele von uns mit Rollenbildern konfrontiert werden, die uns einschränken. Zum thematischen Einstieg und als Information zur MaLisa-Studie wird ein Video gezeigt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Frauen in Medien deutlich unterrepräsentiert sind. Auf eine Frau kommen im Fernsehprogramm zwei Männer und je älter Frauen sind, desto seltener sind sie zu sehen. Wenn man das mit der Bevölkerungsstatistik vergleicht, repräsentiert es die Realität keineswegs. Bemerkenswert ist zudem, dass auch im Kinderfernsehen auf neun männliche Tier- oder Fantasiefiguren nur eine weibliche Protagonistin kommt. Dies ist sicherlich nicht zu erklären mit der an anderer Stelle geäußerten vermeintlichen Schwierigkeit, eine geeignete Expertin/Darstellerin für die Inhalte zu finden – was immer als Begründung dafür herhalten muss, wenn man keine geeigneten Ansprechpartnerinnen für politische, technische und wirtschaftliche Fragen findet…

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

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